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Die Bayerische Eisenbahngesellschaft erteilt Zehn-Minutentakt der S4 nach Haar weitere Abfuhr

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Von: Raffael Scherer

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Eine S-Bahn am Haarer Bahnhof
Pendler zwischen Trudering und Haar müssen sich wohl weiterhin mit den bisherigen Fahrten, meist im 20-Minuten-Takt, zufrieden geben. © oh

Der Antrag des Stadtrats auf einen durchgehenden Zehn-Minuten-Takt der S4 zwischen Trudering und Haar wurde erneut abgewiesen. Laut BEG liege die Taktveränderung finanziell nicht im Bereich des Möglichen.

Haar/Trudering – Das war es erstmal wieder mit den Träumen vom 10-Minuten-Takt der S-Bahn zwischen Trudering und Haar. Nach dem im Juli 2022 gestellten Antrag der Stadträte Hans Peter Mehling und Sebastian Schall (Stadtratsfraktion der CSU mit Freie Wähler) an das Münchner Mobilitätsreferat kam von diesen nun eine klare Abfuhr.

Als Antwort auf den Vorgang „Und sie ist doch möglich: S4 bis Haar – ein Beitrag zur Verkehrswende?“ verwies das Referat auf zwei bereits bekannte Stellungnahmen der Bayerischen Eisenbahngesellschaft (BEG) und fügte noch eine dritte hinzu.

In ihrem ersten Schreiben stellte die BEG damals klar, dass rein „betrieblich“ eine Verlängerung „grundsätzlich machbar“ wäre. Jedoch rechtfertige die gemessene Nachfrage des Ostastes der Linien S4 und S6 keinen ganztägigen Zehn-Minuten-Takt.

„Diese lag mit rund 34.000 Reisenden montags bis freitags vor Beginn der Corona-Pandemie im Mittelfeld derjenigen Linienäste, bei denen ein Zehn-Minuten-Takt in der Hauptverkehrszeit (HVZ) angeboten wird“, so die BEG.

Auch in ihrer zweiten Stellungnahme im vergangenen April schätzte die BEG den Zehn-Minuten-Takt als „fahrplantechnisch theoretisch möglich“ ein. Neben der fehlenden „verkehrlichen Notwendigkeit“ und dem Mangel an Zugfahrzeugen kämen jedoch noch die mangelnden Wendemöglichkeiten für Langzüge mit drei Triebwägen im Gleissystem des Haarer Bahnhofs hinzu. Dazu verwies die Gesellschaft auf die seit Ende 2022 geltende Taktverdichtung von neun weiteren Fahrten zwischen Trudering und Haar von 12.30 bis 14 Uhr, um Schülern einen Nachhauseweg mit geringen Wartezeiten zu ermöglichen.

„Grundsätzlich bedeutet jede zusätzliche Zugfahrt Mehrkosten“, eröffnete die BEG nun ihre dritte Stellungnahme. Da der öffentliche Nahverkehr pandemiebedingt durch weniger Fahrkartenkäufer finanziell ohnehin schwer gelitten habe, könne die BEG nur bei „drastischen Angebotsdefiziten“ in zusätzliche Fahrten investieren. Dies halte sie bei der Strecke derzeit nicht für gegeben. Zudem lasse der strenge Zeitplan am Ostbahnhof kein Fenster für die nötigen „Zugbildungsänderungen“, also An- und Entkoppeln von Wägen. Außerdem könnten die Standzeiten am Ostbahnhof wegen der hohen Auslastung durch die Bahnstrecke München — Geltendorf nicht ausgeweitet werden, da der S4 keine eigenen Gleise zur Verfügung stehen.

Pendlern bleibt also erstmal nichts anderes übrig, als eben bis zu 20 Minuten auf die nächste Bahn zu warten.

Raffael Scherer

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