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Erntefest feiert 50-jähriges Bestehen

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Seit 50 Jahren schon feiert der Trachtenverein D‘Hachingtaler das Erntefest. Heuer findet es nach zwei Jahren Coronapause wieder im Klostergarten des Marxhof statt.
Seit 50 Jahren schon feiert der Trachtenverein D‘Hachingtaler das Erntefest. Heuer findet es nach zwei Jahren Coronapause wieder im Klostergarten des Marxhof statt. © Archiv/oh

Nach coronabedingter Pause lädt der Trachtenverein D‘Hachingtaler heuer am 21. August wieder zum Erntefest. Dieses feiert Jubiläum.

Der Trachtenverein D’Hachingertaler lädt am Sonntag, 21. August, (Ausweichtermin bei schlechtem Wetter ist der 28. August) nach coronabedingter Pause endlich wieder zum Erntefest in den Klostergarten der Barmherzigen Schwestern im Marxhof an der Biberger Straße in Unterhaching ein. Das Erntefest feiert in diesem Jahr seinen stolzen 50. Geburtstag, aus der Taufe gehoben wurde es 1972.

Bereits in den 50ern und zu Beginn der 60er Jahre fand alljährlich das Erntedankfest der Pfarrei St. Alto am Hirschbrunnen im Perlacher Forst statt. Aus unbekannten Gründen stellte man diese nette Festlichkeit irgendwann ein.

1971 hatten zwei junge Trachtler, Alfons Griesberger und Anton Trost, die Idee, dieses Fest als Waldfest wiederaufleben zu lassen, scheiterten damit aber an den strengen Auflagen des Forstamtes.

Eine Anfrage zur Nutzung des Klostergartens der Barmherzigen Schwestern bei der damaligen Oberin Schwester Amaranda war erfolgreich und ermöglichte ein Jahr darauf, am 17. September 1972, erstmalig die Durchführung des damals noch „Erntedankfest“ genannten Festes.

Wegen der oftmals schlechten Witterung im September, wurde das Fest wenig später in die zweite Augusthälfte verlegt und der Name in „Erntefest“ geändert, da ja im August die Ernte noch nicht komplett eingebracht ist.

Der Grundgedanke „Erntedank“ und das Bewusstsein, dass Feld- und Gartenfrüchte Gottes Segens bedürfen, stehen allerdings nach wie vor für den Zweck des Festes. Die Unterhachinger Bürger nahmen diese Veranstaltung gerne an, und es entwickelte sich im Laufe der Zeit zu einem festen Bestandteil im Kulturkalender der Gemeinde.

Dem 1972 entworfenen Konzept ist der Verein bis heute treu geblieben, und große Teile der damals vom Anton Trost und einigen Helfern gefertigten Verkaufsstände sowie das Kaffeehäusl sind bis heute in Nutzung.

1973 erfolgte der Bau einer vereinseigenen Tanzbühne. Finanziert wurde dieses Vorhaben mit Waldarbeit. Unterhachinger und Taufkirchner Bauern spendeten Holz aus ihren Waldungen, das gemeinsam mit der Firma Griesberger bearbeitet und verkauft wurde. Mit dem Erlös ließ man bei Anton Stumpf in Taufkirchen das Bauholz schneiden. Unter fachkundiger Anleitung und Mithilfe des unvergessenen Pauli Hart wurde gemeinsam die neun mal neun Meter große Bühne mit Geländer zusammengezimmert. Diese Bühne wurde nach 34 Jahren Nutzung im Jahr 2007 durch die heutige Bühne ersetzt.

Rund 20 bis 25 Deandl und Buam bauen an zwei Wochenenden gemeinsam mit anderen Helfern Verkaufsstände, Bühne, Getränkeausschank, Grill sowie Tische und Bänke auf. Am eigentlichen Festsonntag sind bis zu 50 Trachtler sowie weitere Helfer im Einsatz, um die Stände zu betreiben und den Besuchern einen schönen Tag zu bereiten. Das alles ist nur durch den in vielen Jahren gewachsenen und bewährten kameradschaftlichen Zusammenhalt des Vereins möglich.

Das Fest wird am 21. August um 9.30 Uhr mit einem Festgottesdienst unter freiem Himmel eröffnet. Zum anschließenden Frühschoppen bei Weißwurst, Wiener, frischen Brezn und Reutberger Bier spielt wieder die „Dietramszeller Blaskapelle“ auf, die auch tagsüber die Gäste in bewährter Weise unterhalten und zum Tanz einladen wird. Wie gewohnt, werden die Besucher mit allerlei Schmankerln aus der bayerischen Küche, unter anderem Steckerlfisch, Grillfleisch sowie Wurst- und Fischsemmeln, verwöhnt. Im Kaffeehäusl werden die fleißigen Deandln des Vereins selbstgebackenen Kuchen, a ganz a sauguads Schmalzgebäck und Kaffee anbieten.

Die jüngsten Besucher können sich bei diversen Spielen die Zeit vertreiben.

Für technisch interessierte Besucher, aber auch für alle, die immer schon mal wissen wollten, wie das Korn für unser „täglich Brot“ früher gewonnen wurde, gibt es eine Vorführung auf einer historischen Dreschmaschine der Fa. Mengele aus Günzburg. Neben der Musik werden die Unterhachinger Trachtler selber mit Tanz- und Plattlereinlagen für Unterhaltung sorgen.

Mit dem traditionellen Kronentanz um 14 Uhr möchten sich die Unterhachinger Trachtler bei den Barmherzigen Schwestern, auch im Namen aller Gäste, herzlich dafür bedanken, dass der wunderschöne Klostergarten seit 50 Jahren als Veranstaltungsort von ihnen zur Verfügung gestellt wird.

2022 möchten die Trachtler damit auch Anton Trost, dem letzten noch lebenden Begründer des Festes für die Idee und seinen damaligen Mut, diese Idee zu leben, danken. Festausklang ist um 19 Uhr. Bei schlechter Witterung findet das Fest eine Woche später, also am 28. August, statt. Unter www.d-hachingertaler.de kann die entsprechende Information aktuell nachgelesen werden.

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