Die Corona-Lage im Landkreis zu Beginn des neuen Schuljahres 2021/2022

Gemeinsam gut gewappnet in den Herbst

Impfen leicht gemacht: Für eine Impfung in einem Zentrum des Landkreises wie in Haar an der Wasserburger Landstraße ist kein vorher vereinbarter Termin nötig.
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Impfen leicht gemacht: Für eine Impfung in einem Zentrum des Landkreises wie in Haar an der Wasserburger Landstraße ist kein vorher vereinbarter Termin nötig.

Nun ist auch in Bayern für rund 1,64 Millionen Schüler das neue Schuljahr gestartet. Doch die Schulgemeinde macht sich so ihre Gedanken, was das Schuljahr 2021/2022 mit sich bringt. Denn die Zahl an Neuinfektionen im Landkreis München, so jüngst Landrat Christoph Göbel, ist eine „stattliche“ mit Trend nach oben.

Bislang gab es mehr als 85 Sonderaktionen mit knapp 4600 Impfungen im Landkreis München. Denn: Es gilt auch weiterhin, die Impfung zu all den Menschen zu bringen, die sich bisher nicht gegen Covid-19 geimpft haben. Die Lage ist angespannt, die Zahl der Infektionen geht nach oben. Zunächst stehen Landkreis-Bürgern und allen anderen Impfwilligen bis Ende Oktober noch alle vier Impfzentren des Landkreises zur Verfügung, darüber hinaus bis April 2022 dann nur noch das Impfzentrum Haar an der Wasserburger Landstraße.

Derzeit heißt es in allen vier Zentren: „Impfen ohne Termin“. Impfwillige können zu den Öffnungszeiten einfach für die Erst- beziehungsweise Zweitimpfung vorbeikommen. Überdies gibt es als nächste Sonderaktion des Landkreises am Donnerstag, 16. September, von 11 bis 17 Uhr eine Impfaktion am Bretonischen Ring in Grasbrunn. Eine weitere Station des Impfbusses ist unter anderem die Realschule Neubiberg an der Buchenstraße 4 am Montag, 20. September, von 13 bis 17 Uhr. Informationen rund um die Impfungen und zu den Terminen gibt es unter www.landkreis-muenchen.de/jetztimpfen.

Nach der Impfaktion „Back to school“ des Landratsamtes am Montag appelliert Landrat Christoph Göbel auch weiter an
Familien, ihre über zwölfjährigen Kinder impfen zu lassen, vor allem, da die Ständige Impfkommision (Stiko) dies mittlerweile empfiehlt. Die zweimalige Impfung befreit Schüler überdies von der Testpflicht. Schüler ohne vollständigen Impfschutz müssen sich an weiterführenden Schulen seit diesem Schuljahr drei Mal pro Woche testen.

Zudem müssen geimpfte Schüler nicht in Quarantäne. „Je höher die Impfquote ist, desto besser sind die Schulen gewappnet“, fasst Göbel zusammen. Gewappnet für ein neues Schuljahr, das keinen Distanz- und Wechselunterricht bieten soll, sondern ein „tägliches Lernen“ in der Schule, so verspricht es zumindest Kultusminister Michael Piazolo.

An Grund- und Förderschulen hat Bayern seit dem neuen Schuljahr das sogenannte Lolli-Verfahren eingeführt, bei dem zwei Mal pro Woche eine Speichelprobe genommen wird. Zusätzlich wird neben der Poolprobe eine Einzelprobe jedes Schülers genommen. Beide Proben werden im Labor ausgewertet. Im Fall einer Infektion wird überdies nicht mehr per se die ganze Klasse in Quarantäne geschickt, sondern nur noch das unmittelbare Umfeld. „Die engen Kontaktpersonen habe die lokale Gesundheitsbehörde mit ,Augenmaß und Sachverstand‘ zu ermitteln“, zitiert der Landrat die neuen Vorgaben der Bayerischen Staatsregierung.

Bei Kindern im Grundschulalter diese Kontaktpersonen herauszufiltern, sei indes „lebensfremd“, so der Landrat weiter. Da mögen die Kinder im Klassenraum, auch bei einer Durchmischung im Religions- beziehungsweise Ethik-Unterricht genügend auf Abstand sitzen und in den ersten Schulwochen auch am Platz eine Maske tragen, aber auf dem Schulweg oder im Pausenhof halten Kinder wohl kaum den Abstand, auf den es aber weiter ankomme. Für die Zuordnung, wer Kontaktperson ist, gelten weiter die bisherigen Vorgaben des Robert-Koch-Instituts (RKI), betont Gerhard Schmid, Leiter des Gesundheits-Referats im Landratsamt.

Einfluss auf die Quarantäne habe jedoch auch, ob der Klassenraum mit einem Luftfilter ausgestattet sei. 118 Luftreinigungsgeräte wurden für die kreiseigenen Schulen bereits beschafft, 94 weitere Geräte sollen noch hinzukommen. Für die Schulen des Zweckverbandes wurden 99 Geräte angeschafft, weitere 630 Räume wären förderfähig, das ergab die Abfrage im Juli.

„Ein Freitesten ist dafür nun ab fünf Tagen möglich, das ist ein Riesenunterschied“, sagt Schmid. Und mit „Augenmaß und Sachverstand“ bedeutet für Schmid auch, dass er bei künftigen Entscheidungen auch „die Bildungsgerechtigkeit im Blick behalten“ werde.

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