Geplanter Umbau in Gröbenzell 

Bahnhofs-Döner wird zur Hängepartie

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Beispielfoto

Für die Bahn ist die Zukunft des Gröbenzeller Bahnhofskiosk klar: In einem Monat eröffnet ein Döner-Imbiss. Die Umbauarbeiten müssen bald beginnen. Die Gemeinde moniert derweil einen fehlenden Antrag.

Gröbenzell – Der seit Jahren leer stehende Bahnhofskiosk soll in Kürze wieder eröffnet werden. Am 1. Februar wurde das Häuschen an einen Pächter übergeben, teilt eine Pressesprecherin der Bahn mit. Von Außen war bis vor kurzem noch nichts zu sehen, doch die nötigen Umbauarbeiten sollen folgen. Spätestens Anfang April soll sich in dem ehemaligen DB-Store der Dönerspieß drehen – wenn es nach der Bahn geht.

Die Gemeinde Gröbenzell sieht das anders. Denn für die Umbauten muss ein Nutzungsänderungsantrag gestellt werden, heißt es aus dem Rathaus. Wie der Vorsitzende des Bauausschusses Martin Runge (Grüne) erläutert, genehmigt die Bahn sich zwar letztlich selber den Umbau, denn nicht das Landratsamt sondern das Eisenbahnbundesamt ist hierfür zuständig. Die Gemeinde müsse aber „ins Benehmen gesetzt werden“, sagt Runge. Bedeutet: Die Bahn muss eine Stellungnahme der Gemeinde einholen. Im Rathaus liege bis jetzt aber kein Antrag vor. Das den Umbau planende Architekturbüro reagiert nicht auf eine Tagblatt-Anfrage. Die Bahn teilt auf mehrmaliges Nachhaken mit: „Uns liegen die erforderlichen Genehmigungen vor.“

Runge schließt nicht aus, dass die Bahn davon ausgeht, dass die Zulassungsentscheidung nicht notwendig ist. So war es auch, als 2011 aus dem Kiosk ein DB-Store wurde, erinnert er sich. Damals hieß es anfangs seitens der Bahn, der Umbau habe keine Nutzungsänderung zur Folge. Letztlich aber hatte die Bahn klein beigegeben – und ist auf die Forderungen der Gemeinde eingegangen. Diese beinhalteten den Nachweis zweier Stellplätze.

Sollte der Dönerladen aufmachen, könnte das neue bauliche Pflichten mit sich ziehen. Derzeit existiert neben dem einstigen Kiosk eine Toilette. Man müsse prüfen, ob für einen Imbiss mit sechs Tischen und 22 Barhockern eine Toilette ausreicht, oder ob es eine für Frauen und eine für Männer geben muss, so Runge. Offen sei zudem, ob die beiden für den DB-Store nachgewiesenen Stellplätze für einen Döner-Imbiss mit Gastraum ausreichen.

Bahn: Fahrkarten gibtes am Automaten

Unter den Gemeinderäten war der aktuelle Plan auf wenig Gegenliebe gestoßen (wir berichteten). Zum einen wäre der Döner-Imbiss der dritte innerhalb von wenigen hundert Metern im Ortszentrum. Zum anderen soll es dort zwar Bedarf für Reisende geben, jedoch keine Fahrkarten. Das wiederum hatten sich Mitglieder des Gemeinderates ausdrücklich gewünscht. Die Bahnsprecherin verweist darauf, dass Fahrkarten am Automaten auf dem Bahnsteig und in einem nahe dem Bahnhof gelegenen Reisebüro gekauft werden können. Zusätzlich gibt es noch die Möglichkeit, Tickets online per Smartphone zu erstehen. Neben dem nicht vorhandenen Fahrkartenverkauf hatten einige Gemeinderäte noch etwas anderes zu beanstanden: Peter Falk (SPD), Marianne Kaunzinger (UWG) und Martin Runge Grüne) fürchteten als Folge der Döner-Konkurrenz, dass Billigfleisch angeboten werde und einer der Dönerverkäufer Pleite gehen könne. (sus)

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