Diskussion um Bauumfang noch nicht beendet

Höhenkirchen-Siegertsbrunn: Überarbeitete Pläne für Neubau des AWO „Pfiffikus“ sorgen im Gemeinderat für Unmut

Awo Kinderhaus Pfiffikus in Höhenkirchen-Siegertsbrunn
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Das Awo Kinderhaus Pfiffikus in Höhenkirchen muss dringend erneuert werden. Über die Ausmaße eines entsprechenden Bebauungsplans gab es allerdings im Gemeinderat Diskussionen.

Der Kindergarten Pfiffikus soll neu gebaut werden. Dazu muss die Gemeinde einen Bebauungsplan aufstellen. Doch Teilen des Gemeinderats ist der Bauumfang trotz Überarbeitung noch zu groß. Auch die geplante Hol- und Bring-zone gefällt nicht jedem.

„Zu hoch, zu dicht, zu wenig frei“ – so lautete das Fazit von Gemeinderat Otto Bußjäger (UB) zum überarbeiteten Bebauungsplan für das AWO-Kinderhaus „Pfiffikus“. Diesen hatte der Planer Oliver Prells vom Planungsverband Äußerer Wirtschaftsraum München dem Gemeinderat Ende April vorgestellt, nachdem der Bau- und Liegenschaftsausschuss in seiner Februarsitzung an einigen Stellen noch Nachbesserungen wünschte.

Die Veränderungen, die beim Umfang des Baukörpers vorgenommen wurde, gingen Bußjäger nicht weit genug. Er befürchtete, die Gemeinde könnte hier eine Gefälligkeitsplanung machen. „Welche städtebaulichen Ziel verfolgen wir da? Wollen wir hier Klotzbildung in Gartenstadtcharaker?“, fragte Bußjäger ins Gremium. Für ihn sei dies nicht der richtige Platz, um eine solche Nachverdichtung zu machen.

Vorgestellt hatte Prells einen dreigeschossigen Hauptbaukörper an der Straße und einen untergeordneten Bau mit zwei Geschossen im südlichen Rückbereich. Die Gebäude sollen l-förmig zueinander angeordnet sein, um den Baumbestand im südwestlichen Teil zu erhalten. Vor dem Hauptgebäude soll es eine Hol- und Bringzone geben. Stellplätze werde es vor allem unterirdisch in einer Tiefgarage geben. Es seien vier oberirdische Stellplätze vorgesehen sowie Fahrradstellplätze im Bereich unter den Bestandsbäumen vor dem Gebäude.

Planer Prells betonte, dass es sich bei der Visualisierung des Bebauungsplans nur um das maximal Mögliche handle, das wegen anderer baurechtlicher Vorgaben in diesem Ausmaß nicht umgesetzt werden könne. Dennoch sprach sich auch Bußjägers Parteikollegin Andrea Hanisch gegen das überarbeitete Konzept aus, das „zu kompakt und zu wuchtig“ sei.

Sie wollte wissen, wie viele Wohnungen dort entstehen sollen, um damit die Ausmaße der Bauplanung zu erklären. Im Bebauungsplan könnten nur die Rahmenbedingungen einer späteren Bebauung festgelegt werden, nicht aber, was am Ende dort gebaut wird oder wie viele Wohnungen entstehen, erklärte Bürgermeisterin Mindy Konwitschny (SPD).

„Ich höre ganz viel Kritik, dass wir hier Kita machen“, bemängelte Britta Werhahn (SPD). Der Kindergarten sei der älteste am Ort und benötige dringend einen Neubau. „Der Pfiffikus ist in einem extrem schlechten Zustand“, stellt sie klar.

Schwerpunkt auf der Kinderbetreuung

Doch auch SPDlerin Werhahn wollte wissen, wie viel der Bebauung den Kindern zugute komme und wie viele Wohnungen entstehen sollen. Sie forderte den Schwerpunkt auf die Kinderbetreuung zu legen. Rathauschefin Konwitschny versicherte, dass es dem Bauträger nicht um großen Profit, sondern um bezahlbaren Wohnraum für das Kita-Personal gehe. Außerdem gebe es festgelegte Gruppengrößen. Die bisherigen Planungen hätten 16 Wohnungen vorgesehen, erklärte Oliver Prells dazu. Nach der Überarbeitung wären nur noch acht bis zehn umsetzbar.

Peter Guggenberger (CSU) begrüßte, dass der Planer die Baumasse im rückwärtigen Bereich deutlich reduziert hat und dass durch die l-förmige Anordnung so viele Bäume wie möglich erhalten bleiben. Er schlug vor, die Firsthöhe für den südlichen Bereich festzuschreiben, damit der Bau auf zwei Vollgeschosse festgelegt wird. Einem entsprechenden Antrag, für elf Meter Firsthöhe im nördlichen und zehn Meter im südlichen Teil stimmte die Mehrheit des Gremiums zu. Andrea Hanisch lehnte den Vorschlag ab und stellte klar: „Drei Geschosse im Nordteil sind mir zu viel.“

Ein weiterer Zankapfel neben des Gebäudeumfangs war die geplante Hol- und Bringzone. Als „Hotelauffahrt“ bezeichnete sie etwa Ulrike Michl (Grüne). Ihre Parteikollegin Janine Schneider bereitete die Zone „Bauchweh“. Schneider mutmaßte, dass diese mehr zu einer Halte- und Parkbucht verkommen werde. Doch den Vorschlag der Bürgermeisterin, die Zone zu verkleinern, und den Bereich so für Fahrradfahrer attraktiver zu machen, erteilte Guggenberger eine Absage: „Es wird ein Wunschtraum bleiben, dass nur noch Radler kommen.“

Nur durch die Zufahrt könne verhindert werden, dass sich der Verkehr auf die Englwartinger Straße verlagere. Hanisch schloss sich dem an. In dem Bereich herrsche ein hohes Verkehrs­aufkommen, wenn die Kinder gebracht werden. „Ich verstehe den Wunsch der Grünen, wir wollen etwas ganz Anderes haben“, sagte Hanisch. Die Realität sehe anders aus.

Der Beschlussvorschlag der Verwaltung, den Vorentwurf des Bebauungsplans zu billigen, wurde mit den Gegenstimmen von Otto Bußjäger und Andrea Hanisch sowie den SPDlerinnen Britta Werhahn und Julia Leidl angenommen. Die Diskussion um den Gebäudeumfang ist damit noch nicht beendet: Hanisch kündigte bereits an, einen Antrag zu stellen, die Firsthöhe des nördlichen Gebäudes zu verringern.

Iris Janda

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