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Grüne fordern Analyse von Photovoltaik-Potenzial in Neubiberg 

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Von: Iris Janda

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Solarpark auf einer Freifläche vor einem Wald.
Die Grünen in Neubiberg fordern, dass das Potenzial von Photovoltaik-Anlagen in der Kommune untersucht wird. © dpa/Marcus Brandt

In Neubiberg setzen sich die Grünen mit zwei Anträgen dafür ein, den Umstieg von fossilen auf regenerative Energieträger in der Kommune voranzutreiben. Auch die Initiative Klimaneutral 2035 macht einen ähnlichen Vorstoß.

Die Neubiberger Grünen haben zwei Anträge gestellt, die die Abkehr von fossilen hin zu regenerativen Energien zum Ziel haben. Dies sei das Gebot der Stunde, erklärten sie ihr Anliegen in der jüngsten Gemeinderatssitzung. „Der Krieg in der Ukraine zeigt, dass die Energiewende auch Sicherheitspolitik ist“, heißt es in ihrer Erklärung.

Sie fordern zum einen, dass die Potenziale für die Energiegewinnung aus Photovoltaik-Anlagen auf dem Gemeindegebiet genau analysiert und die Ergebnisse offengelegt werden. Eine detaillierte Potenzialanalyse zur regenerativen Energieerzeugung in der Gemeinde sei schnell möglich, meint Grünen-Fraktionsvorsitzende Lucia Kott. Die Unterlagen zu entsprechenden Untersuchungen, die die Energieagentur Eberberg-München dazu angestellt hat, habe die Verwaltung bereits angefragt, erklärt Bürgermeister Thomas Pardeller (CSU) auf Nachfrage. Die Ergebnisse daraus werden im Rahmen der inhaltlichen Behandlung des Antrags dem Gremium vorgestellt.

Die Grünen-Fraktion verweist in ihrem Antrag auf einen Beschluss des Kreisausschusses für Energiewende, Landwirtschafts- und Umweltfragen vom Juni 2021. Danach wird Kommunen vom Landkreis die Hälfte der Kosten für die Erstellung kommunaler Energienutzungspläne durch die Energieagentur erstattet. Wesentliche Potenzialflächen seien demnach Korridore entlang von Autobahnen oder Schienen mit einem Abstand von maximal 200 Metern. Diese Fläche gebe es nach Ansicht der Grünen. „Allerdings werden sie derzeit für eine andere Nutzung vorgesehen – nämlich als künftiges Gewerbegebiet“, erklären die Grünen mit Anspielung auf eine mögliche Bebauung des Kapellenfelds.

Rathauschef Pardeller begrüßt grundsätzlich die Idee, PV-Freiflächenanlagen für das Gemeindegebiet zur prüfen. Er gibt allerdings zu bedenken, dass die meisten der theoretisch geeigneten Flächen nicht im Eigentum der Gemeinde seien. „Insofern ist eine Abstimmung mit den Grundstückseigentümern zwingend notwendig. Ansonsten würde man die Rechnung ohne den Wirt machen“, betont er.

Der zweite Antrag der Fraktion zielt auf die Förderungen von Gasheizungen an, die derzeit im Neubiberger Klimaschutzförderprogramm festgeschrieben ist. Diese solle „mit sofortiger Wirkung“ gestrichen werden. „Angesichts der aktuellen politischen Lage ist es die Aufgabe jeder Gemeinde, die Abhängigkeit von Gas aktiv zu reduzieren“, begründet Pascale Kollwitz-Jarnac das Ansinnen. Beide Anträge, die in der Sitzung vom Gremium formal angenommen wurden, seien zudem im Sinne des beschlossenen Ziels, bis spätestens 2040 in Neubiberg klimaneutral zu sein.

In eine ähnliche Richtung schlug auch Jens Coldewey von der Initiative Klimaneutral 2035 ein, der sich zu Beginn der Sitzung an das Gremium wandte. Er brachte wiederum einen weiteren Energieträger ins Spiel. So solle Neubiberg im Sinne einer unabhängigen Wärmeversorgung die Grundlagen für die Nutzung von Geothermie und Fernwärme schaffen. Die Nachbarn in Unterhaching hätten dazu bereits vor 20 Jahren die politischen Weichen gestellt.

Am hohen Zulauf, den derzeit die Veranstaltungen der Initiative zur Themen wie Photovoltaik und Wärmepumpen erhalten, werde deutlich, dass die Neubiberger bereit seien, in Klimaschutz und Versorgungssicherheit zu investieren, weil sie ihre Wärmeversorgung „unabhängig machen wollen von den Launen eines neu-stalinistischen Diktators.“ Die Neubiberger EU-Klimapaktbotschafterin Annika Gehrmann, Mitbegründerin der Initiative, fordert innerhalb des Landkreises „politisches Engagement über die Gemeindegrenzen hinaus“.

ija

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