Kandidaten bringen sich in Position

Direktkandidaten aus dem Landkreis München für die Bundestagswahl im September

Blick auf den Plenarsaal des Bundestags in Berlin.
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Als Direktkandidaten für die Bundestagswahl im September kandidieren aus dem Landkreis München altbekannte Gesichter und Bundestags-Neulinge.

Knapp sechs Monate vor der Bundestagswahl am 26. September bringen auch die Landkreis-Verbände ihre Direktkandidaten in Position.

Das Ergebnis der Aufstellungsversammlung der CSU München-Land sorgte für keine Überraschung: 96,4 Prozent der Delegierten wählten den Bundestagsabgeordneten Florian Hahn am 20. März in Unterschleißheim erneut als Direktkandidaten für die Bundestagswahl. Der 47-jährige Putzbrunner sitzt bereits seit 2009 im Bundestag.

„Florian Hahn hat ein offenes Ohr für die Bürgerinnen und Bürger, er setzt sich in Berlin erfolgreich für den Landkreis ein und wird von der Landesgruppe bis hin zum Ministerpräsidenten hoch geschätzt“, so Landrat Christoph Göbel in seiner Ansprache zum Wahlvorschlag. Einen Gegenkandidaten gab es nicht. Die einstündige Aufstellungsversammlung fand unter strengsten Hygienevorschriften im Hans-Bayer-Stadion in Unterschleißheim statt.

Florian Hahn wurde bei der CSU-Aufstellungsversammlung unter freiem Himmel zum Direktkandidaten für die Bundestagswahl gewählt.

Florian Hahn betonte in seiner Rede seine Aufgaben als Abgeordneter für den Landkreis und europapolitischer Sprecher der CDU/CSU im Deutschen Bundestag sowie als stellvertretender Generalsekretär der CSU. Er ging in seiner Rede an die Delegierten auch auf den Maskenskandal ein, der das Vertrauen in die CSU erschüttert. „Einige wenige machen aus der Not ein persönliches Geschäft.“ Als stellvertretender CSU-Generalsekretär kündigte er strikte Konsequenzen an: „Es darf nicht sein, dass das Vertrauen der Menschen verloren geht.“

Mit dem Klima lasse sich nicht verhandeln

Eine Woche nach der CSU folgten die Landkreis-Grünen. Am 27. März haben sie für den Wahlkreis 221 (München-Land) ihren Direktkandidaten für die Bundestagswahl gewählt. In ihrer über 40-jährigen Geschichte erfolgte dies erstmalig digital. Mit 95,4 Prozent erhielt Toni Hofreiter einen eindeutigen Vertrauensbeweis von der Basis. Der 51-jährige Abgeordnete gehört seit 2005 dem Parlament an und ist seit acht Jahren Fraktionsvorsitzender der Grünen im Bundestag. In seiner Bewerbungsrede unterstrich der promovierte Biologe die Notwendigkeit einer Politikwende. Die Corona-Pandemie habe verdeutlicht, wie wichtig Wissenschaft für Leben und Politik sei. Denn weder mit einem Virus noch mit dem Klima lasse sich verhandeln.

Grünen-Fraktionsvorsitzender Anton Hofreiter wurden bei einer digitalen Abstimmung für die Bundestagswahl aufgestellt.

Die Kreisvorsitzenden Sabine Pilsinger und Volker Leib betonten: „Wir freuen uns auf einen leidenschaftlichen Wahlkampf mit Toni Hofreiter und werden in allen 29 Kommunen im Landkreis München deutlich machen, dass es starke Grüne in der nächsten Bundesregierung braucht, um die Klimaziele zu erreichen. Wir freuen uns auf das Duell Hofreiter gegen Hahn im Wahlkreis München-Land!“ Mit Blick auf die CSU im Landkreis ergänzten sie: „Der Kreisvorstand der Grünen hat sich in Anbetracht der steigenden Corona-Zahlen im Landkreis bewusst gegen eine Präsenz-Versammlung entschieden – aus Solidarität mit denen, die ihre Bühnen, Säle, Betriebe und Sportstätten geschlossen halten müssen.“

Für die SPD im Landkreis München, dem größten Landkreis Bayerns, gibt es vorerst keinen Kandidaten für die nächste Legislaturperiode im Bundestag. Die Planeggerin Bela Bach, die im Februar 2020 als Nachrückerin in den Bundestag kam, will nicht mehr antreten. Auslöser war die Landesvertreterversammlung der Sozialdemokraten, bei der Bach keinen aussichtsreichen Listenplatz bekommen hat. Weitere politische Ämter strebe Bach gegenwärtig nicht mehr an. Derweil hat sich Korbinian Rüger, ebenfalls Planegger, mit einem Schreiben an die Kreis-SPD-Mitglieder selbst ins Spiel gebracht. Ob er nun statt Bach kandidieren wird, ist allerdings noch unklar. Am schlechten Listenplatz würde das nichts ändern.

Zwei weitere Direktkandidaten kommen aus dem südöstlichen Landkreis München. Die FDP stellte mit dem Oberhachinger Axel Schmidt bereits im September 2020 ihren Mann für Berlin auf. Schmidt, der auch bei der Kommunalwahl 2020 für das Amt der Bürgermeisters antrat, erhielt auf der Wahlkreisversammlung in Taufkirchen 42 von 49 Stimmen und damit das bisher höchste Ergebnis aller FDP-Bundestagskandidaten in Bayern. Als Bezirksvorsitzender der Liberalen in Oberbayern wird er auch um einen vorderen Listenplatz unter den Top 10 kämpfen.

Die ÖDP stellte Ende Januar mit Yannick Rouault ihren Direktkandidaten auf. Er lebt in Ottobrunn und ist im dortigen Ortsverband aktiv. Der 27-Jährige engagiert sich seit drei Jahren für die ÖDP. Er tut dies, weil diese trotz ihres Status als Kleinpartei so kompromisslos und unermüdlich für den Umweltschutz eintritt, wie sie es zuletzt beim Volksbegehren Artenvielfalt unter Beweis gestellt hat. Auch ihre kritische Einstellung gegenüber eines von vielen Seiten propagierten, endlosen Wachstums zeuge von einer rea­listischen und weitsichtigen Politik, die auch dem Deutschen Bundestag gut täte, so Rouault.

Die Linke Bayern hat in den Mainfrankensälen in Veitshöchheim ihre Landesliste aufgestellt. Eva-Maria Schreiber wurde von den Delegierten mit knapp 79 Prozent auf Platz sieben gewählt. Schreiber vertritt die Partei schon seit knapp vier Jahren im Bundestag. Ihr Wahlkreis ist München Land, sie betreut aber auch Ingolstadt und die Oberpfalz. Deshalb tritt sie im September als Direktkandidatin im Wahlkreis Regensburg an.

Für die AfD kandidiert der Putzbrunner Gerold Otten, der die vergangenen vier Jahre in Berlin saß, für das Bundestagsmandat. Bei der Abstimmung wurde er mit einer Gegenstimme, aber ohne Gegenkandidat gewählt.

ija

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