Jahrelange Forderungen zeigen Wirkung

Freistaat Bayern ermöglicht erste Planungen zum zweigleisigen Ausbau der S7 Ost

Eine fahrende S7 Richtung Ostbahnhof.
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Die S7 fährt auf der Strecke zwischen Giesing und Kreuzstraße größtenteils eingleisig. Nun wurden die Planungen für einen zweigleisigen Ausbau angestoßen.

Mit dem zweigleisigen Ausbau der S7 zwischen Giesing und Kreuzstraße geht es einen Schritt voran. Verkehrsministerin Kerstin Schreyer hat dazu einen Planungsauftrag mit der Deutschen Bahn vereinbart. Die Initiative S7Ostplus freut sich über das Engagement der Ministerin.

Die Münchner S-Bahn soll leistungsfähiger werden. Dafür setzt sich Bayerns Verkehrsministerin Kerstin Schreyer ein: „Die S-Bahn München ist eine Erfolgsgeschichte, stößt aber immer öfter an ihre Kapazitätsgrenzen. Wenn wir wollen, dass auch künftig immer mehr Menschen auf den ÖPNV umsteigen, müssen wir für ein attraktives Angebot sorgen. Gerade für die Bürgerinnen und Bürger im Umland müssen wir daher die Außenäste der S-Bahn ertüchtigen und so für mehr Pünktlichkeit und höhere Kapazitäten sorgen“, so die Ministerin. Ein erster Schritt passiert dazu nun auf der S 7. Die Deutsche Bahn (DB) kann mit ersten Planungen zur infrastrukturellen Verbesserung im Abschnitt zwischen Giesing und Kreuzstraße beginnen.

Ministerin Schreyer hat im Rahmen des Programms „Bahnausbau Region München“ eine entsprechende Planungsvereinbarung mit der DB auf den Weg gebracht. Die nun anlaufenden ersten Planungsschritte bilden eine wichtige Grundlage für weitere technische Planungen im betroffenen Streckenabschnitt der S7. „Der Freistaat hat jetzt die Weichen gestellt, damit die S7 Ost eine klare Perspektive für Angebotsverbesserungen bekommt“, freut sich Schreyer, die sich seit Langem für den Ausbau des Streckenabschnitts einsetzt.

Auf dem fast durchgängig eingleisigen Streckenabschnitt der S7 Ost zwischen Giesing und Kreuzstraße erreicht die S7 derzeit keine zufriedenstellenden Pünktlichkeitswerte. Zudem können auf Basis der bestehenden Infrastruktur keine Angebotsverbesserungen realisiert werden. Ein zweigleisiger Ausbau soll die Betriebsqualität und Pünktlichkeit auf der S7 und damit im gesamten Münchner S-Bahn-Netz erhöhen sowie die Grundlagen für Angebotsausweitungen und mögliche neue Angebotskonzepte schaffen.

In dem jetzt zwischen Freistaat Bayern und DB vereinbarten ersten Planungsschritt soll die sogenannte betriebliche Aufgabenstellung (BAST) erstellt werden. Die BAST liefert Aussagen über das prognostizierte Fahrgastaufkommen, das Betriebsprogramm und die sich daraus ergebenden Infrastrukturmaßnahmen. Die Ergebnisse sind wichtige Grundlagen für die anschließende vertiefte technische Planung.

„Wir investieren heuer für die Bahninfrastruktur im Freistaat 2,35 Mrd. Euro. Denn: Bayern braucht eine starke Schiene, um für die Herausforderungen der Zukunft gewappnet zu sein – und darum sind wir dankbar für den finanziellen Rückenwind von Freistaat und Bund, der auch in diesen Zeiten Investitionen ermöglicht. Ausbauprojekte wie auf der S7 im Abschnitt zwischen Giesing und Kreuzstraße sind dabei von zentraler Bedeutung. Wir bauen aus, damit unsere Kunden bequemer und besser in den Zug kommen – und Züge am Ende pünktlicher und häufiger verkehren können“, erklärt Klaus-Dieter Josel, Konzernbevollmächtigter der Deutschen Bahn AG für Bayern.

Die erforderlichen Gesamtkosten für die Erstellung der betrieblichen Aufgabenstellung zum zweigleisigen Ausbau der S7 Ost im Bereich Giesing–Kreuzstraße betragen rund 160.000 Euro. Der Freistaat trägt diese Kosten in voller Höhe. „Jeder einzelne Euro hiervon ist gut angelegtes Geld. Wir schaffen damit wichtige Grundlagen dafür, den ÖPNV in München noch leistungsfähiger und attraktiver zu machen“, so Ministerin Schreyer.

Die Initiative S7Ostplus, die seit Jahren für den zweigleisigen Ausbau der Strecke kämpft, begrüßt, dass Staatsministerin Schreyer der DB den Planungsauftrag erteilt hat. Sie seien sehr erfreut und beeindruckt, wie schnell die Ministerin ihre Zusage an die Initiative vom August 2020 eingelöst habe, erklärt Nortrud Semmler, Vertreterin der Initiative. „Acht Jahre lang haben wir auf diesen Moment hingearbeitet, aber Ministerin Schreyer ist die erste bayerische Verkehrsministerin, die die Sorgen und Nöte der S7-Nutzer nicht nur erkannt sondern auch gehandelt hat“, lobt Semmler.

Jetzt liege der Ball bei der DB, möglichst schnell die ersten Planungsschritte zu unternehmen. Das sei vor allem vor dem Hintergrund wichtig, dass entlang der Strecke immer mehr Wohnbebauung entstehe und erfahrungsgemäß die Menschen die S-Bahn nur dann gerne nutzen würden, wenn diese einen guten Takt hat und pünktlich und zuverlässig fährt. „Für uns ist auch noch wichtig, dass bei aktuellen Gleis- beziehungsweise Brückenbauarbeiten der Platz für das zweite Gleis bereits vorgehalten wird“, betont Semmler.

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