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Brunnthal und Neubiberg schließen sich der Arge Wärmewende an

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Von: Iris Janda

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Frontansicht des geothermischen Heizkraftwerks der Stadtwerke München in Sauerlach.
Die Stadtwerke München betreiben im Landkreis München unter anderem in Sauerlach ein geothermisches Heizkraftwerk. © SWM

Im Oktober haben Hohenbrunn und Höhenkirchen-Siegertsbrunn eine Arge Wärmewende ins Leben gerufen, mit der die interkommunale Zusammenarbeit beim Ausbau von Geothermie und Wärmenetzen gefördert werden soll. Nun sind neben dem Landkreis auch die Gemeinden Brunnthal und Neubiberg mit an Board.

Die Gemeinden Brunnthal und Neubiberg schließen sich der von Hohenbrunn und Höhenkirchen-Siegertsbrunn initiierten Arbeitsgemeinschaft (Arge) Wärmewende an. Das haben die Gemeinderäte nun mit einstimmigen Beschlüssen entschieden.

Im Oktober stimmte das Hohenbrunner Gremium für die Gründung einer Arge Wärmewende und rief umliegende Gemeinden dazu auf, sich dem Projekt anzuschließen (HALLO berichtete). Bereits da ließ Hohenbrunns Bürgermeister Stefan Straßmair (CSU) erkennen, dass womöglich die ein oder andere Nachbarkommune in den kommenden Wochen der Arge beitreten könnte.

Ziel ist es, die kommunalen Kräfte bei Fragen von Tiefengeothermie, Biomasse sowie dem Ausbau von Fernwärmenetzen zu bündeln und ein gemeinsames Vorgehen abzustimmen. Durch den Zusammenschluss könnten die Gemeinden ihre Position gegenüber den Stadtwerken München (SWM) stärken. Diese versorgt vor allem auch mit Fernwärme aus dem Landkreis München, etwa aus Kirchstockach oder Sauerlach, die Landeshauptstadt. Durch die Arge könnten verschiedene Synergieeffekte geschaffen werden.

In Brunnthal gibt es die Idee, eine Übergangslösung zu schaffen, bis eine Versorgung mit Fernwärme durch Tiefengeothermie möglich ist. So soll für die Versorgung der kommunalen Liegenschaften im Ortsteil Brunnthal ein Biomasseheizwerk mit Nahwärmenetz errichtet werden. Da bei einigen dieser Gebäude in den kommenden Jahren die vorhandenen Ölheizungen erneuert werden müssen, werde eine schnelle Lösung benötigt.

Die Brunnthaler Verwaltung hat zudem bereits eine erste Interessenabfrage im Bereich der Brunnthaler Hauptstraßen gestartet. Diese habe Interesse zum Anschluss an ein potenzielles Wärmenetz ergeben. Sollte es dazu kommen, könnten beim Betrieb eines Wärmenetzes Synergieeffekte aus der Arge genutzt werden.

Während in Brunnthal mit einem möglichen Biomasseheizwerk schon konkretere Ideen angesprochen wurden, ging es in Neubiberg im Allgemeinen um den Beitritt zur Arge und die interkommunale Zusammenarbeit. „Ein Zusammenschluss mit anderen Gemeinden, die vor ähnlichen Herausforderungen stehen, ist sicher sinnvoll“, erklärte Bürgermeister Thomas Pardeller (CSU). „Was dann am Ende da steht, werden wir sehen“, so der Rathauschef zu den Ergebnissen der Zusammenarbeit. Für ihn sei vor allem das Thema Netz­ausbau entscheidend, besonders mit Blick auf die Stadtwerke München. Diese würden zwar Gemeinden an die Fernwärme anschließen, aber den Netzausbau innerhalb der Gemeinden nicht stemmen.

8000 Euro an Haushaltsmitteln stellt jedes Mitglied der Arge Wärmewende für 2023 bereit. Das sei der Vorschlag der Gründergemeinden gewesen, erklärte Pardeller auf Nachfrage. Ob die Mittel tatsächlich benötigt werden, sei noch offen. Unter anderem auch, weil der Landkreis München das Projekt im Rahmen seiner 29++ Initiative unterstützt.

Wie der Ausschuss für Energiewende, Landwirtschafts- und Umweltfragen im Kreistag einen Tag nach der Neubiberger Sitzung beschlossen hat, wird der Landkreis selbst der Arge Wärmewende beitreten und die organisatorischen Kosten tragen. Die Belieferung weiterer Gemeinden im Landkreis mit tiefengeothermischer Wärme sei eines der wichtigsten Vorhaben, um die Energiewende im Landkreis zu verwirklichen, begründet der Ausschuss diesen Beschluss.

Welche Gemeinden sich noch der Arge anschließen werden, wird sich in den kommenden Wochen zeigen. Laut Landratsamt habe die Gemeinde Aying bereits Interesse bekundet. In Taufkirchen steht das Thema am 24. November im Gemeinderat auf der Tagesordnung.

Ottobrunn wird sich in der Sitzung des Planungsausschusses am 6. Dezember mit der Arge Wärmewende beschäftigen. Dort hat zudem die Grünen-Fraktion Ende Oktober beantragt, dass sich die Gemeinde der Arge anschließt. „Gerade die schwerwiegenden Veränderungen der Energieversorgung in jüngster Zeit erfordern einen möglichst zügigen Umstieg auf eine nachhaltige Wärmeversorgung“, heißt es in der Begründung. Es sei sinnvoll, die dazu erforderlichen Konzepte und Aktionen gemeinsam mit den Nachbarkommunen zu erarbeiten und abzustimmen, „statt diese in jeder Gemeinde einzeln und jeweils neu zu erfinden.“

Iris Janda

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