Wiederverwenden statt Wegwerfen

Brunnthal und Hohenbrunn fördern die Einführung von Mehrwegpfandgeschirr

Eine Frau hält drei Pfandgetränkebecher in die Kamera.
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Durch Mehrwegpfandsysteme wird die Nutzung von Einweggeschirr reduziert. Brunnthal und Hohenbrunn möchten damit einen Beitrag zur Müllreduzierung leisten.

Brunnthal und Hohenbrunn wollen die Einführung eines Pfandsystems für Mehrweggeschirr beim örtlichen Gewerbe fördern. Die Gemeinde übernehmen die Anschubfinanzierung.

Essen zum Mitnehmen und Bestelldienste liegen voll im Trend. Die Corona-Krise und das monatelange Bewirtungsverbot in der Gastronomie haben diese Entwicklung noch verstärkt. Damit fallen große Mengen an Einweggeschirr und Verpackungen an. Rund 230.000 Tonnen sollen so laut einer Erhebung der Gesellschaft für Verpackungsmarktforschung im Jahr 2017 in Deutschland zusammengekommen sein.

Auch in Brunnthal sei vermehrter Verpackungsmüll an öffentlichen Plätzen sowie im Gewerbegebiet Brunnthal-Nord zu verzeichnen, erklärte die Verwaltung im Juni dem Gemeinderat. Daher wurde nun mit großer Mehrheit ein Förderprogramm zur Einführung und Etablierung eines Mehrwegpfandsystems auf den Weg gebracht. Auslöser war ein entsprechender Antrag der CSU-Fraktion. Die Gemeinde möchte so das Müllaufkommen im Ort reduzieren und einen nachhaltigen Beitrag zum Umweltschutz leisten.

Brunnthal folgt damit anderen Gemeinden aus dem Landkreis. Jüngst führte etwa die Nachbarkommune Höhenkirchen-Siegertsbrunn mit dem Anbieter „Recup“ ein solches System ein. Dort kann in teilnehmenden Cafés, Bäckereien und Restaurants das wiederverwertbare Geschirr genutzt werden.

Damit auch in Brunnthal Gewerbetreibende ein Mehrwegpfandsystem für Geschirr etablieren können, zahlt die Gemeinde nun eine Anschubfinanzierung. Denn solche Systeme sind mit Kosten für die Anschaffung der Mehrweggefäße, Nutzungsgebühren oder Mitgliedsbeiträgen verbunden. Daher würden viele Gewerbetreibende von dieser Investition bisher noch absehen. Die Kunden können das Mehrweggeschirr, für das sie eine Pfandgebühr zahlen, bei allen Anbietern des Systems, auch außerhalb von Brunnthal, abgeben.

„Je mehr Brunnthaler Essensanbieter mitmachen, umso kleiner ist das Müllaufkommen im Gemeindegebiet und umso größer ist der Gewinn für die Umwelt“, so die Gemeindeverwaltung. Mehrwegbehälter würden in der Klimabilanz im Schnitt bereits nach zehn Nutzungen besser ab als Einwegverpackungen abschneiden.

Mithilfe des Förderprogramms kann die Gemeinde nicht nur die Anschubfinanzierung leisten, sondern auch bei ortsansässigen Betreibern dafür werben. 16 potenzielle Betriebe, darunter Gaststätten, Metzgerei und Bäckerei, zählt die Verwaltung. Die Gemeinde wird 80 Prozent der nachgewiesenen Kosten, jedoch maximal 1000 Euro pro Betrieb übernehmen. Für das Förderprogramm werden außerordentliche Haushaltsmittel in Höhe von bis zu 11.000 Euro bereitgestellt.

Auch in Hohenbrunn sprach sich im Juli der Umwelt- und Klimaschutzausschuss für eine Anschubfinanzierung aus. Die Rückmeldung aus anderen Landkreisgemeinden, die Mehrwegpfandsysteme bereits eingeführt haben, hätte ergeben, dass das Thema auf immer mehr Interessierte stoße. Der Ausschuss sprach sich dafür aus, eine Anschubfinanzierung von maximal 500 Euro pro Gastronomiebetrieb zu leisten. Außerdem soll es eine Informationsveranstaltungen zu den verschiedenen Möglichkeiten für die Gewerbetreibenden geben.

Iris Janda

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