Die Pläne wurden überarbeitet

Hier soll sich ein neuer Rewe ansiedeln - doch die Lage bereitet manchem Sorgen

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Leibstraße in Haar bei München: Hier soll ein Rewe hin.

Nach langem Ringen und Planen ist es klar: Ein Rewe-Supermarkt siedelt sich an der Leibstraße in Haar an. Ein Nachricht, die für Freude im Gemeinderat sorgte.

Haar – Vor über zehn Jahren wurde der Tengelmann in der Leibstraße in Haar geschlossen. Seither wünschen sich die Bürger dringend wieder einen Vollsortimenter im Zentrum. Mit einem „Rewe City“ inklusive Backshop schien der endlich gefunden, doch das erste Konzept überzeugte den Bauausschuss überhaupt nicht. Nun wurde von den Planern deutlich nachgebessert, und so wird es an der Ecke Leib- und Wasserburger Straße (B 304) einen Rewe-Supermarkt geben, einen Zeitplan gibt es allerdings noch nicht.

Architektin Isabell Zanker von den „Vogel-Architekten“ erläuterte, wie man sich die neue Planung vorstellt: Die Verkaufsfläche wird 615 Quadratmeter betragen, 50 Quadratmeter sind für Kühlraume, 110 für Personal- und Nebenräume vorgesehen. Für die 14 Wohnungen über dem Supermarkt stehen 750 Quadratmeter im Ober- und Dachgeschoss zur Verfügung. Auf die Ansiedelung eines Backshops im Erdgeschoss wird verzichtet, stattdessen wird es einen kleinen Platz geben. Auf dem Supermarktdach ist ein Dachgarten geplant, in dessen Richtung weisen auch die Schlafbereiche der Wohnungen.

Anwohner verhindern durchgängigen Radweg

Das Gebäude wird laut Zanker von der Straße etwas zurückgesetzt, sodass ein 1,50 Meter breiter Fahrradweg entlang der Leibstraße gebaut werden kann. Leider, so bemängelte Bürgermeisterin Gabriele Müller (SPD), haben sich die Nachbarn aber überhaupt nicht kooperativ gezeigt, daher wird es keinen durchgehenden Radweg geben, nur auf der gegenüberliegenden Straßenseite. Die Tiefgarage unter dem Haus hat 40 Stellplätze, in die man ebenso wie zum ebenerdigen Parkplatz sowie zur Lkw-Lieferzone von der Wasserburger Straße aus einfährt. Die Ausfahrt hingegen erfolgt in die Leibstraße.

Bei der letzten Präsentation befürchteten einige Gemeinderäte, dass die Ein- und Ausfahrt zu einem zusätzlichen Verkehrsstau an der Kreuzung führen könne, die sowieso immer stark belastet ist. Die Lösung: Es wird eine eigene Rechtsabbiegespur von der Leibstraße auf die B304 geben. „Wir haben das Problem des Rückstaus durch eine längere Grün-Phase der Ampel von der Leibstraße in Richtung Ludwig-van-Beethoven-Straße gelöst“, sagte Architektin Zanker.

„Dieser Supermarkt kann viele Haarer in die Innenstadt locken“

Dietrich Keymer (CSU) zweifelte an dieser Lösung und auch daran, dass das Staatliche Straßenbauamt Freising dies genehmigen würde. Verkehrsplaner August Janello vom Münchner Büro Vössing erklärte, dass man die Grün-Phase um vier Sekunden verlängere. „So kommen in jede Richtung zwei Autos mehr über die Kreuzung. Das Straßenbauamt hat dies geprüft und für gut eingestuft.“ Trotzdem beharrte Keymer: „Das will ich schriftlich haben, denn der Verkehrsfluss auf der B 304 soll doch erhalten bleiben.“

Alexander Zill (SPD) hingegen lobte den neuen Entwurf. „Zum Glück ist der völlig unsinnige Backshop weg, wir haben da genug Bäcker“, sagte er und weiter: „Dieser Supermarkt kann viele Haarer in die Innenstadt locken und so das Einfallstor ins Zentrum werden.“ Auch Werner Kozlik (Grüne) war mit dem neuen Entwurf sehr zufrieden, vor allem damit, dass man von der Ausfahrt des Rewe-Supermarktes in die Leibstraße in beide Richtungen abbiegen dürfe. „Ich bin ausgesprochen stolz und froh, dass wir diesen Frequenzbringer und Vollsortimenter mit so guter Verkehrsanbindung in die Leibstraße und damit ins Zentrum holen können“, sagte Kozlik. „Die Bürger haben das sehr vermisst.“

bb

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