Bezug für den Winter 2022 vorgesehen

Flüchtlingsunterkunft an der Hachinger Haid in Unterhaching wird erweitert

Eingang zur Flüchtlingsunterkunft an der Hachinger Haid in Unterhaching.
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Die Flüchtlingsunterkunft an der Hachinger Haid soll durch einen zusätzlichen Bau auf dem Grundstück erweitert werden.

Das Landratsamt München möchte die seit Anfang 2015 bestehende Flüchtlingsunterkunft in Unterhaching nördlich der Kapellenstraße erweitern. Der Gemeinderat Unterhaching gab im Juli dafür grünes Licht. Der Kreisausschuss stimmte nun über eine Kostenerhöhung ab.

22 neue Wohneinheiten für Flüchtlinge sollen zusätzlich zu dem bestehenden Einheiten im südlicheren Bereich des nahe am Hachinger Bach gelegenen Grundstücks entstehen. Die vorgesehene Planung sei ein Kompromissvorschlag, wie Amtsleiter Simon Hötzl erklärt. „Das Landratsamt hat sich deutlich von seinen ursprünglichen Forderungen gelöst“, so Hötzl. Die Anzahl der neuen Unterkunftsplätze wurde von 130 auf 116 reduziert.

Wichtig sei, dass so erweitert werde, dass die Flüchtlinge sozial in das Gemeindeleben integriert werden können.
Die Gemeinde sei laut Hötzl nach dem Quotenschlüssel zur Verteilung von Asylbewerber weit unter der Anzahl, die sie aufnehmen müsste. Eine Erweiterung der bestehenden Unterkunft sei allerdings die einzige Möglichkeit, mehr Flüchtlinge aufzunehmen.

Das bestätigte auch Sabine Kohler vom Landratsamt München, die in der Sitzung die Frage der Gemeinderäte zu dem Vorhaben beantwortete. Das Grundstück der Bundeswehr an der Biberger Straße, auf dem bereits die Traglufthallen standen, könne nicht zur Flüchtlingsunterbringung genutzt werden, weil die Bundeswehr das Gelände selbst bebauen wolle.

Auch das Bestandsgebäude sei nach sechs Jahren renovierungsbedürftig. Die Unterkunft wurde wie eine Containeranlage eingerichtet, die ursprünglich nicht auf einen so langen Nutzungszeitraum ausgelegt war. Gemeinderätin Claudia Köhler (Grüne) bestätigte den schlechten Zustand des Bestandes. Es stehe in der Unterkunft beispielsweise nicht einmal gleichzeitig ausreichend Warmwasser für alle Bewohner zur Verfügung.

„Die Errichtung des Bestandsgebäudes erfolgte in der ,Hochzeit‘ der Flüchtlingsströme und war vorrangig auf eine schnelle Errichtung ausgerichtet, damit die Flüchtlinge aus der damaligen Notunterbringung (Turnhallen) ausziehen konnten“, heißt es aus dem Landratsamt. Die notwendigen Sanierungsarbeiten, etwa an den Gemeinschaftsduschen und -toilettenanlagen, plant das Landratsamt nach dem Bezug der neuen Unterkunft.

Bevorzugt werden deshalb zunächst Familien aus dem bestehenden Heim einziehen, die während der Sanierungsarbeiten eine Unterkunft brauchen. Eine weitere Belegung sei davon abhängig, welche Situation zum Einzugszeitraum bestehe. So könnte beispielsweise aus anderen Unterkünften Umzugsbedarf bestehen. „Vorrangig sollen jedoch Familien dort untergebracht werden, da der Gebäudegrundriss auf diese zugeschnitten ist“, erklärt die Behörde. Auch Wohngemeinschaften wären denkbar. Nach derzeitigem Entwurf sollen zwölf der 22 Wohneinheiten für je sechs Personen entstehen, sechs weitere bieten Platz für je vier Personen. Auch zwei barrierefreie Wohnungen sind geplant.

Das Unterhachinger Gremium sprach sich im Juli mit einer Gegenstimme für die Erweiterung der Flüchtlingsunterkunft an der Hachinger Haid aus. Nun beschäftigte sich der Kreis-Ausschuss für Bauen und Schulen in seiner ersten Sitzung nach den Sommerferien mit dem Thema. Es ging um eine Erhöhung der Kostenschätzung für das Gesamtprojekt von 5,4 auf aktuell 7,4 Millionen Euro. Grund ist vor allem die geplante Holz-Modulbauweise.

Sie ist nötig, weil die Bauzeit auf dem Gelände wegen des laufenden Betriebs der bestehenden Unterkunft kurz gehalten werden soll. Die Preissteigerung von Holz im Vergleich zum Vorjahr – laut Statistischen Bundesamt um 28,5 Prozent – sowie Lieferschwierigkeiten in Teilen der Baubranche führen zu den erhöhten Kosten.

Der Landkreis muss bei den Bau- und Planungskosten in Vorleistung gehen. Die Refinanzierung erfolgt über die Nutzungsdauer durch die Regierung von Oberbayern über eine monatliche Pauschale pro Unterkunftsplatz. Mit den erhöhten Baukosten und einer Nutzungsdauer von 15 Jahren bewegt sich das Projekt an der Obergrenze des Kostenrahmens, der übernommen wird. Bei weiterer Kostensteigerung müssten die Wohn- und Qualitätsstandards reduziert oder eine Nachnutzungsdauer berücksichtigt werden.

Um ein möglichst wirtschaftliches Angebot zu erhalten, werde bei der Vergabe nicht die Holzbauweise zwingend vorgeschrieben. Ausschreibung und Vergabe sind noch im Herbst/Winter 2021/2022 vorgesehen. Damit könnten die ersten Bauarbeiten schon im Frühjahr 2022 beginnen. Ein Bezug wäre nach diesem Zeitplan für Anfang Winter 2022 angedacht.

Iris Janda

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