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Bau von Schulpavillons in Höhenkirchen um 1,2 Millionen Euro teurer

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Von: Iris Janda

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Ein Bagger steht zwischen Schutthügeln auf einer Baustelle.
Über ein Jahr nach Beschluss begannen nun die Bauarbeiten für die Pavillons an der Erich­-Kästner-Schule in Höhenkirchen-Siegertsbrunn. © ija

Zum Schulstart im September sollten die Pavillons an der Erich-Kästner-Schule bereits stehen. Jetzt geht der Bau los, doch die zeitliche Verzögerung und hohe Mehrausgaben sorgten für dicke Luft im Gemeinderat.

Über ein Jahr nach Gemeinderatsbeschluss ist endlich Bewegung im Spiel: Vergangene Woche begannen die Bauarbeiten für die temporären Pavillons an der Erich-Kästner-Schule. Normalerweise ein Grund zur Freude, doch in der jüngsten Gemeinderatssitzung hagelte es Kritik an der Verwaltung und den Architekten.

Stein des Anstoßes waren vor allem die hohen Mehrausgaben von 1,2 Millionen Euro, die nun für den Haushalt 2022 eingestellt werden müssen. Im Juli 2020 sei noch von 2,4 Millionen Euro ausgegangen worden. „Ich hätte nicht gedacht, dass wir in die Fußstapfen von Hamburg treten“, meinte Roland Spingler (CSU) in Anspielung auf die Kostensteigerung beim Bau der Elbphilharmonie. Nun stehe der Gemeinderat wegen des Zeitdrucks mit dem Rücken zur Wand und müsse 1,2 Millionen Euro „ohne mit der Wimper zu zucken“ absegnen. Im April dieses Jahres war schließlich noch davon ausgegangen worden, dass die Pavillons, die in Modulbauweise gefertigt werden, bereits zum Schuljahresbeginn in diesem Herbst nutzbar sind.

Die Mehrkosten seien vor allem auf die um 20 Prozent größere Brutto-Grundfläche zurückzuführen, die sich nach erfolgter Planung ergab. „Das sind vorher nur Hochrechnungen“, betonte Bürgermeisterin Mindy Konwitschny (SPD). Außerdem seien noch weitere Wünsche für den Bau dazugekommen. „Wir haben uns natürlich dafür entschieden, dass wir eine anständige Lüftung bei den Räumen haben wollen. Die macht allein 140.000 Euro aus“, so die Rathauschefin weiter.

Nicht zuletzt komme die Erhöhung der Baupreise im Laufe des Jahres hinzu. Die Lage auf dem Markt sei derzeit katastrophal, meinte auch der von der Gemeinde beauftragte Architekt. Über ein neues Förderprogramm der KFW-Bank könnten aber immerhin bis zu 400.000 Euro beantragt werden. Außerdem könne es womöglich auch für die Lüftungsanlage Fördergeld geben.

Otto Bußjäger (UB) ärgerte sich vor allem über die lange Bearbeitungszeit und die Behauptung, das Landratsamt sei an der Verzögerung Schuld. „Dieser Legendenbildung möchte ich entgegentreten“, stellt der stellvertretende Landrat klar. Die Gemeinde hätte zehn Monate für den Antrag gebraucht. Bei der Kreisbehörde sei dieser erst Anfang Mai dieses Jahres eingegangen und relativ schnell genehmigt worden. Daraus schloss Bußjäger: „In der Gemeinde ist entweder von der Verwaltung oder vom Architekten gschlampert gearbeitet worden.“

Das wollte Bürgermeisterin Konwitschny so nicht stehen lassen. Es hätten alle größten Einsatz gezeigt, aber schließlich seien noch immer nicht alle Stellen in der Verwaltung voll besetzt. „Wir nehmen es als Ansporn, dass wir natürlich immer besser werden können“, schloss sie diplomatisch.

Zuletzt fand Grünen-Rätin Gudrun Hackl-Stoll positive Worte: „Hier investieren wir in Qualität“. Schließlich können die mit Holz verkleideten Pavillons dank der Modulbauweise nach Nutzung für die Schule auch an anderer Stelle wieder aufgebaut werden. Der Antrag sei zunächst für zehn Jahre gestellt, könne aber auch verlängert werden.

In den Räumen sehe alles wie in einem normalen Schulhaus aus. So kann kurzfristig bis zur Erweiterung der Erich-Kästner-Schule die prekäre Raumsituation entschärft werden. „Das ist deutlich besser, als der Jetzt-Zustand“, betonte die Rathauschefin.

Iris Janda

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