Diskussion um ÖPNV im Münchner Nordosten

Landschaft und Wohnqualität könnten leiden

Die Gemeinde Feldkirchen zieht den Weiterbau der U2 nach Osten einer S-Bahn-Verschwenkung vor.
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Die Gemeinde Feldkirchen zieht den Weiterbau der U2 nach Osten einer S-Bahn-Verschwenkung vor.

Wenig Bahnlärm und positiv für die Ortsentwicklung — das wäre aus Feldkirchner Sicht der Weiterbau der U2. Welche massiven Nachteile die Verschwenkung der S-Bahn zwischen Riem und Markt Schwaben hätte, darüber informieren CSU, UWV, SPD und Grüne.

Münchner Nordosten - Vor den Toren der bayerischen Landeshauptstadt und in unmittelbarer Nachbarschaft zur Messe München liegt Feldkirchen sowohl als Wirtschaftsstandort als auch verkehrstechnisch ideal. Doch sind die Verkehrsadern durch, wie auch am Ort vorbei, voll ausgereizt. Nach einem CSU-Antrag soll sich Bürgermeister Andreas Janson (UWV) in den Kreis- und verkehrsplanerischen Gremien dafür einsetzen, dass optimaler Weise durch den Weiterbau der U-Bahn von der Messestadt über Feldkirchen-Süd bis Heimstetten Feldkirchens Bürger von Bahnlärm verschont sowie die Ortsentwicklung nicht beeinträchtigt werde.

Ende 2020 hat die Messe München ihre Vorstellung zum sogenannten Messeschwenk der S-Bahnstrecke in Kombination mit dem viergleisigen Ausbau des Streckenabschnitts München Ost bis Markt Schwaben vorgestellt. Sollte diese Verschwenkung der S-Bahn zwischen Riem und Markt Schwaben nach Süden über die Messe München realisiert werden, kommen massive Nachteile auf Feldkirchens Bevölkerung und den Ort zu, wie jüngst CSU, UWV, SPD und Grüne in einem Flyer informierten.

Das Bauerwartungsland werde durch dieses Vorhaben komplett zerstört. Flächenfraß sowie massive Eingriffe in sensible Naturflächen, Biotope aber auch in den für die Region wichtigen regionalen Grünzug erfolgten dadurch. Die Zerschneidung landwirtschaftlicher Flächen und massive bis zu sechs Meter hoch Lärmschutzmaßnahmen zerstören nachhaltig die Landschaft und die Wohnqualität.

Einstimmig wurde der CSU-Antrag im Bau- und Umweltausschuss beschlossen und auch Bürgermeister Andreas Janson begrüßte den Vorschlag, das Projekt zu forcieren.

Christian Wilhelm (SPD) befürchtete, dass eine dezidierte Trassenführung eher nicht Ziel führend sei. Eine Trasse sollte erst im Planungsverlauf herausgearbeitet werden. Das wiederum war Stefan Seiffert (CSU) wiederum zu geruhsam. Kurzer Hand wurde die gewünschte Trasse zur „bevorzugten U-Bahn-Trasse“ umformuliert.

In der Verwaltungsvorlage hatte man die Historie der Planung kurz skizziert. Bereits 2005 wurde im Verkehrskonzept für den Münchner Osten die Verlängerung der U-Bahn bis Feldkirchen thematisiert.

Jansons Amtsvorgänger Werner van der Weck (SPD) hatte bereits im Juni 2017 schriftlich fixiert, dass seitens der Gemeinde Feldkirchen „keine Zusage erteilt wird“, eine Verschwenkung der S-Bahnlinie über Feldkirchner Gemeindegebiete führen zu lassen. Nun werden sich übergeordnete Kreisgremien und Planungsverbände mit der Thematik beschäftigen. Anna Redinger

Schreiben an Bürgermeister Böltl gibt U-Bahn-Trassenverlauf vor

Kirchheim - Kirchheims Bürgermeister Maximilian Böltl hat Post bekommen. Mit dem Antrag von Gemeinderat-Mitglied Beate Neubauer (CSU) soll sich Böltl „bei den zuständigen Gremien für eine beschleunigte Untersuchung, Planung und Realisierung einer U-Bahn-Anbindung von Feldkirchen und Heimstetten einsetzen“. In dem Schreiben wird der Trassenverlauf vorgegeben: Fortführung der U-Bahnlinie von der „Messestadt Ost“ kommend südlich der A94 bis nach Feldkirchen, Fortführung entlang der M1 bis nach Heimstetten und hier die Verknüpfung mit der S2. In dem CSU-Antrag wird auf die Probleme der Nachbargemeinden hingewiesen: „Ein U-Bahnhof mit zugehöriger P&R Anlage am Gewerbepark im Feldkirchner Süden würde den Durchgangsverkehr in Feldkirchen in Richtung Messe spürbar reduzieren: Die Einwohner aus Ottendichl und Haar können im Süden Feldkirchens sofort auf das U-Bahnnetz umsteigen, ebenso der Verkehr aus dem Ebersberger Landkreis.“ Die Ratsmitglieder befürworteten einstimmig den Antrag.    Gerhard Fuhrmann

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