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Von: Iris Janda

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Die Freude über die Trikots ist den jungen Nachwuchsfußballern aus Bintang in Gambia anzusehen. Der TSV Sauerlach hat die Ausstattung gespendet.
Die Freude über die Trikots ist den jungen Nachwuchsfußballern aus Bintang in Gambia anzusehen. Der TSV Sauerlach hat die Ausstattung gespendet. © Jonas Reinelt

Die Fußballabteilung des TSV Sauerlach spendet dem FC Bintang aus Gambia regelmäßig Sportausrüstung. Für die Zukunft streben die Sauerlacher eine kontinuierliche Unterstützung in Form einer Vereinspartnerschaft an.

Gambia liegt in Westafrika am gleichnamigen Fluss. Das Land hat rund 2,2 Millionen Einwohnern und wird fast vollständig von Senegal umschlossen. Im Naturschutzgebiet Bao Bolong Wetland Reserve leben beispielsweise Affen, Leoparden, Nilpferde und seltene Vögel.

Etwa in der Landesmitte, an einem Arm des Gambia, ist der FCB beheimatet – der FC Bintang. In dem kleinen Ort leben viele begeisterte Fußballspieler, die vom TSV Sauerlach mit gespendeter Ausrüstung unterstützt werden. Denn Gambia ist eines den ärmsten Länder der Welt. Drei Viertel der ländlichen Bevölkerung leiden an Armut und Hunger. Der Haupterwerbs­zweig des Landes ist neben Fischerei und Landwirtschaft der Tourismus.

Den persönlichen Kontakt nach Bintang hat eine Familie aus Sauerlach, deren Kinder schon in der Jugend beim TSV gespielt haben, bereits vor 20 Jahren hergestellt. Seither hat die Familie auf ihren Reisen immer wieder Ausrüstung der Fußball-

abteilung des TSV Sauerlach nach Bintang gebracht und an die Teams weitergegeben. Während der Besuche über die Jahre wurden auch Sach- und Kleiderspenden an Kindergärten, Schulen, Sportvereine und Frauenprojekte verteilt.

Den dortigen Institutionen, insbesondere dem Fußballverein FC Bintang, fehlen jegliche Mittel zur Finanzierung von Transportmöglichkeiten, um beispielsweise zu den Spielen zu fahren. „Dort fehlt es an allem, es gibt nicht einmal Fahrräder. Die Menschen laufen alles zu Fuß“, verdeutlicht Angelika Ellinger, Jugendleiterin und dritter Vorstand beim TSV. Die bereits wiederholt aus dem Sauerlacher Fundus gespendete Sportausrüstung wie Bälle, Trikots und Trainingsgeräte ist daher sehr willkommen, heiß begehrt und wird sehr wertgeschätzt. „Durch den Kontakt über die Sozialen Medien können wir alles mitverfolgen. Es ist so schön zu sehen, wie sich die Kinder über die Ausrüstung freuen“, sagt Ellinger freudig.

Besonders unter Jugendlichen ist die Arbeitslosigkeit in Gambia hoch. Der Fußball ist für die jungen Menschen eine der wenigen Freizeitbeschäftigungen und nimmt einen sehr hohen Stellenwert ein. „Die Bilder, die die Familie von der Trikot-/Bälle-Aktion mitgebracht hat, sprechen für sich. Wir freuen uns sehr, dass wir zu den strahlenden Gesichtern beitragen konnten“, so Angelika Ellinger.

Die Sauerlacher Familie hat bereits im Jahr 2000 an einem großen Seitenfluss des Gambia die Bintang Bolong Lodge erstanden und wieder aufgebaut. Das Dorf hat etwa 1500 Einwohner und ist damit eines der größten Dörfer in der Region. Die Lodge ist der Hauptarbeitgeber in Bintang. Viele Projekte wurden über Jahrzehnte umgesetzt. Über eine Schulpartnerschaft wurden Brunnen und Schulhäuser gebaut und renoviert und Kindergärten unterstützt. Schülern konnte der Besuch weiterführender Schulen und Studium ermöglicht werden. In der Coronakrise 2020/21 wurde der Gemeinde mit Lebensmittelspenden geholfen. Und derzeit ist ein Wasserreservoir in Bintang im Aufbau.

Der TSV Sauerlach möchte weiterhin den Menschen in Bintang helfen. „Auch eine kontinuierliche Unterstützung des FC Bintang als Partnerverein ist angedacht“, sagt Jugendleiterin Ellinger. Besonders freut sie sich, dass sie durch die ortsansässige Familie einen zuverlässigen Partner vor Ort haben. „So können wir uns darauf verlassen, dass die Spenden auch ankommen“, meint Ellinger. Die Trikot-Sets fallen beispielsweise an, wenn die Sponsoren wechseln und die Ausrüstung neue Aufdrucke braucht. Aber auch neue Artikel wie Bälle oder Trainingsgeräte konnte durch private Spenden aus Vereinskreisen bereits dem FC Bintang zur Verfügung gestellt werden.

In Zukunft sollen beispielsweise bei Vereinsfesten Spenden gesammelt werden, um auch mit finanziellen Mitteln die fußballbegeisterten Westafrikaner zu unterstützen. „Wir wollen so zum Beispiel die Trainerausbildung vor Ort fördern,“ erklärt Ellinger.

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