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Kein Schild in Sicht, aber ein Strafzettel ‒ Münchner fühlt sich in Gräfelfings Bahnhofstraße abgezockt

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Von: Romy Ebert-Adeikis

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Konstantin Karuza zeigt auf die Parkbucht vor einer Orthopädie-Praxis in der Bahnhofstraße.
Konstantin Karuza zeigt auf die Parkbucht vor einer Orthopädie-Praxis in der Bahnhofstraße. Dass er dort nur zwei Stunden mit Parkscheibe stehen darf, habe er nicht gewusst. Nur an den Einfahrten zur Straße gibt es dazu Schilder. © Romy Ebert-Adeikis

In der Bahnhofstraße in Gräfelfing dürfen Fahrzeuge nur für zwei Stunden und mit Parkscheibe abgestellt werden. Doch die Schilder stehen nur an den Einmündungen.

Einladend habe die Bucht direkt vor der Orthopädie-Praxis in der Gräfelfinger Bahnhofstraße ausgesehen, sagt Konstantin Karuza. Schließlich ist der 74-jährige Münchner wegen seiner steifen Hüfte nicht mehr gut zu Fuß.

Der Schreck kam nach dem Arzttermin: 20 Euro Verwarngeld wegen Parkens ohne Parkscheibe. „Ich bin extra nochmal ausgestiegen, um nach Schildern Ausschau zu halten, aber nirgendwo war etwas zu sehen“, ärgert sich Karuza, der auch über einen Schwerbehindertenausweis verfügt. „Das ist reine Abzocke“, sagt er empört.

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*HalloMuenchen.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA. © Hallo München

Parken nur für zwei Stunden und mit Parkscheibe ‒ Münchner bekommt Strafzettel in der Bahnhofstraße in Gräfelfing

Tatsächlich dürfen Fahrzeuge überall auf der Bahnhofstraße maximal für zwei Stunden und nur mit Parkscheibe abgestellt werden. Konkret ausgeschildert ist das aber nur an den Einmündungen in die fast 900 Meter lange Straße. „Wenn man da mit dem Auto reinfährt, schaut man nicht unbedingt auf sowas, gerade wenn man noch auf Fußgänger oder Radfahrer achten muss“, meint Karuza.

Das Parkzonenschild an der Einmündung der Bahnhofstraße.
Das Parkzonenschild an der Einmündung der Bahnhofstraße. © Romy Ebert-Adeikis

Beim zuständigen Zweckverband Kommunales Dienstleistungszentrum Oberland kommt er mit dem Hinweis auf zu wenig Schilder nicht weiter: „Die Beschilderung ist korrekt – diese muss man als Verkehrsteilnehmer lesen können“, sagt Geschäftsführer Michael Braun. Zumal Schilder an jeder Einmündung und Kreuzung gar nicht notwendig seien. „Das Verfahren wird zunächst weiterhin aufrechterhalten“, teilte die Behörde Karuza daher auf seine Einwendung schriftlich mit.

Allerdings wäre der Zweckverband durchaus zu Kulanz bereit. Man bringe „dem Personenkreis der Behinderten ein Höchstmaß an Verständnis entgegen“, schreibt die Behörde. Konkret bedeutet das: „Wir hätten die Verwarnung in eine Verwarnung ohne Verwarngeld geändert, wenn der Verkehrsteilnehmer unseren Vorschlägen gefolgt wäre“, erklärt Braun.

Dafür hätte der Münchner bis Ende Mai aber einen gültigen Parkausweis für Schwerbehinderte einreichen müssen. Stattdessen habe Karuza nun doch sein Verwarngeld überwiesen. „Aber sauer bin ich trotzdem.“

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