Gut für Umwelt und Gesundheit

Gemeinde Hohenbrunn ermöglicht Fahrradleasing für Mitarbeiter

Ein Fahrrad steht an einem Feldweg.
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Hohenbrunner Gemeindemitarbeiter haben einen Anreiz, mehr Fahrrad zu fahren. Sie können das Rad leasen.

Mitarbeiter der Gemeinde Hohenbrunn können künftig über ihren Arbeitgeber Fahrräder leasen – und das ohne zusätzliche Kosten für die Gemeinde.

„Es kostet die Gemeinde nichts“, stellte Rathaus-Geschäftsleiter Thomas Wien in der Februar-Sitzung des Hohenbrunner Gemeinderats beim Thema Fahrradleasing für Mitarbeiter klar. Das sah einer im Gremium allerdings anders: „Der Bürger wird kein Verständnis dafür haben, wenn der Mitarbeiter von der Gemeinde das Rad gezahlt kriegt“, erklärte Peter Berger (ÜWG/FW-Bürgerforum) vehement. Doch wer hat nun Recht?

Mit den Tarifverhandlungen im Oktober 2020 wurde eine Entgeltumwandlung für Fahrradleasing ausdrücklich ermöglicht. Durch die Leasingoption solle ein höherer Anreiz beim Mitarbeiter geschaffen werden, vom Auto auf das Fahrrad umzusteigen. Das Rad könne nicht nur für den Weg zur Arbeit, sondern auch private Fahrten genutzt werden. „Der ökologische Gedanke sollte an erster Stelle stehen“, betonte Wien. Außerdem werde die Gesundheit der Mitarbeiter gefördert.

Mitarbeiter, die das Angebot annehmen wollen, erhalten gegen ein gemindertes Brutto-Gehalt das Fahrrad frei zur Verfügung. Durch die Verringerung des Bruttogehalts reduziert sich der zu versteuernde Anteil des Gehalts, der Arbeitgeber spart also Sozialversicherungsbeiträge. Wenn der Beschäftigte beispielsweise 100 Euro im Monat für das Leasingrad vom Bruttogehalt zahlt, spart die Gemeinde 20 Euro an Abgaben. „Die Gemeinde kann dieses gesparte Geld an die Mitarbeiter weitergeben“, verdeutlichte Wien. „Es geht um die Entscheidung, inwieweit wir den Fahrradverkehr bei den Mitarbeitern fördern wollen.“

So könnte die Gemeinde den monatlichen Beitrag für die Pflichtversicherung übernehmen, der beispielsweise bei einem Fahrradwert von 2500 Euro bei 8 Euro im Monat liegt. Außerdem kann die Gemeinde die Kosten für eine monatliche Servicepauschale zwischen 5 und 10 Euro übernehmen, die die jährliche Inspektion und Reparaturen abdeckt. Die Verwaltung empfahl dem Gremium die Pflichtversicherung und anteilig bis 5 Euro die Servicepauschale zu übernehmen.

Bürgermeister Stefan Straßmair (CSU) unterstützte den Verwaltungsvorschlag, Punkt drei im Beschluss sehe er aber „als Zuckerl“. Der Rathauschef gab außerdem zu Bedenken, dass der Arbeitnehmer nicht nur von dem Angebot profitiere, wie es womöglich auf den ersten Blick erscheint. „Der Mitarbeiter hat später ungefähr einen Euro im Monat weniger Rente“, betonte Straßmair.

Es können sowohl Fahrrad, Lastenrad als auch E-Bike ausgewählt werden. Nach 36-monatigem Leasingzeitraum kann der Arbeitnehmer das Rad für 18 Prozent des Restwertes auslösen, das Dienstrad zurückgeben oder ein neues Rad auswählen. „Ich kann das Modell privatwirtschaftlich, das wird rege angenommen“, zeigte sich Georg Bauer (Grüne) von dem Angebot begeistert. Wenn man – wie im Verwaltungsvorschlag alternativ angeführt – Versicherungs- und Servicezuschuss auf je 5 Euro deckle, bestehe keine Gefahr, dass die Gemeinde durch drauf zahlen muss. „Ich sehe da keine Neiddebatte“, betonte er. Regina Wenzel (SPD) schloss sich an: „Das ist an sich eine tolle Sache, die Leute zu motivieren umzusteigen.“

Dem schloss sich die große Mehrheit des Gremiums an. Für die Einführung des Leasings gab es Einstimmigkeit, auch der Beteiligung an der Pflichtversicherung wurde mit einer und an der Servicepauschale mit zwei Gegenstimmen zugestimmt.

Iris Janda

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