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Hier lässt es sich gut leben

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Zahlreiche Zuhörer verfolgten die Präsentation anlässlich der Bürgerversammlung.
Zahlreiche Zuhörer verfolgten die Präsentation anlässlich der Bürgerversammlung. © Fuhrmann

Bei der Bürgerversammlung in Kirchheim, der ersten nach zwei Jahren, standen die Landesgartenschau, die finanzielle Situation der Gemeinde und die Flüchtlinge aus der Ukraine im Vordergrund.

Es war November 2019, als die letzte Bürgerversammlung im Kirchheimer Gymnasiums stattfand. Vor Beginn der offiziellen Versammlung konnten sich damals die Besucher an einem Info-

Markt mit Stellwänden und Plakaten zu dem Bauprojekt Kirchheim 2030 erkundigen und anschließend bei einem Vortrag die aktuellen Daten erfahren. Zwei Jahre danach – wegen der Pandemie immer wieder verschoben – gab es in der Aula des Gymnasiums eine Neuauflage der Bürgerversammlung. Auch diesmal fand eine „Vorab“-Veranstaltung statt: An Info-Ständen und einer Präsentation stellte sich der Freundeskreis Landesgartenschau vor – vertreten durch Dr. Michaela Harlander, Jochen Brecht und Burkhard Tenbusch. Unterstützung gab es noch von dem Aufsichtsratsvorsitzenden Stephan Keck und Maximilian Heyland, Geschäftsführer. Die Besucher erfuhren, dass der Freundeskreis 154 Mitglieder hat und acht Teams sich die Aufgaben teilen.

Allein kam Stefan Roß, Dienststellenleiter der Polizei-Inspektion Haar. Er referierte über die Kriminalitätsentwicklung und Unfallzahlen in der Gemeinde („in Kirchheim lässt es sich gut leben“). Deren Zahlen liegen meist unter dem Landkreis-Durchschnitt. Auch bei Verkehrsunfällen konnte er einen Rückgang melden. „Man soll auf seine Sachen aufpassen“, mahnte Roß und „vor allem bei Telefonbetrügern sofort die Polizei informieren“.

Landrat Christoph Göbel sprach über diverse Schulneubauten und deren finanzielle Aufwendungen für Schulen im Landkreis sowie die Lage des ÖPNV. „Der Nahverkehrsplan Personalverkehr hat bei uns höchste Priorität“, so Göbel, „wir brauchen ein starkes Busangebot mit einer Taktverdichtung“. Zugleich hob er die Bedeutung der Buslinie 262 zur Messestadt Ost hervor. Für Göbel steht ebenso Klima- und Umweltschutz und die damit verbundene Sicherung der Arbeitsplätze ganz oben. In Sachen „Energieversorgung“ sieht er Kirchheim durch die eigene Geothermie bestens aufgestellt. Natürlich ging der Landrat auch auf die aktuelle Lage der ukrainischen Flüchtlinge ein: „Bei uns sind 3000 im Landkreis gemeldet und davon 2300 privat untergebracht“, so Göbel.

Mit der Flüchtlings-Situation begann auch die Präsentation von Bürgermeister Maximilian Böltl. Er bedankte sich bei den Verwaltungs-Mitarbeitern, Gastgebern und ehrenamtlichen Helfern für die Hilfsbereitschaft – unter anderem auch für die sechsstellige Geldspende. „Bei uns sind 150 Flüchtlinge – darunter 100 Kinder“, so Böltl und wies auf die Unterbringung im ehemaligen Kindergarten St. Elisabeth hin. Zudem nannte er Kontakte für Deutschkurse, Hilfsadressen und erwähnte das „Friedenskonzert“ am 25. Mai.

Sein weiterer Vortrag gliederte sich in die Bereiche „Generationen“, „Mobilität“, „Wohnen und Leben“, „Finanzen“ und „Wirtschaft“. Bei „Generationen“ ging es um die beiden Neubauten Haus für Kinder 1 („brauchen mehr Personal“) und Kinder 2 („wird 2025 fertig“) sowie Neubau Gymnasium Kirchheim und den Schulcampus Aschheim. Für die Kleinen stehen neun Spielplätze zur Verfügung. Besondere Erwähnung gab es für das „Jahrgangswäldchen“ und die Erweiterung des Seniorenzentrums sowie eine Demenz-WG in Kooperation mit der AWO in Hausen.

Beim Thema „Mobilität“ informierte der Ratschef über den Rückbau des Alten Hauptstraße, über zwei Fußgänger- und Fahrradbrücken und Umbau S-Bahnhof sowie den Stand von E-Ladesäulen für Autos und Fahrräder. Bei „Wohnen und Leben“ zeigten die Folien den Wohnraum in Kirchheim 2030, den Neubau des Rathauses sowie Ortsparks. Außerdem ging es um diverse kulturelle Veranstaltungen, Testmöglichkeiten (nur noch zwei) und den Ausbau der AFK-Geothermie („sind froh, dass wir die haben“).

Zu den Finanzen: Erfreulich sind vor allem die zum Vorjahr gestiegenen Gewerbesteuer-Einnahmen auf rund 14 Millionen Euro. Wegen der zahlreichen Aufgaben ist leider der Schuldenstand auf zirka 49 Millionen Euro (Haushaltsansatz) gestiegen, dem jedoch zahlreiche eigene Grundstückswerte entgegenstehen.

Geld hat auch mit Wirtschaft zu tun – bei letzterem Thema ging es im Vortrag um den Campus Kirchheim („tolle Entwicklung“) und Campus Heimstetten („in der Konzepthase“) sowie um die Planungsphasen des Businesspark und Handwerkerhof in der Taxetstraße.

Großes Interesse fand der Vortrag „Initiative Generationen Gemeinsam“. Bei der Leuchtturm-Initiative geht es um Alt, Jung, Familien, Ehepaare und Singles aus verschiedenen Gesellschaftsschichten, die sich gegenseitig unterstützen, aber in separaten Wohneinheiten leben. Für dieses Projekt suchen die Initiatoren ein Grundstück für zirka 40 Wohneinheiten. Bürgermeister Böltl war von der Idee begeistert und möchte beim Gemeinderat um Unterstützung werben. Zum Abschluss ging es um die Einzäunung des Außengeländes der Grund- und Mittelschule (abgelehnt) sowie die Pflasterung der Wege rund um das Areal der Landesgartenschau (abgelehnt). Zustimmung fand der Antrag von Constanze Friemert

(IG Wall), die für die Obstbäume im Jahrgangswäldchen nur Arten mit essbaren Obst vorschlug. Ebenfalls positive Meinungen gab es für die Mängelbeseitigung der Radwege im Brunnenviertel und für eine Bürgerbeteiligung bei der Geothermie. Vertagt wurden die Lösungen zur Umstrukturierung des Wertstoffhofes und dem regen Busverkehr in der Zugspitzstraße.

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