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Für die langen Schlangen gibt es gute Gründe

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Von: Verena Rudolf

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In Aschheim gab es bei der Impf-Aktion viele Impfwillige, zwei Drittel kommen im Landkreis für die Booster-Impfung.
In Aschheim gab es bei der Impf-Aktion viele Impfwillige, zwei Drittel kommen im Landkreis für die Booster-Impfung. © fit

Die Impfbusse machen im ganzen Landkreis München Station und fahren von Gemeinde zu Gemeinde. Und ja, es bilden sich zum Teil sehr lange Schlangen. „Da liegt jedoch keineswegs ein behördliches Versagen vor“, betont Landrat Christoph Göbel beim virtuellen Pressegespräch. 

Die Infektionslage im Landkreis München bleibt dynamisch. Der Drang nach dem bestmöglichen Impfschutz gegen Covid-19 ist groß. Und so geben die Mitarbeiter des Landratsamtes und der Hilfsdienste der Malteser, Johanniter und des Bayerischen Kreuzes bei der enorm gestiegenen Nachfrage nach Impfungen ihr Bestes.

Dennoch: Bei den bisher mehr als 70 Einsätzen der Impfbusse bilden sich auch mal Schlangen — und dafür gibt es mehrere Gründe: Anders als im Frühjahr gibt es jetzt keine Priorisierungen. Alle ab 18 Jahren dürfen für eine Auffrischungsimpfung, die bereits nach fünf Monaten möglich ist, zu den Impfaktionen kommen. Rund 70 Prozent kommen zum Boostern, heißt es aus dem Landratsamt. Und es dürfe jeder kommen, egal ob Landkreis-Bürger oder aus der näheren Umgebung so wie auch aus München.

Zusätzlich komme es leider auch zu zeitlichen Verzögerungen, so der Landrat weiter, wenn Impfwillige im letzten Schritt plötzlich diskutieren wollen, welchen Impfstoff sie bevorzugen. „Ärzte müssen sich teilweise Unglaubliches anhören“, weiß der Landrat und fügt hinzu: „Und es wäre verheerend, wenn Ärzte nicht mehr impfen wollen.“

An dieser Stelle sei betont, dass derzeit keine Wahlfreiheit hinsichtlich des zu verabreichenden Impfstoffs besteht. Laut aktueller Empfehlung der Ständigen Impfkommission (STIKO) haben nur Personen unter 30 Jahren sowie Schwangere Anspruch auf eine Impfung mit dem Impfstoff von Biontech/Pfizer. Personen ab 30 Jahren erhalten mit Spikevax den zweiten, neben Comirnaty zugelassenen
mRNA-Impfstoff.

Ähnlich im Impfzentrum Haar: Für eine Impfung dort bucht man zwar über das Registrierungsportal BayIMCO unter https://impfzentren.bayern einen Termin. Aber: Wartezeiten würden allein vor Ort zum Beispiel durch die erneut zu erfolgende Registrierung entstehen, so Göbel: „In Haar sind allein zwölf Mitarbeiter mit der Registrierung der Ankommenden beschäftigt, diese könnte man sonst ganz anders einbinden.“ Es hake an der Software. Das Landratsamt würde diesbezüglich aber mit dem Freistaat bereits in Verbindung stehen.

Wartezeiten vor den einzelnen Stationen lassen sich natürlich dadurch reduzieren, je mehr Impf-Angebote es landkreisweit gibt. Überdies setze das Landratsamt alle Anstrengung daran, jede einzelne Aktion „besser zu lenken und zu leiten“, so Göbel.

Zwar ist die Zahl der täglich verabreichten Dosen schon jetzt innerhalb sehr kurzer Zeit massiv angestiegen. Rund 1500 Impfungen werden mittlerweile täglich im Landkreis verabreicht. Hinzu kommen dann noch die Impfungen durch die Ärzte. Diese übrigens würden sich derzeit oft mit ihren Vorgängern in Verbindung setzen, um mit diesen gemeinsam — in einer Zeit mit gut gefüllten Wartezimmer — nebenbei noch möglichst viele Patienten zu impfen. Erfreulich ist es also daher, dass ab 1. Dezember sowohl das Impfzentrum Oberhaching am Keltenring als auch als auch ein weiteres Impfzentrum in Unterschleißheim an der Freisinger Straße wieder hinzukommen. Terminvereinbarungen hierfür erfolgen auch über https://impfzentren.bayern. Zusätzlich plant das Landratsamt gemeinsam mit den Kommunen Impf-Tage. Dazu gäbe es auch Überlegungen, ob sich Bürger bei ihrer jeweiligen Gemeinde vorab anmelden können.

Seit vergangenem Wochenende unterstützen auch wieder die Johanniter-Unfall-Hilfe und das Bayerische Rote Kreuz ihren Malteser Kollegen bei den Vor-Ort-Aktionen. „Doch nicht nur die Rettungsdienste auch wir suchen Personal“, sagt der Landrat. Bereits jetzt unterstützen rund 20 Einsatzkräfte des Technischen Hilfswerk die Malteser in Haar. „So war es zum Beispiel möglich, die zweite Impfstraße im Obergeschoss zu öffnen“, so Göbel. Auch bei der Bundeswehr habe man nach logistischer und fachlicher Unterstützung angefragt. „Denn fehlendes Personal ist nun der limitierende Faktor“, stellt der Landrat klar.

Hinweis: In Voll- und Teilzeit sucht die Johanniter-Unfall-Hilfe Ärzte, medizinisches Fachpersonal und Mitarbeiter für Empfang und Betreuung: www.johanniter.de/johanniter-unfall-hilfe/einrichtung/johanniter-impfzentrum-im-landkreis-muenchen-3324/stellenangebote. Per E-Mail an covid19teststation.personal@malteser.org können sich medizinisches Fachpersonal und weitere Mitarbeiter für die Verwaltung an die Malteser wenden. Ebenso hat das Bayerische Rote Kreuz offene Stellen: Das BRK ist per E-Mail an personal-impfzentrum@brk-muenchen.de sowie unter www.brk-muenchen.de/mitarbeiterinnen-impfzentrum erreichbar.

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