Ein Projekt mit Vorzeigecharakter

Gemeinderat Neubiberg fasst Grundsatzbeschluss zu Neubau des Maria-Theresia-Heims

Maria-Theresia-Heim in Neubiberg.
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Das Maria-Theresia-Heim in einem Waldstück an der Hohenbrunner Straße in Neubiberg soll neu gebaut werden.

Das Maria-Theresia-Heim ist sanierungsbedürftig und soll deshalb neu gebaut werden. Der Entwurf fand im Gemeinderat vor allem aufgrund der nachhaltigen Bauweise und dem Augenmerk auf dem Thema Waldschutz großen Anklang. 

Ein „Vorzeigeprojekt“ – so bezeichneten Elisabeth Gerner (SPD) und Lucia Kott (Grüne) den geplanten Neubau des Maria-Theresia-Heims der Ordensgemeinschaft „Arme Schulschwestern“. Das neue Gebäude soll südlich des bestehenden Baus in einem privaten Waldstück zwischen Hohenbrunner Straße und Cramer-Klett-Straße entstehen.

Das Alten- und Wohnheim des 1833 gegründeten Ordens ist aus dem Jahr 1974 und stark sanierungsbedürftig. Da aber eine Sanierung des bestehenden Gebäudes aus Brandschutzgründen nicht sinnvoll ist, soll ein Neubau errichtet werden. In Neubiberg leben 70 Schwestern in dem Wohnheim oder in der stationären Pflegestation. „Wir sind außerdem Arbeitgeber für fast 50 Mitarbeiter in Neubiberg“, erklärte die Provinzökonomin Schwester Gabriele den Gemeinderäten in der Juli-Sitzung.

Architekt Marcus Vollmann von Krug Grossmann Architekten, der bereits für den Bau der Grundschule Unterbiberg zuständig war, stellte dem Gremium die Baupläne vor. So sollen die zwei Hauptgebäude windmühlenartig zueinander angeordnet werden. Anstatt der sieben Geschosse des bestehenden Heims wird das neue Gebäude nur noch vier Geschosse in einer Holz-Beton-Hybridbauweise aufweisen. „Dadurch haben wir den Vorteil, dass wir unterhalb der umgebenden Bäume bleiben“, verdeutlichte Vollmann. Stellplätze sollen größtenteils in einer Tiefgarage Platz finden.

Auf das Thema Wald- und Umweltschutz wird bei dem Projekt großer Wert gelegt. Deshalb haben die Planer ein umfassendes Waldgutachten erstellen lassen, auf Grundlage dessen die geplante Position der neuen Gebäude in Bereiche mit geringerer Waldqualität verlegt wurden. An der Stelle des bestehenden Heims kann der Neubau nicht errichtet werden, weil die Heimbewohner während des Baus nicht in andere Heime ausgelagert werden können. Durch die geplante Position des zweiteiligen Heims sowie einer Mitarbeiterunterkunft an der Cramer-Klett-Straße bleibt der Waldverbund mit Abloner Garten und Cramer-Klett-Wald im Norden des Grundstücks bestehen.

Auch eine Artenschutzuntersuchung ist bereits erfolgt. Entsprechende Maßnahmen wie etwa die Anbringung von Fledermaus-Nistkästen sind geplant. Es müssen zirka 7500 Quadratmeter Wald gefällt werden, um das Projekt zu realisieren. Für diese sind Ersatzpflanzungen auf einer Fläche des Ordens in Oberbayern oder die Einzahlung in ein Wald-Ökokonto geplant.

Der Neubau soll eine artenreiche Dachbegrünung erhalten, es sind ein Anschluss ans Fernwärmenetz und eine Fotovoltaik-Anlage auf dem Dach vorgesehen. Das Studio Rockinger Landschaftsarchitektur übernimmt die Gestaltung der parkähnlichen Außenanlage. Es wird einen Rundweg entlang des bestehenden Waldrandes sowie einzelne Aufenthaltsbereiche geben. Wasserläufe und Teichanlagen runden das Bild ab.

„Das Gesamtprojekt ist sehr gut. Aus Umweltschutzsicht sind sehr viele Komponenten enthalten“, erklärt Umwelt- und Klimaschutzreferent Jürgen Leinweber (Grüne). Auch aus Verwaltungssicht spreche nichts dagegen: „Das ist ein Projekt, das wir gut unterstützen können“, so Bürgermeister Thomas Pardeller (CSU).

Damit wurde einstimmig der Grundsatzbeschluss für den Neubau gefasst. Wenn alles wie vorgesehen weiter läuft, soll das Gebäude 2025/2026 stehen.

Iris Janda

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