Gruppe für Menschen mit Depressionen soll wieder aufleben

Hilfe zur Selbsthilfe: Anlaufstelle Gautinger Insel

Der Eingang der Gautinger Insel in Gauting
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In der Gautinger Insel soll in Zukunft Selbsthilfegruppen ein Zuhause finden.

Bei einer Veranstaltung will die Gautinger Insel über Selbsthilfegruppen informieren. Ein Treff für Menschen mit Depressionen ist bereits fest angedacht.

  • Informationsveranstaltung „Treffpunkt Selbsthilfe“ am 23. Juli in der Insel
  • Treff für Menschen mit Depressionen soll wieder aktiviert werden
  • Gautingerin erzählt, warum solche Gruppen Betroffene unterstützen

Gauting - „Mir hat die Selbsthilfegruppe sehr geholfen, der feste Termin einmal die Woche – das war für mich wie ein Anker“, sagt Ingeborg Steffes-Tremer. 2017 hat die Gautingerin einen Treff für Menschen mit Depressionen gegründet. Bis zu zehn Personen haben sich in der Gautinger Insel getroffen. Unter anderem wegen der Kontaktbeschränkungen im Zuge der Pandemie ist die Gruppe aber auseinandergebrochen.

Selbsthilfegruppen seit Corona-Pandemie noch notwendiger

Jetzt soll sie einen Neuanfang erleben. „Mit der Gautinger Insel sind wir zu dem Schluss gekommen, dass es gut wäre, sie wieder anbieten zu können. Gerade jetzt, wo durch die Corona-Pandemie noch mehr Menschen psychische Probleme bekommen haben“, so die 71-Jährige.

Ingeborg Steffes-Tremer will eine Selbsthilfegruppe für Menschen mit Depressionen wieder aufleben lassen.

Als Startschuss dafür hat die Gautinger Insel mit dem Selbsthilfezentrum München eine Informationsveranstaltung organisiert. Am Freitag, 23. Juli, sind zum „Treffpunkt Selbsthilfe“ bestehende Gruppen, interessierte Bürger sowie Fachkräfte aus dem Sozial- und Gesundheitswesen zum Austausch in die Insel eingeladen.

„Bei der Veranstaltung können Fragen gestellt werden, wie Selbsthilfe funktioniert oder wie man eine Gruppe aufbauen kann“, erklärt Martina Ottmar von der Gautinger Insel. Als Ansprechpartner für Fragen sind Mitarbeiter des Selbsthilfezentrums München vor Ort.

Gruppen, die Räume brauchen, sollen sich an Gautinger Insel wenden

„Außerdem können sich Interessierte direkt vor Ort austauschen und ein Netzwerk bilden.“ Und auch langfristig möchte sich die Gautinger Insel für Selbsthilfeangebote engagieren. „Wenn Gruppen Räume brauchen sollten, können sie sich gern an uns wenden“, so Ottmar.

Auch Steffes-Tremer will ihren Treff wieder in der Gautinger Insel veranstalten – am liebsten einmal wöchentlich an einem Werktag. „Wann genau würden wir dann zusammen mit allen Interessenten festlegen“, so die Gautingerin, die seit zwölf Jahren diagnostiziert unter Depressionen leidet.

Die Gruppe zu gründen und leiten, habe ihr persönlich dabei geholfen, ihre Woche klar zu strukturieren. „Außerdem stellt man in den Gesprächen fest, dass es anderen genauso oder ähnlich geht.“

Man könne sich gegenseitig Tipps zur Therapie geben oder darüber austauschen, was man tun kann, wenn man wegen der Depression das Bett oder Haus nicht verlassen möchte. „Ich sage immer, wie man am besten mit dem großen, schwarzen Hund umgeht, der uns Betroffene am Hosenbein festhält“, sagt Steffes-Tremer.

Als Ärztin könne sie den Teilnehmern auch Informationen über die Wirkung von Anti-Depressiva und anderen Medikamenten geben. Die Selbsthilfegruppe ist für Menschen aus dem ganzen Würmtal gedacht.

„Treffpunkt Selbsthilfe“ am 23. Juli

Der „Treffpunkt Selbsthilfe“ findet am Freitag, 23. Juli, von 10 bis 13 Uhr in den Räumen der Gautinger Insel, Grub­mühlerfeldstraße 10, statt. Die Teilnahme ist kostenlos, eine Terminvereinbarung ist nicht notwendig. Mehr Informationen gibt es unter der Telefonnummer 45 20 86 77.

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