Öffentliche Führungen über das Gelände der künftigen Landesgartenschau in Kirchheim

Viele Fakten bei der Baustellen-Besichtigung

Kirchheimer Bürger inspizieren das Baustellen-Gelände der Landesgartenschau.
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Kirchheimer Bürger inspizieren das Baustellen-Gelände der Landesgartenschau. In diesem Bild stehen sie in der Baugrube, in der später der 7375 Quadratmeter große Parksee sein wird.

Das Gelände in Kirchheim, auf dem in drei Jahren die Landesgartenschau stattfinden wird, kann derzeit bei Baustellen-Führungen erkundet werden. Rund 30 Bürger nutzten im Juni die Gelegenheit, mit dem Geschäftsführer der Landesgartenschau, Maximilian Heyland, sich einen Überblick zu verschaffen. 

Im April 2018 bewarb sich die Gemeinde Kirchheim für die Landesgartenschau 2024. Dabei unterstützten 1184 Bürger die Bewerbung. Dann gab es im August des gleichen Jahres den Zuschlag für die Ausrichtung. Danach ging es Schlag auf Schlag: Realisierungswettbewerb (Juli 2019), den das Büro Sinai Landschaftsarchitekten gewann, und Gründung der Kirchheim 2024 GmbH (November 2019) als Veranstalter. Der legte den Termin auf

15. Mai bis 6. Oktober 2024 und damit stehen den Besuchern 145 Tage zur Verfügung, um das zehn Hektar große Ereignis zwischen den Ortsteilen Kirchheim und Heimstetten zu genießen.

Damit die Bürger bis dahin die Entwicklung der Ausstellung „hautnah“ miterleben, führt die Kirchheim 2024 GmbH interessierte Einwohner über das „wachsende“ Gelände. Beispielsweise am 18. Juni. Eingeladen hatten die beiden Geschäftsführer Maximilian Heyland und Johannes Pinzel. Bei hochsommerlichen Temperaturen standen 30 Bürger an der Baustelle des neuen Rathauses. Pressesprecherin Sophia Schreib hatte kleine Ventilatoren zur Kühlung mitgebracht und diese an die Damen verteilt. Maximilian Heyland erzählte der Gruppe einige Fakten, wie die „Landesgartenschau nach Kirchheim kam“. Viele der Teilnehmer waren bestens informiert – hatten die doch die zahlreichen Infoveranstaltungen im Vorfeld besucht. Doch bei den finanziellen Aspekten wurde genau zugehört. „Vom Staat bekommen wir drei Millionen Förderung, von der EU ist leider noch kein Bescheid da“, sagte Heyland. Auf die Frage, warum für die Ausstellung eine eigene Gesellschaft gegründet wurde, antwortete Heyland: „Wenn die Gemeinde das alles alleine geplant und gebaut hätte, würde das Projekt zirka zwölf Millionen mehr kosten“.

Diese Summe muss nach den Planungen nur für den Ortspark aufgewendet werden. Diese „grüne Mitte“ ist das Herz der Ausstellung und war sowieso geplant. „Den haben wir dann gleich in Kirchheim 2030 und in die Ausstellung integriert“, so Heyland. Damit werden in den nächsten Jahren viele Interessen zusammengebracht: Klimaschutz, weniger Verkehr und Artenschutz-Ziele.

Gott sei Dank wurde der Zeitplan beim Abtragen des Oberbodens (wird wiederverwendet) nicht durch archäologische Funde beeinträchtigt, wie es beim Neubau des Gymnasiums der Fall war. Dort wurde ein großes Gräberfeld mit 42 frühbronzezeitliche Bestattungen freigelegt. Beim Landesgartenschau-Areal wurde bislang nur wenig gefunden – obwohl es auf einer „archäologischen Verdachtsfläche“ liegt.

Doch nun wieder in die Gegenwart. Nur ein paar Meter sind es zur Baustelle des 7375 Quadratmeter großen Parksees, wo die Gruppe direkt im „imaginären“ Wasser steht. Dieses Areal, an dem später das Rathaus und der Bürgersaal angrenzen, ist zwei Meter tief und wird – wie auch der gesamte Park – vom Grundwasser gespeist. Durch den aufgeschütteten Dammweg wird die Wasserfläche in zwei Bereiche getrennt.

„Es gibt Wasserterrassen und Uferbalkone, Liegewiesen mit genügend Sitzbänken und an manchen Stellen ist der See frei zugänglich“, so Heyland. Fußläufig nahe sind vom Parksee die Sphären „Wasser“ (naturbelassener Liegewiese mit Flachwasserbereichen) und „Wildnis“ (Entdeckungstouren mit „Inseln“ zum Spielen, Lernen und Erholen) zu erreichen, die mit ihrem bestehenden Baumbestand und speziellen „Klimabäumen“ die Besucher anziehen sollen. Das gilt auch für die Terrasse mit Außengastronomie des neuen Bürgersaal.

Durch wildbewachsenes Gelände – mit Biotopen und kleinen Schneisen – führte Heyland zu der Stelle der geplanten Park-Kanzel, die mit 8,50 Meter Höhe — für Rollstuhlfahrer ist bei fünf Meter Schluss – „ein Alleinstellungs-Merkmal in der Gemeinde werden soll.“

Führungs-Teilnehmer Alois Mitterer, der als Imker in der Nähe seine Bienenstöcke hat, freut sich, dass die im Zuge der Landesgartenschau nicht weichen müssen und sogar als Anschauungs-Projekt für Besucher dienen. „Ich finde den Park super“ so Mitterer, „aber es ist trotzdem viel Natur verloren gegangen“. Dem widersprach Stephan Keck, der mittlerweile zu der Gruppe stieß. Der Aufsichtsratsvorsitzende der Kirchheim 2024 GmbH und Zweite Bürgermeister betonte, dass „durch die geschaffenen Ausgleichsflächen die Gemeinde noch mehr Grün bekommt. Wir haben außerdem 495 neue Bäume gepflanzt“.

Für Cornelia K. ist die Ausstellung „ein nachhaltiges Projekt, wo zwar einiges verloren geht – aber für die Zukunft muss man einen Tod sterben“. Auf dem Rückweg sind schon die ersten Bauarbeiten an Wohngebäuden zu sehen, die noch vor Eröffnung der Ausstellung fertig sein sollen. Für die haben sich Kindergarten-Kinder etwas Nettes einfallen lassen: An den Bauzäunen hängen zahlreiche Banner mit ihren Zeichnungen über ihre Wünsche für die Landesgartenschau.

Am Ende der Führung — direkt an der Grund- und Mittelschule Kirchheim – lässt Heyland die zurückgelegte Strecke an einem Übersichtsplan nochmals Revue passieren. Dabei nennt Heyland noch einige Fakten: Es wird drei Hektar temporäre Ausstellungsflächen und einen Spielplatz „Keltenwelten“ geben. Zudem soll das Jugendzentrum (JUZ) neue Gartenanlagen bekommen und erklärt noch ein Highlight: Für jedes Kind, das im Jahr 2022/23 geboren wird, soll ein Baum gepflanzt werden. Dafür sind etwa 300 Bäume vorgesehen. Und zum Schluss noch eine Vorausschau: „Mitte Oktober 2024 sind alle Zäune abgebaut und das Parkgelände ist für jedermann freigeben“.

Ein weiterer Termin für eine Führung ist Freitag, 20. August, von 11 bis 12.30 Uhr. Am Samstag, 31. Juli, bietet der Aufsichtsratsvorsitzende der Kirchheim 2024 GmbH, Stephan Keck, bereits um 7 Uhr morgens eine Führung an. Anmeldungen sind unter der Telefonnummer 90 909 20 24 sowie per E-Mail an info@lgs2024.de mit Angabe des Namens, der Telefonnummer und der teilnehmenden Personenzahl möglich.

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