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Die unermüdlichen Helfer aus Taufkirchen

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Moritz Baller und sein Vater Matthias Baller setzen sich unermüdlich für die Menschen in der Ukraine ein. Ende nächster Woche geht es wieder mit Transportern direkt vor Ort, wo die Menschen sehr dankbar für all die Unterstützung aus Taufkirchen sind.
Moritz Baller und sein Vater Matthias Baller setzen sich für die Menschen in der Ukraine ein. © RALF_HEUBER

Es sei eine Herausforderung, aber eine, die sie gerne auf sich nehmen. Der 22-jährige Moritz Baller, seine Familie und Freunde unterstützen mit Hilfs-Transporten nach Polen und auch direkt in die Ukraine die dort dringend auf Sachspenden angewiesenen Menschen.

Hilflos — so fühlte sich der 22-jährige Student Moritz Baller aus Taufkirchen, als der Angriffskrieg Russlands auf die Ukraine losging. Doch dieses Gefühl der Hilflosigkeit schlug bei Baller in kurzer Zeit in Aktionismus mit. „Mir kam die Idee spontan, ich habe mich so hilflos gefühlt und wollte einfach nur helfen“, sagt er. Tatenlos zuschauen, was die Menschen in der Ukraine gerade erleben, das konnte der 22-Jährige , der gerade an seiner Bachelorarbeit an der Uni schreibt, nicht.

Mit Freunden verteilte Baller Infozettel über ihre kurzerhand geplante Spendenaktion für die Ukraine im Ort, ebenso waren seine Eltern Karo und Matthias Baller von Anfang an aktiv an der Seite ihres Sohnes. Und die Familie und deren Freunde stießen in Taufkirchen auf offene Ohren: „Die Spendenbereitschaft und das Interesse in der Nachbarschaft war von Beginn an überwältigend. Bei uns klingelte ständig das Telefon. So viele Menschen wollten helfen.“

Es dauerte gerade mal fünf Tage, bis Moritz gemeinsam mit Bekannten in vier Autos und einem Anhänger Richtung Polen aufbrachen. Ihr Ziel: Die in wenigen Tagen in Taufkirchen gesammelten Spenden in Flüchtlingsunterkünften in Polen abzugeben. „Alles ganz unbürokratisch und schnell“, betont der Student. Mittlerweile vier Mal sind die Taufkirchner Helfer mit vollgepackten Transportern nach Polen gefahren, zweimal waren sie in Rivne in der Ukraine. Am 20. Mai soll es wieder losgehen.

Ihre Hilfsaktion ist demnach längst den Kinderschuhen entwachsen und hat nun zahlreiche Unterstützter vor Ort und im Münchner Westen, wo eine befreundete Familie aus Untermenzing ebenfalls Sachspenden sammelt.

Inzwischen haben Baller und sein Team einen Raum, um ihre Sachspenden zu lagern. Ein Landwirt hat diesen zur Verfügung gestellt. Die Gemeinde Taufkirchen finanziere diesen, so Haller. „Unsere Garagen, die uns unsere Nachbarn zur Verfügung gestellt haben, platzten aus allen Nähten.“ Auch von Edeka-Filialen in Taufkirchen und Pullach komme viel Unterstützung. „Darüber sind wir sehr dankbar“, sagt Baller. Weiter erhielten sie neulich ein Ultraschallgerät, das ihnen einen Kinderarztpraxis spendete. Dieses jedoch galt es professionell zu verpacken. Dabei unterstützte wiederum eine Taufkirchner Logistikfirma, so dass das Gerät in kürzester Zeit in eine Klinik in der Ukraine gebracht werden konnte. „Darüber hinaus haben wir 15 Vollausstattungen von zwei freiwilligen Feuerwehrstationen aus dem Münchner Westen bekommen.“ Diese gingen in stark betroffene Gebiete der Ukraine, um dort bei der Brandbekämpfung und Trümmerbeseitigung eingesetzt zu werden.

Und ebenso wertvoll sei die Kooperation mit der in Deutschland lebenden Ukrainerin Oksana Pohl, die selbst in der Flüchtlingshilfe aktiv ist. Mit ihr habe Baller seinen Wirkungskreis erneut erweitern können, so berichtet er. Sie hat die Kontakte ins ukrainische Rivne. „Von dort werden die benötigten Sachspenden in Richtung Osten des Landes weiterverteilt“, so Baller.

Der Krieg geht nun seit Ende Februar. Doch die Hilfsbereitschaft der Familie Baller und all ihrer Unterstützer hält an. „Ich werde nie die strahlenden Kinderaugen und diese Dankbarkeit vergessen“, sagt Moritz Baller, der mit Unterstützung eines Freundes, Thorsten Neuhaus, auch Eindrücke auf einer eigenen Homepage festhält. Dort sind nicht nur alle nützliche Informationen rund um die Hilfsaktion der Taufkirchner zu finden. Auf der Homepage fassen die Helfer ebenso persönliche Erlebnisse und Eindrücke in Worte. Zahlreiche Bilder sind ebenso zu sehen. So schrieb Baller zum Beispiel nach seiner ersten Fahrt nach Polen: „Du siehst eine Mutter mit ihrem Kind und weißt, dass diese Menschen ein Leben geführt haben, wie du und ich. Die Mutter ist jeden Morgen in die Arbeit gegangen oder hat sich Zuhause um die Familie gekümmert, während das Kind mit anderen Kindern im Kindergarten gespielt hat. Und im nächsten Moment mussten sie das alles hinter sich lassen und sind vor dem Krieg im eigenen Land geflohen, um ihr Leben zu retten. Nun sind sie hier in Polen und haben nichts, außer dem, was sie tragen konnten.“

Erfahrungen wie diese und „die unglaubliche Hilfsbereitschaft hier im Ort“ motivieren den 22-jährigen und seine Familie weiterzumachen. „Es werden noch viele Aktionen folgen“, kündigt Baller an.

Weitere Informationen zur Taufkirchner Hilfsaktion gibt es im Internet unter www.moritz-baller.de. Es ist auch möglich, direkt eine E-Mail an kontakt@moritz-baller.de zu schreiben. Die Abgabe von Spenden ist nur nach vorheriger telefonischer Ankündigung entweder bei Matthias Baller: unter Telefon 0174 /148 29 79 oder bei Moritz Baller unter 01573 /755 31 15 möglich. Die Abgabe von Spenden erfolgt an der Tegernseer Landstraße 71 in Taufkirchen. Die genaue Liste benötigter Sachspenden findet man unter www.moritz-baller.de.

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