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Abschied von den U-Bahn-Träumen

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Von: Verena Rudolf

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Eine Verlängerung der U2 nach Heimstetten ist endgültig vom Tisch.
tru_ubahn.jpg © MVV

Eine Verlängerung der U2 nach Heimstetten ist vom Tisch. Nachdem eine erneute Untersuchung ein miserables Kosten-Nutzen-Ergebnis ergeben hat, hat sich der Kreistag endgültig von dem Projekt verabschiedet.

Heimstetten – Kirchheims Bürgermeister und Kreisrat Maximilian Böltl war ausschlaggebend für die neueste Untersuchung. Er hatte die Überprüfung der Verkehrswertuntersuchung für die Verlängerung der U-Bahnlinie 2 von der Messestadt Ost bis Heimstetten anhand verschiedener Annahmen gefordert. So sollte die Trassenführung rein oberirdisch erfolgen. Haltepunkte sollten an der Kreisstraße M1 in Feldkirchen am südlichen Gewerbegebiet und in Heimstetten am südlichen Gewerbegebiet in Höhe Bahnhof liegen. Außerdem sollte der zu erwartende Anstieg von Einwohnern und Arbeitnehmern in den beiden Orten sowie in benachbarten Kommunen berücksichtigt werden.

Außerdem sollten die Auswirkungen einer Verknüpfung mit der S-Bahn-Linie 2 und der Nachfrage-Faktor einer damit neu entstehenden direkten Verbindung zwischen Flughafen (Erdinger Ringschluss) und Messe in die Berechnungen einfließen.

In Abstimmung mit den Gemeinden Feldkirchen und Kirchheim konnten die Rahmenbedingungen für die erneute Verkehrswertabschätzung der U-Bahnverlängerung abgesteckt werden. Als Haltestellenlage wurde in Feldkirchen eine oberirdische Lage an der Kreisstraße M1 am südlichen Gewerbegebiet festgelegt. In Kirchheim-Heimstetten wurde eine unterirdische Lage unter dem Java-Weg festgelegt. Die unterirdische Lage in Kirchheim-Heimstetten sollte einen späteren Weiterbau der U-Bahnlinie, kurze Umsteigezeiten und eine einfache städtebauliche Integration ermöglichen. Die Prognosen für den zu erwartenden Anstieg von sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplätzen und Einwohnern wurden von den Gemeinden zugeliefert und vom Verkehrswertgutachter Intraplan Consult GmbH ins Verkehrsmodell eingepflegt. Zusätzlich wurde auch der Erdinger Ringschluss im Modell berücksichtigt. Auch das Verkehrsaufkommen durch Messeverkehre wurde repräsentativ im Verkehrsmodell in Form einer ganzjährigen Messe durchschnittlicher Größe abgebildet.Doch die Ergebnisse, die die Intraplan Consult GmbH jetzt dem Ausschuss für Mobilität und Infrastruktur des Kreistags vorgelegt hat, sind ernüchternd. „Die verkehrliche Wirkung dieser Variante ist schlechter als die Variante über die Tunnelstrecke nach Heimstetten, Räterstraße über Feldkirchen (S-Bahn)“, heißt es in dem Gutachten. Die Investitionen in die ortsfeste Infrastruktur würden etwa 203 Millionen Euro betragen. Bezogen auf den Kilometer Streckenlänge ergebe dies im Vergleich zu anderen Projekten unterdurchschnittliche 35 Millionen Euro je Kilometer durch die überwiegend oberirdische Trasse. „Nach dem bisherigen Verfahren der Standardisierten Bewertung sind die Kosten höher als die Nutzen. Für ein Nutzen-Kosten-Verhältnis größer 1,0 müssten sich die Nutzen jedoch mindestens versechsfachen“, so die Gutachter. Angesichts dieser Einschätzung sah der Kreistag keine Möglichkeit, das Projekt Verlängerung der U2 nach Heimstetten weiter zu verfolgen.

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