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Gemeinderat bewilligt Bau von Proberäumen für die Blaskapelle Höhenkirchen-Siegertsbrunn

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Von: Iris Janda

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Blaskapelle Höhenkirchen-Siegertsbrunn beim Weihnachtskonzert in der Mehrzweckhalle
Wenn der Erweiterungsbau des Gymnasiums steht, kann die Blaskapelle dort nicht nur proben, sondern im Konzertsaal auch Auftritte haben. Bisher spielten sie in der Mehrzweckhalle. © Blaskapelle

Die Zeiten des Probens auf beengtem Raum sollen bald der Vergangenheit angehören: Der Gemeinderat hat in seiner jüngsten Sitzung den Bau von Proberäumen für die Blaskapelle im Zuge der Gymnasiumserweiterung beschlossen. Das Vorhaben soll 3,6 Millionen Euro kosten. 

„Heute ist der Tag, auf den wir 14 Jahre hingearbeitet haben“, erklärte Florian Sepp, 1. Vorstand der Blaskapelle in Höhenkirchen-Siegertsbrunn, dem Gemeinderat. Auch einige Mitglieder waren zur Sitzung Ende September gekommen, um bei diesem großen Moment dabei zu sein.

Denn es ging um nichts geringeres als den Beschluss zum Bau von Proberäumen im Zuge der Erweiterung des Gymnasiums. Dieses Vorhaben wird nach aktuellen Schätzungen mindestens 3,6 Millionen Euro kosten, die die Gemeinde alleine tragen muss. Die Übernahme der Mehrkosten war die Bedingung dafür, dass der Zweckverband als Träger des Gymnasiums dem Bau der Räume Ende Juli zustimmte. Der Zweckverband benötigt dringend eine Aussage zur Übernahme dieser Kosten, da die Zeit für die Gymnasiumserweiterung drängt und die Pläne nun beim Kultusministerium eingereicht werden müssen.

Seit dem Grundsatzbeschluss der Gemeinde vor sechs Jahren, der Blaskapelle neue Räume zu schaffen, habe der Verein Rücklagen gebildet. Doch insgesamt 33.000 Euro plus ein möglicher Zuschuss vom Kulturfonds Bayern in Höhe von 50.000 Euro erscheinen da wie ein Tropfen auf den heißen Stein. „Das ist zu wenig, das ist mir schon klar“, betont Vorstand Sepp. „Wir haben hier eine sehr grobe aber großzügige Schätzung“, meinte Bürgermeisterin Mindy Konwitschny zu der derzeitigen Kostenprognose. „Wir haben in den letzten Jahren sehr viel Geld für den Sport ausgegeben. Wir wollen Bildung aber ganzheitlich fördern, musikalisch und sportlich. Das ist jetzt eine schöne Gelegenheit, das auch zu zeigen“, so die Rathauschefin.

Daher waren sich trotz der hohen Summe die Räte einig, dass die Gemeinde hier unterstützen muss. „Das ist eine Gelegenheit, die man unbedingt am Schopf packen muss“, stellte Roland Spingler (CSU) klar. Die Probensituation sei in den vergangenen Jahren „völlig unbefriedigend“ gewesen.

Das erklärte auch Florian Sepp dem Gremium: Der seit 1980 bestehende Verein hat 213 aktive Mitglieder, die in vier Orchestern und zwölf Ensembles spielen. Vor Corona hatte die Blaskapelle zirka 140 Auftritte pro Jahr. Der Musikverein probt seit 1999 an der Sigoho-Marchwart Grundschule und erlebte seit 2005 ein starkes Mitgliederwachstum. 2007 meldete er erstmals Bedarf nach einem größeren Proberaum an. Der Proberaum wird an fünf Tagen die Woche intensiv genutzt. Lange hoffte der Verein, dass es zu einer Erweiterung an der Grundschule kommt. Vergangenes Jahr eröffnete sich dann eine neue Perspektive mit der Erweiterung des Gymnasiums.

Dass die Gemeinde die Kosten für den Bau trägt, stand in der Sitzung zwar nicht zur Debatte. Dennoch entzündete sich um das Wörtchen „gegebenenfalls“ in der Sitzungsvorlage eine Diskussion. Dort hieß es nämlich, dass gegebenenfalls andere Musikgruppen und -vereine die Räume nutzen können.

„Wir würden uns anderen Nutzern grundsätzlich nicht versperren, solange es für uns keine Verschlechterung oder Gefährdung des Inventars darstellt“, erklärte Vorstand Sepp. Allerdings sehe er die räumlichen Kapazitäten für eine Mitnutzung kritisch und prophezeite in der praktischen Umsetzung Probleme. „Es muss schon eine gewisse Gleichbehandlung geben“, forderte CSU-Mann Spingler. Auch die anderen Ensembles sollten in Verhältnis zu Probengröße und Konzertanzahl die Proberäume nutzen können. Er beantragte daher, „gegebenenfalls“ aus dem Beschlussvorschlag zu streichen. Auch Gudrun Hackl-Stoll (Grüne) wünschte sich, dass die Räume nicht exklusiv nur von der Blaskapelle genutzt werden sollen.

„Es wird eine gemeinsame Nutzung geben“, sagte Bürgermeisterin Konwitschny und betonte in Richtung Sepp: „Dafür werde ich mich schon sehr einsetzen“. Klar sei, dass es für die Blaskapelle zu keiner Verschlechterung im Vergleich zur aktuellen Situation kommen werde.

Norbert Mayer von den UB sah das anders: „Ich plädiere dafür, den Probenraum im wesentlichen für die Blaskapelle für regelmäßige Proben zu Verfügung stellen. Ich bestehe auf das ,gegebenenfalls.‘“ Sein Fraktionskollege Manfred Eberhard pflichtete ihm bei. Nun auch noch die anderen Musikgruppen einzubinden, sei zu viel gewollt. „Die Priorität liegt bei der Blaskapelle. Wir können nicht die eierlegende Wollmilchsau umlegen“, so Eberhard.

„All das bestärkt mich darin, dass das Wort ,gegebenenfalls‘ drinnen bleiben muss“, stimmte auch Otto Bußjäger (UB) mit ein. Ausgangspunkt für den Beschluss sei schließlich die Blaskapelle. „Die Blaskapelle muss den Hut aufhaben“, erklärte Bußjäger deshalb. „Wir müssen den Streit sehen, den wir hier für die Zukunft produzieren.“ Bürgermeisterin Konwitschny entschloss sich, dem Gremium einen Kompromiss vorzuschlagen. Anstatt „gegebenenfalls“ heißt es nun im Beschluss „nach Möglichkeit“. Mit einer Gegenstimme konnte sich das Gremium auf diesen Beschlussvorschlag einigen.

Den anwesenden Mitglieder der Blaskapelle war die Freude über den Beschluss anzusehen. Auch wenn es noch dauert, bis die Räume zur Verfügung stehen, hat sich für die Musiker die Zeit des Wartens gelohnt.

Iris Janda

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