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Ein Nachmittag für geflüchtete ukrainische Kinder in Neubiberg

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Von: Iris Janda

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Mehrere Kinderhände greifen im Zentrum des Bildes ineinander.
Beim gemeinsamen sportlichen Nachmittag mit geflüchteten Kindern und Kindern von Uni-Angehörigen in Neubiberg soll die Gemeinschaft gestärkt und die Integration gefördert werden. © pixabay

Vor allem Frauen und Kinder sind vor dem Krieg in der Ukraine in den Landkreis geflüchtet. Um ihnen einen Tag voller Freude zu bereiten und sie noch besser in die Gemeinde zu integrieren, veranstaltet die Universität der Bundeswehr in Neubiberg einen Sportnachmittag für Kinder.

„Moving together – gemeinsam für ukrainische Kinder“ – unter diesem Motto veranstaltet die Familienservicestelle der Universität des Bundeswehr gemeinsam mit dem Sportzentrum der Uni am kommenden Samstag, 25. Juni, von 14 bis 18 Uhr einen Sportnachmittag im Sportzentrum an der Zwergerstraße. Dabei stehe nicht das Gewinnen, sondern der Spaß am gemeinsamen Sport treiben und neue Dinge ausprobieren im Vordergrund, erklärt Sofie Fertig. Sie ist Koordinatorin der Familienservicestelle und organisiert die Action.

An dem gemeinsamen Sportnachmittag nehmen insgesamt 40 Kinder im Alter von sechs bis zwölf Jahren teil, 20 ukrainische Geflüchtete und 20 von Universitätsangehörigen. „Wir haben im Zuge des Krieges gegen die Ukraine überlegt, wie wir als Familienservicestelle der Uni auch helfen können“, erklärt Fertig die Beweggründe. Da die Mittel relativ begrenzt seien, kam die Idee, innere Ressourcen zu nutzen und gemeinsam mit dem Sportzentrum der Uni die Veranstaltung auf die Beine zu stellen.

Auch ein anderer wichtiger Grund sprach für Fertig dafür, ein Sportevent für die Kinder zu veranstalten: „Sport kennt keine Barrieren! Man spielt überall die selben Spiele und versteht sich auch darüber.“ Angeboten werden an sechs Stationen Geschicklichkeits- und Wurfspiele, wie etwa Dosenwerfen, Slackline oder Jonglieren.

Die Kinder werden in zwei Altersgruppen aufgeteilt und rollieren an den verschiedenen Stationen. Bei jedem Spiel steht ein ehrenamtlicher Stationsleiter sowie jemand, der für die Kinder bei Nachfragen dolmetscht. Am Ende des sportlichen Nachmittags findet für Ehrenamtliche wie Teilnehmer ein Ausklang in der Gaststätte Minoa statt.

Durch den Sportnachmittag sollen die ukrainischen Kinder noch besser in das Gemeindeleben integriert werden. Denn die Universität ist ebenso wie die Sportstätten ein teil davon. „Viele der Eltern können die Sprache nicht und haben vielleicht auch Hemmungen, die Angebote des Vereinssports in Anspruch zu nehmen. So lernen sie das Sportzentrum kennen und sehen, was hier alles geboten ist“, meint Fertig. Darüber hinaus soll den ukrainischen Kindern, die Kriegsschrecken und Flucht miterlebt haben, ein schöner Tag mit viel Spaß und Freude bereitet werden.

Noch einen weiteren Zweck hat der Sportnachmittag: „Die Menschen sind direkt vom Krieg betroffen und viele schrecken uniformierte Soldaten womöglich ab“, erklärt Fertig. „Die Idee ist zu zeigen, dass die Soldaten viele Gesichter haben. Wir wollen mit dem niederschwelligen Angebot die Hand reichen.“ Hintergrund ist auch, dass die Universität und viele Geflüchtete quasi Nachbarn sind. Der Landkreis hat auf dem Gelände der Bundeswehr-Uni an der Biberger Straße in Unterhaching ein Containerdorf errichtet, in dem schon einige Ukrainer eingezogen sind. In den kommenden Wochen und Monaten sollen dort bis zu 260 Personen leben. Auch wenn es von dort keinen direkten Zugang zum Uni-Gelände gibt, könne beispielsweise an militärischen Nachmittagen könne nicht ausgeschlossen werden, dass die Geflüchteten uniformierte Soldaten sehen.

Finanziell unterstützt wird der sportliche Nachmittag vom Landratsamt München sowie vom Freundeskreises der Universität der Bundeswehr München. „Auch die Gemeinde unterstützt uns hier unkompliziert und unbürokratisch und hat kostenfrei die Sportplätze für uns reserviert“, berichtet die Koordinatorin. Zum Abschluss erhalten die Kinder T-Shirts mit dem Logo der Veranstaltung – „als schöne Erinnerung an diesen Tag“.

Iris Janda

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