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Busbeschleunigung zwischen Neuperlach und Neubiberg

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Von: Iris Janda

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Eine fahrende U-Bahn.
Das Staatsministerium für Wohnen, Bau und Verkehr hat alle Akteure zum Gespräch geladen. © Lennart Preiss/dpa

Der Landkreis will sich mit der Stadt München, der Gemeinde Neubiberg und weiteren Akteuren für die Umsetzung einer Busbeschleunigung zwischen Carl-Wery-Straße und der Äußeren Hauptstraße einsetzen. Lieber wäre den Kreisräten weiterhin die U-Bahn-Verlängerung.

33 Busse pro Richtung und Stunde – so sieht es zu den Hauptverkehrszeiten auf der Carl-Wery-Straße zwischen Therese-Giehse-Allee in Neuperlach-Süd und Zwergerstraße in Neubiberg aus. Fünf Regionalbuslinien des Landkreises und zwei Münchner Linien sind auf dieser Strecke unterwegs. Die größte Liniendichte und Bedienhäufigkeit im gesamten Regionalbusverkehr des Landkreises attestiert eine im November 2020 vom Landkreis beauftragte verkehrstechnische Untersuchung jetzt der Strecke.

Das Durchkommen könnte für die Busse dort in Zukunft immer schwieriger werden. Darauf lässt eine weitere Verkehrsuntersuchung aus dem Jahr 2019 schließen, die in Auftrag der Gemeinde Neubiberg den Knoten an der Kreuzung Äußere Hauptstraße/Auf der Heid betrachtet hat. Die Untersuchung prognostizierte wegen der zu erwartenden Verkehrssteigerung eine Überlastung ebendieser Kreuzung. Grund sind die Erweiterungen auf dem Gelände der Bundeswehr-Universität sowie in besonderem Maße die Wohn- und Gewerbebebauung, die in Neuperlach Süd in den kommenden Jahren entstehen soll.

Wegen dieser absehbaren Entwicklung diskutierte der Mobilitätsausschuss des Landkreises in seiner jüngsten Sitzung die Errichtung eines Busbeschleunigers auf dem Korridor. Die Verkehrsuntersuchung zeigt nämlich, dass eine Entlastung des Bereichs nur durch eine bauliche Veränderung möglich sei. Sowohl eine optimierte Schaltung der Ampel als auch die Umverteilung der bisherigen Verkehrsfläche weg vom Auto hin zum Busverkehr würden die Situation nicht verbessern. Im Gegenteil, eine Umverteilung der Flächen würde sogar zu langen Rückstaus und höheren Wartezeiten – für Pkw-Fahrer und Busse – führen.

Das Gutachten zeigt, dass lediglich eine Verbreiterung der Staatsstraße zwischen Zwergerstraße und Auf der Heid mit beidseitigen Busspuren einen positiven Effekt auf den Öffentlichen Personennahverkehr haben würde. Dort, wo mehrere Spuren zusammenlaufen und die Straßen nicht verbreitert werden kann, würden allerdings Engstellen entstehen, sodass sich zu Stoßzeiten dennoch Staus bilden können.

Dass die Äußere Hauptstraße womöglich verbreitert werde könnte, ist der Gemeinde Neubiberg schon länger bekannt. So berücksichtigte die Verwaltung bei der Planung für das östlich angrenzende Grundstück an der Äußeren Hauptstraße bereits eine Straßenbreite von 28 anstatt der bisherigen 18 Meter.

Nicht nur wegen der bestehenden Verbindungen ist der Korridor für den Landkreis wichtig. Auch ein geplantes, leistungsfähiges Bussystem zum Luft- und Raumfahrtcampus in Taufkirchen, das als Vorläufer zur U5-Verlängerung betrieben werden soll, würde von einer Beschleunigung auf der Achse profitieren.

Bevor die Staatsstraße tatsächlich verbreitert werden kann, sind allerdings noch einige Abstimmungen mit verschiedenen Akteuren nötig. Die Landeshauptstadt muss für die Straßenbaumaßnahmen auf der Carl-Wery-Straße aufkommen, die Baulast für die Staatsstraße ab der Landkreisgrenze trägt der Freistaat. Die Beschleunigungskorridor liegt wiederum auf Neubiberger Gemeindegebiet und auch das direkt anschließende Ottobrunn müsse laut Kreisverwaltung mit einbezogen werden.

Hinzu kommen der MVV, die MVG sowie private Busunternehmen, die die betroffenen Regionalbuslinien betreiben. Wegen der Komplexität des Vorhabens hat das Staatsministerium für Wohnen, Bau und Verkehr noch im Oktober alle Akteure zu einem ersten Abstimmungsgespräch eingeladen.

Der Mobilitätsausschuss sprach sich zwar einstimmig für weitere Gespräche zur baulichen Umsetzung einer Busbeschleuniger-Spur aus. Langfristig hofft das Gremium aber auf eine andere Lösung. Die Kreisräte plädierten nach Diskussion außerdem dafür, dass die Möglichkeit einer raschen Umsetzung der U5-Verlängerung geprüft werden soll – allerdings nicht bis zum TU-Standort in Taufkirchen, sondern vorerst nur bis zur Universität der Bundeswehr. Dort könnte dann auch ein neuer Busknotenpunkt entstehen.

Iris Janda

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