Momente der Freiheit trotz Einschränkungen

Die Unterhachinger Heilandskirche bietet theologischen Diskurs bei „theology & beer“

Eingang der Heilandskirche in Unterhaching
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Mit der Aktion „Frei.Sein“ bietet die Unterhachinger Heilandskirche ein buntes Programm.

Mit dem Thema „Frei.Sein“ beschäftigt sich seit Ostern eine Programmreihe der evangelischen Heilandskirche in Unterhaching. Bei „theology & beer“ wird über theologische Fragestellungen diskutiert.

„Wo sind Freiräume, die wir gestalten können?“ – diese Frage stellt sich die Heilandskirche aus Unterhaching mit ihrer siebenwöchigen Oster-Programmreihe „Frei.Sein“, die noch bis Pfingsten geht. „In der derzeitigen Situation sind die Menschen so eingeengt durch Restriktionen. Bei vielen entsteht das Gefühl, dass gar nichts mehr möglich ist“, verdeutlicht Pfarrer Fabian Ludwig. „Wir wollen Lichtblicke gestalten, Fünkchen der Freitag. So können die Menschen vielleicht auch innere Freiheit finden.“

Startschuss der Programmwoche war der Vernissage-Gottesdienst mit einer Bild-Installation von Peter Casagrande, die noch bis 22. Mai in der Heilandskirche besucht werden kann. „Wir wollten mir der ersten Aktion einen künstlerischen Freiraum schaffen“, verdeutlicht Ludwig. Auch eine Osterschnitzeljagd mittels App gab es bereits. Am morgigen Sonntag, 25. April, findet die nächste Action statt. Da liefert der Musiker Andi Weiss im Rahmen des Hauptgottesdienstes eine Mischung aus Klavier, Gesang und inspirierenden Worten. In eine andere Richtung geht „theology & beer“ am Mittwoch,

28. April, ab 19.30 Uhr. „Die ganzen Bildungsveranstaltungen, die sonst stattfinden, sind derzeit nicht möglich. Wir wollten deshalb etwas theologisches anbieten“, erklärt der Pfarrer. So entstand die Idee zum virtuellen theologischen Quartett, das er gemeinsam mit Vikarin Christiane Renner von der Lätare-Gemeinde in Neuperlach, der promovierten Theologin Nora Meyer von der LMU sowie Pfarrer Philipp Stolz von der Jubilatekirche in Putzbrunn veranstaltet. Doch nicht nur das Quartett wird debattieren, jeder ist dazu eingeladen, mitzusprechen. „Wir laden die Leute explizit dazu ein, ihr Feierabendbier, ein Glas Wein oder einen Gin Tonic dazu zu trinken“, sagt der Unterhachinger Pfarrer. Natürlich könnten alkoholfreie Getränke ebenso getrunken werden. Wichtig sei, dass es keine steife Veranstaltung wird.

„Man kann sich nach Feierabend überlegen, ob man die hundertste Netflix-Serie schauen will oder was anderes, mal wieder mit Menschen“, so Fabian Ludwig. Auch hier soll es um Freiheit gehen: Was hat die Theologie in diesen Zeiten zum Thema Freiheit zu sagen? Was bedeutet es für religiöse Menschen vor dem Hintergrund der aktuellen Restriktionen frei zu sein? Bisher gebe es bereits die ersten Anmeldungen für die Online-Konferenz. „Generell ist es schon so, dass sich die Menschen zu Corona-Zeiten noch weniger als sonst festlegen“, meint Ludwig. Das sei gerade das, was viele aktuell belaste, dass alles geplant werden müsse – mittlerweile sogar der Gang in Geschäfte. „Da geht viele Spontaneität verloren“, so der Pfarrer.

Für Fabian Ludwig, der seit Mai 2019 Pfarrer der Heilandskirche ist, machte die Pandemie das Einleben in die Gemeinde nicht leicht: „Im ersten halben Jahr hatte ich noch viel mit dem Neubau des Gemeindezentrums zu tun. Gerade als ich erste Ideen verwirklichen wollte, kam die Pandemie.“ Nach dem Gottesdienst dürfe er niemanden zum Abschied die Hand geben oder ein paar Worte sprechen, „gerade da entstehen oft die wichtigsten Gespräche“.

Die Zeit im ersten Lockdown nutzte er, um die Homepage der Pfarrgemeinde zu überarbeiten und den Newsletter einzurichten. Mit Aktionen wie „Frei.Sein“ hofft er trotz erschwerter Bedingungen die Menschen erreichen und Gemeinschaft leben zu können. Denn er sehe die Gefahr, dass sich alle in ihre Schneckenhäuschen zurückziehen. „Und was erst mal gestorben ist, ist nicht mehr so leicht zu beleben.“ Seine große Hoffnung ist, dass bei den Menschen eine neue große Wertschätzung für Gemeinschaft entstehen wird. Die Kirche sei dann ein noch interessanterer Ort für alle, „ein Ort, an dem man Gemeinschaft leben kann“.

Iris Janda

„theology & beer“ findet am Mittwoch, 28. April, um 19.30 Uhr via Zoom statt. Informationen und Anmeldung unter www.unterhaching-evangelisch.de/

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