Platz für einen Bauhof und 100 Wohnungen

Gemeinde Neubiberg fasst Grundsatzbeschluss zur Bebauung an der Äußeren Hauptstraße

Ein abgedeckter Kieshaufen befindet sich vor einer verwilderten Wiese und Bäumen.
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Auf diesem bisher unbebauten Gelände an der Äußeren Hauptstraße in Neubiberg sollen der Bauhof der Gemeinde und 100 Wohnungen entstehen.

Der Bauhof und Wohnungen sollen auf dem unbebauten Grundstück an der Äußeren Hauptstraße in Neubiberg Platz finden. Der Gemeinderat sprach sich jetzt für ein Planungskonzept aus.

Für das Grundstück an der Äußeren Hauptstraße in Neubiberg gegenüber des Sportparks gab es schon viele Pläne. Nach vielen Jahren, in denen besonders die Anwohner der umliegenden Straßen die Ungewissheit plagte, was in unmittelbarer Nachbarschaft einmal entstehen könnte, liegt nun ein erstes städteplanerisches Konzept vor, über das der Gemeinderat in seiner Mai-Sitzung abstimmte.

Bereits in der Bürgerfragen-­Viertelstunde vor Einstieg in die Tagesordnung bedankten sich Bürger für die frühe Einbindung der Anwohner. Nicht nur diese, auch der Gemeinderat wurde früh mit ins Boot geholt, wie Bürgermeister Thomas Pardeller klarstellte. Demnach hätte sich die Verwaltung auch ohne Rücksprache mit dem Gemeinderat für eines der beiden vom Stadtplanungsbüro Dragomir entwickelten Konzepte entscheiden können. „Es ist ein Prozess, der heute beginnt und noch lange nicht abgeschlossen ist“, so der Bürgermeister.

Bettina Gerlach und Lisa Romeike vom Büro Dragomir stellten die Konzepte vor. Auf das Grundstück des Freistaats Bayern sollen ein Bauhof, Betriebswohnungen und möglicherweise ein neues Jugendzentrum sowie bezahlbarer Wohnraum. Außerdem gingen sie bei den Planungen von einer Breite der Äußeren Hauptstraße von 28 anstatt der derzeit 18 Meter aus. Hintergrund ist, dass momentan eine Untersuchung des Landkreises zu einem Ausbau der Staatsstraße mit Geh- und Radweg auf der Ostseite sowie einer zusätzlichen Busspur läuft.

„Wir müssen das Grundstück so planen, dass Entwicklungsmöglichkeiten für die Staatsstraße offen bleiben“, sagte Bauamtsleiter Christian Einzmann. Beim ersten Konzept sind Bauhofbereich im Norden und Wohnbebauung im Süden klar getrennt. Platz gäbe es in dem Riegelbau für zirka 112 Wohneinheiten. Stellplätze wären für den Bauhof oberirdisch, für die Wohneinheiten in einer Tiefgarage.

Lockere Bebauung wird bevorzugt

Das zweite Konzept sieht im Gegensatz dazu eine aufgelockerte Bebauung mit 100 Wohnungen vor. Zum bestehenden Wohngebiet hin könnten im Nordosten kleinteilige Wohngebäude mit zwei bis drei Geschossen entstehen, zwei Riegelbauten mit bis zu fünf Geschossen kämen an die Staatsstraße. Ein Parkhaus zwischen Bauhof und nordöstlicher Bebauung würde für Lärmschutz sorgen. Alternativ sei auch eine Tiefgarage möglich, betonte Planerin Romeike.

Das Gremium befürwortete mehrheitlich den zweiten Konzeptentwurf. „Uns gefällt, dass die lockere Wohnbebauung ein Bindeglied zur bestehenden Bebauung ist“, so Elisabeth Gerner für die SPD-Fraktion. Sie begrüßte auch das Parkhaus und den fünfgeschossigen Bau als guten Lärmschutz. Grünen-Gemeinderat Thomas Maier, der in dem Viertel wohnt, sprach sich ebenso für dieses Konzept aus.

„Wir wollen eine lockere Bebauung und weg von den Riegelbauten, mit Grün drumherum. Ich sehe Planentwurf zwei als Ansatzpunkt, um dahingehend weiter zu machen. Die Variante eins ist doch sehr blockmäßig und kompakt“, so Meier. Bürgermeister Pardeller, der den ersten Kontakt zu den Anwohnern gesucht hatte, bestätigte, dass die zweite Variante wegen der niedrigen Bauhöhe für die Anwohner freundlicher ist.

Gegen das Konzept zwei sprach sich einzig Michael Weigle (FDP) aus. Für ihn habe der erste Entwurf den Vorteil, dass zwölf Wohnungen mehr entstehen könnten. Das würde auch niedrigere Mietpreise bedeuten. „Es sollte durch möglichst kompaktes, effizientes Bauen so viel Wohnraum wie möglich geschaffen werden“, meinte der FDP-Mann. Weiter beschäftigte die Gemeinderäte der Baumschutz. Lucia Kott (Grüne) wunderte sich, dass die Bäume in der Machbarkeitsstudie nachrangig behandelt worden seien. Sie wollte wissen, wo erhaltenswerte Bäume stehen und ob dies beachtet wurde. Es liege bisher nur ein Baumbestandsplan und das artenschutzrechtliche Gutachten vor, erklärte Planerin Romeike. Das Baumqualitätsgutachten stehe noch aus.

Baumqualität und Altlasten in Prüfung

Bisher zeigen die Artenschutz-Untersuchungen, dass es im Innenbereich des Grundstücks relativ wenig erhaltenswerten Baumbestand gebe. Es handle sich hauptsächlich um jüngere Laubbäume, die aufgrund der Schadstoffe im Boden bereits Vergreisungszeichen aufweisen. Die Altlasten im Boden seien außerdem ein Problem für den Baumerhalt, weil es schwierig ist, Bäume zu retten, wenn der Boden austauscht werden müsse. Der wertvollste Baumbestand stehe entlang der Staatsstraße und müsse weichen, sollte diese ausgebaut werden.

Mit einer Gegenstimme sprach sich der Gemeinderat für das Konzept zwei aus. Themen wie den Baumbestand, das Parkhaus und die Geschossigkeit wird die Verwaltung noch einmal prüfend bearbeiten. Nun folgt auf den Grundsatz­entschluss hin außerdem eine vertiefende Altlastenuntersuchung. Auf Basis derer wird nachfolgend ein Wertgutachten für den Erwerb des Grundstücks erstellt. Bis am Ende ein Bebauungsplan steht, wird das Gremium noch über viele Punkte abstimmen müssen. Aber der erste Schritt für die Entwicklung des Grundstücks ist nun getan.

Iris Janda

Option wird für JUZ offengehalten

Bei den Bebauungsplänen wurde auch über die Zukunft des Neubiberger Jugendzentrums (JUZ) diskutiert. Dieses befindet sich derzeit noch im Gleis 3, das allerdings baufällig ist. „Es ist noch nicht im Gremium beschlossen, wo ein JUZ hin kommen soll. Das Gebäude des Gleis 3 wird so dauerhaft nicht bestehen. Wir müssen uns noch mit der Frage beschäftigen und werden dann mit den Jugendlichen in Austausch treten“, erklärte Rathauschef Thomas Pardeller.

Die Räume beim künftigen Bauhof dienten als Platzhalter. Man wolle sich die Option offen halten. Bereits jetzt gab unter anderem Stephanie Konopac (Freie Wähler) zu bedenken, dass für Unterbiberger der Weg dorthin über die Äußere Hauptstraße zu gefährlich sei. Jugendreferent Frederik Börner (Grüne) bemängelte dagegen, dass in der jetzigen Planung die Räume nicht ebenerdig seien und forderte eine intensive Einbindung der Jugendlichen in die Planungen.

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