Unternehmen nennt Details

Plastikscherben in Soße: Beliebte Trend-Tiefkühlpizza zurückgerufen - so ist der Fehler passiert

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Gustavo Gustos Prosciutto-Tiefkühlpizza mit schwarzem Teig.

Die neueste Gustavo Gusto-Pizza kann scharfe Kunststoffteile enthalten. Rewe nimmt sie aus dem Handel. Hier erklärt die Firma exklusiv die verrückte Geschichte, wie es dazu kam.

Geretsried - Ein schwerer Schlag für das Geretsrieder Erfolgsunternehmen. Der Gustavo Gusto-Produzent muss seine neueste Kreation aus dem Handel zurückrufen. Es handelt sich um die „Gustavo Gusto I like Pizza Prosciutto“ mit dem Mindesthaltbarkeitsdatum 13. Mai 2019. 

Die Geretsrieder Firma Franco Fresco, der Gustavo Gusto gehört, warnt selbst: „Aufgrund eines Produktionsfehlers ist nicht auszuschließen, dass sich auf diesen Pizzen im Einzelfall scharfkantige, durchsichtige Kunststoffteile befinden können.“ Weiter wird dringend vom Verzehr abgeraten. Kunden sollen die Pizza zurückgeben und erhalten ihr Geld zurück.

Neue schwarze Gustavo Gusto Pizza mit Kunststoffteilen

Doch wer jetzt eine Tiefkühlpizza zuhause hat - und nicht so genau weiß, was damit machen, sei beruhigt. Die zurückgerufene Gustavo Gusto Pizza hat ein ganz besonderes Merkmal: Sie ist pechschwarz. Franco Fresco mischt dafür Aktivkohle in den Teig. Die Verpackung ist ebenfalls schwarz. 

Bewirbt die schwarze Gustavo-Pizza: Youtuber Luca.

Soll wohl hip aussehen. Verstärkt wird die Wirkung des Modells noch durch einen Youtuber als Werbefigur. Letzteres kam zumindest auf der firmeneigenen Facebookseite bei den Gustavo-Fans nicht so gut an.

Nun ging offenbar auch noch beim Produktionsprozess etwas schief. Die neue schwarze Pizza wird bereits seit 15. Oktober, also rund zwei Wochen ausgeliefert. Rewe hatte sie als erstes im Sortiment.

Unternehmen nennt Gründe: So kam es zum Pizza-Fiasko bei Gustavo Gusto

Auf Nachfrage nennt Gustavo Gusto die genauen Umstände, wie es zu dem Pizza-Fiasko in der Produktion kam. „Ursprünglich handelte es sich um einen Mitarbeiterfehler“, sagt Marketing-Chef Michael Götz. Und das ging so: Während der Soßenproduktion wird zu einem bestimmten Zeitpunkt die eigene Gewürzmischung beigemischt. Das geschieht mit einem Messbecher aus Plastik.

Der hat dummerweise selbst den Weg in den Soßenbottich gefunden und wurde gemeinsam mit der Soße passiert - ohne das der verantwortliche Mitarbeiter etwas davon bemerkt haben will. Das alles hätte aber noch nicht zur Katastrophe geführt.

Plastik wurde schon bei Produktion entdeckt - doch dann...

Denn die Plastikteile wurden bereits bemerkt, als die Soße auf die Pizzen verteilt wurde. „Wir haben sie in einem Sieb gefunden.“ Die Produktion wurde daraufhin laut Götz sofort gestoppt, die kontaminierten Pizzen identifiziert und aus dem Verkehr gezogen. 

„Wir sind von drei bis vier Paletten ausgegangen. Zur Sicherheit haben wir fünf Paletten gesperrt.“ Damit war für das Unternehmen alles erledigt. Gefahr gebannt. Nochmal mit einem blauen Auge weggekommen. Sämtliche Plastikbecher wurden alsbald durch Edelstahl-Becher ersetzt. Und die Mitarbeiter seien „hochgradig sensibilisiert“ worden.

Zweiter Fehler bringt Plastikscherben-Pizzen in den Handel

Die Unternehmensführung von Gustavo Gusto staunte deshalb umso mehr, als sie wenig später Mails von verärgerten Kunden bekamen, die Plastikscherben in ihren schwarzen Pizzen fanden. Nach einer fieberhaften Ursachensuche war der Fehler gefunden. Ein anderer Mitarbeiter im Lager verwechselte offenbar die gesperrte Palette mit einer frischen - und gab sie an Rewe in den Handel weiter.

Bei all der Aufregung sei gesagt: Es handelt sich um 405 schwarze Gustavo-Pizzen, die potenziell Plastikteile enthalten können. Ob Sie eine von den 400 Zuhause haben, erkennen Sie am Haltbarkeitsdatum. Darunter steht außerdem die Losnummer 288. 

„Wir haben viel daraus gelernt“, sagt Götz. Die Qualitätskontrolle werde weiter verstärkt. Dass der Fehler etwas mit dem rasanten Wachstum von Gustavo Gusto zu tun hat, glaubt Götz nicht. „Der Fehler hat nichts mit der Vergrößerung zu tun.“

Erst vor einigen Wochen ist Franco Fresco die Gustavo-Gusto-Produktion in neue, größere Räume verlagert. Die Produktionsstätte steht ebenfalls in Geretsried. Dort soll die Pizzaproduktion verzehnfacht werden. Das Ziel: 150.000 Stück pro Tag.

Einen Shitstorm der Gustavo-Fans handelte sich derweil Bundesernährungsministerin Julia Klöckner (CDU) ein, weil sie vorschlug, sämtliche Tiefkühl-Fertigprodukte zu verkleinern. Und Franco Fresco stellt bekanntlich extragroße Pizzen her.

kmm

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