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Ein familiärer Lernort für 1900 Schüler

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Trotz einer Schülerzahl von 1900 soll der Schulcampus ein familiärer Lernort werden.
Trotz einer Schülerzahl von 1900 soll der Schulcampus ein familiärer Lernort werden. © Visualisierung: Drees & Sommer SE

Ab dem Schuljahr 2025/2026 können in Aschheim im neuen Schulcampus bis zu 1900 Kinder und Jugendliche zur Schule gehen. Jetzt hat das Planungs- und Beratungsunternehmen Drees & Sommer SE den Zweckverband Staatliche weiterführende Schulen im Osten des Landkreises München auf den neusten Stand der Planungen gebracht. 

Der Zweckverband erweitert für den Campus die dortige Realschule und baut ein neues Gymnasium. Damit reagieren die Mitgliedsgemeinden des Zweckverbandes Aschheim, Kirchheim und Feldkirchen sowie der Landkreis München auf den steigenden Schulbedarf. Der Fokus wird klar auf Nachhaltigkeit gesetzt: Die neuen Schulgebäude werden in Holzhybridbauweise und nach dem Effizienzhaus-Plus-Standard errichtet. Das Planungs- und Beratungsunternehmen Drees & Sommer SE mit Hauptsitz in Stuttgart übernimmt die Projektsteuerung des Vorhabens. Der Bau des neuen Schulcampus soll im Herbst 2022 beginnen.

Jetzt haben die Planer die Mitglieder des Zweckverbands auf den neusten Stand der Planungen gebracht. Änderungen zum Vorentwurf gibt es etwa beim Leckagesystem auf dem Dach. Dort wird ein Ortungssystem installiert, das Undichtigkeiten frühzeitig erkennen kann.

Im Bereich der Pausenhalle und Aula erfolgt eine Bodenabsenkung. Dort wird auch ein Rollstuhl-Lift eingebaut. Verzichtet wird auf die ursprünglich geplante mobile Bühne. Sie wurde von den Nutzern kritisch gesehen, Nun soll durch eine Bodenabsenkung eine feste Bühne geschaffen werden.

Außerdem sorgt die Schulsitzgemeinde Aschheim für die Kampfmittelerkundung und die archäologische Untersuchung des Geländes. Im südlichen Bereits sind die Maßnahmen bereits erfolgt; nördlich vom Radweg sollen sie im August durchgeführt werden.

2018 hatte das Kulturministerium den Antrag des Zweckverbands Staatliche weiterführende Schulen im Osten des Landkreises München genehmigt, ein neues Gymnasium gründen und errichten zu dürfen. Ganz bewusst hat sich der Zweckverband für Gymnasien an zwei verschiedenen Standorten entschieden: den sich derzeit im Bau befindlichen Erweiterungsneubau des Gymnasiums Kirchheim für 1350 Schülern und das Gymnasium Aschheim für bis zu 1000 Schüler.

Mit den beiden Schulstandorten wird eine riesige Schule vermieden und die Schulen können so persönlich und familiär bleiben. Gleichzeitig wird auch die bisherige St.-Emmeram-Realschule in Aschheim erweitert und bietet künftig bis zu 900 Kindern und Jugendlichen ein attraktives Umfeld, um zu lernen, zu essen und Sport zu treiben. Der rund drei Hektar große Schulcampus wird auch eine Mensa, einen offenen Ganztagsbereich je Schule, eine Sporthalle inklusive Schwimmbad, zwei Apartments für Lehrkräfte, eine Hausmeisterwohnung und die Geschäftsstelle des Zweckverbands umfassen. Damit die Türen pünktlich zum Start des neuen Schuljahrs im September 2025 geöffnet werden können, unterstützt Drees & Sommer den Zweckverband mit der Projektsteuerung und bringt zudem seine Kompetenzen im Bereich Green Building ein.

Denn der Bauherr legt beim Neubau großen Wert auf eine nachhaltige und hochenergetische Ausführung. Die geplanten Gebäude in Holzhybridbauweise nach dem Gewinnerentwurf von Köhler Architekten + beratende Ingenieure GmbH kommen diesem Wunsch nach: Holz ist ein nachwachsender Rohstoff, der C02 speichert und der auch in Deutschland ohne lange Transportwege verfügbar ist. Außerdem lassen sich Holzbauteile zu einem hohen Grad vorfertigen. Kombiniert mit einer Just-in-Time-Anlieferung muss man diese auf der Baustelle nur noch montieren. Dieses Vorgehen spart Zeit und Kosten in der Planung, Produktion und Montage. „Gerade bei einem straffen Zeitplan bietet die Holzbauweise viele Vorteile. Dass sie zudem der Umwelt zugutekommt und Holz als Naturmaterial zu einem gesunden Raumklima beitragen kann, macht den neuen Campus zu einem spannenden und zukunftsfähigen Projekt“, so Christina Dohmann, Senior Projektleiterin am Drees & Sommer-Standort München. Auch im Inneren sind klimafreundliche Technologien angedacht: Die Gebäude sollen sich als Energieeffizienzhäuser-Plus beispielsweise nicht nur über Photovoltaikanlagen selbst mit Energie versorgen, sondern diese darüber hinaus ins Netz abgeben können. Auch die Nutzung von Fernwärme und Geothermie ist angedacht.

Darüber hinaus erfüllt der Neubau auch hohe architektonische Anforderungen: „Uns war es sehr wichtig, dass der Bestandsbau der jetzigen Realschule mit seiner schiffsartigen Form in das neue Areal eingegliedert wird und so ein echtes Campusgefühl entsteht. Besonders hervorzuheben ist auch das Schwimmbad, das nicht nur den Schülern der Zweckverbandsschulen, sondern auch den Kindern und Jugendlichen aller Schulen in den Mitgliedsgemeinden Kirchheim, Aschheim und Feldkirchen für den Schulschwimmunterricht zur Verfügung stehen soll. Auch die Flexibilität hat für uns eine große Rolle gespielt. So besteht durch die Verbindung zwischen Gymnasium und Realschule die Möglichkeit, bei Bedarf einer Schule Räume der anderen zuzuschlagen“, erklärt Michèle Schlautmann, Geschäftsleitung des Zweckverbands.

Im direkten Anschluss zum Campus ist weiterer Platz vorhanden, sodass dieser später um eine Grundschule oder eine Fachoberschule erweitert werden könnte. Die über vier Brücken verbundenen und versetzt angeordneten Gebäude lassen dies ebenso zu wie eigene Schulhöfe für die Realschule und das Gymnasium.

Starten sollen die Arbeiten an dem 123-Millionen-Euro-Projekt in diesem Oktober.

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