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Hohenbrunn gründet zusammen mit Höhenkirchen-Siegertsbrunn eine Arge Wärmewende

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Von: Iris Janda

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Mehrere Bauarbeiter verlegen Rohre in einem Graben.
Die Arge Wärmewende soll unter anderem dafür sorgen, dass wie hier an der Stadtgrenze in Perlach auch in den Landkreisgemeinden ein Fernwärmenetz aufgebaut wird. © SWM

Eine von Hohenbrunn und Höhenkirchen-Siegertsbrunn ins Leben gerufene Arge Wärmewende soll dazu beitragen, dass bei Themen wie Fernwärmenetz und Geothermieausbau an einem Strang gezogen wird. Weitere Gemeinden sind dazu aufgerufen, sich anzuschließen.

Das Thema Wärmeversorgung treibt, verstärkt durch den Krieg in der Ukraine und die Energiekrise, Gemeinden und ihre Bürger im Landkreis um. Auch für die Zukunft ist es mit Blick auf die Klimakrise wichtig, jetzt die richtigen Rahmenbedingungen zu schaffen. Die Gemeinde Hohenbrunn ruft nun gemeinsam mit Höhenkirchen-Siegertsbrunn eine Arbeitgemeinschaft (Arge) Wärmewende ins Leben, um die Kräfte bei diesem Thema zu bündeln. „Wir tun uns zam, weil wir gemeinsam mehr erreichen“, so Hohenbrunns Bürgermeister Stefan Straßmair (CSU). In der jüngsten Sitzung des Hohenbrunner Gemeinderates stimmte dieser einstimmig entsprechendem Grundsatzbeschluss zu.

Insbesondere gehe es darum, auch ein Stück vom „wertvollen Schatz im Untergrund“, der Tiefengeothermie, abzubekommen. Ebenso wichtig dafür wie auch für andere Energiequellen wie Biomasse ist der Ausbau des Nah- und Fernwärmenetzes. Es gehe bei der Arge darum, sich bei der Entwicklung dieser beiden Aufgabengebiete interkommunal zu beraten und ein gemeinsames Vorgehen abzustimmen, erklärte Straßmair.

„Dadurch können wir gemeinsam gegenüber den Stadtwerken auftreten“, so der Rathauschef weiter. Diese betreiben unter anderem die Geothermieanlagen in Dürrnhaar, Kirchstockach sowie Sauerlach und möchten in den kommenden Jahren weitere Geothermiepotenziale in der Region erschließen.

Zudem gehört den Stadtwerken München (SWM) das „Fernwärmenetz Süd“, das durch die Gemeinden Ottobrunn, Neubiberg, Hohenbrunn sowie das Gewerbegebiet Brunnthal-Nord verläuft. In Hohenbrunn gehen die Leitungen entlang der B471 bis zur Ortsmitte und dann über den Nottinger Weg nach Riemerling. Ziel dieses Netzes ist es, das „Fernwärmenetz Perlach“ der SWM an die Geothermieanlage in Kirchstockach anzuschließen. Wie die SMW einen Tag nach der Hohenbrunner Sitzung in einer Pressemitteilung verkündeten, sollen diese Anschlussarbeiten noch in diesem Monat beendet werden.

Davon profitieren allerdings nur wenige Anwohner in den Gemeinden, da innerhalb der Orte kein Fernwärmenetz besteht. Das soll die Arge Wärmewende nun ändern. Neben dem flächendeckenden Netzausbau in den Gemeinden soll es dort auch um individuelle Ausbauziele oder die Möglichkeit zusätzlicher Erzeugungsanlagen gehen. Durch die Arge könnten personelle Ressourcen geschont und Synergieeffekte geschaffen werden. „Was daraus am Ende entsteht, werden wir sehen“, meinte Straßmair.

Beraten wird das Projekt von der Energieagentur Ebersberg-München. Als Budget seien vorerst 8000 Euro für den Haushalt 2023 vorgesehen. Diese würden vermutlich gar nicht ganz ausgeschöpft werden, denn auch der Landkreis soll finanziell und personell unterstützen.

Regina Wenzel (SPD) begrüßte das Vorhaben ausdrücklich. Sie wollte wissen, ob noch mehr Gemeinden dazu aufgerufen sind, sich an der Arge zu beteiligen. „Je mehr da mitmachen würden, umso wirkungsvoller wäre es“, so Wenzel. Mit anderen Gemeinden sei man im Gespräch, wer am Ende mitmachen möchte, werde sich zeigen, erklärte der Rathauschef.

„Besser spät als nie“, befürwortet Manfred Haucke (Bürgerforum) die Arge-Gründung. Es sei bekannt, wie schwer es wäre, mit den Stadtwerken zu verhandeln. „Je besser man die kommunale Macht gegen die Stadtwerke mit ihrer Quasi-Monopolstellung bündeln kann, umso besser“, meinte Haucke. Eine genauere Zeitplanung werden im Umwelt- und Klimaschutzausschuss bekannt geben. „Wichtig war es, mit diesem Grundsatzbeschluss des Gemeinderates hier einen Startpunkt zu setzen“, so Bürgermeister Straßmair.

Beim Mitbegründer Höhenkirchen soll der Gemeinderat im November einen Beschluss fassen. Auch mit anderen Kommunen sei sie im ständigen Austausch, erklärt Hohenbrunns Klimamanagerin Ilona von Schaubert auf Nachfrage. Wann die Projektkoordination der Arge beauftragt werden kann, hänge davon ab, wann die Beschlüsse in die Gemeinderäte kommen. „Wir hoffen, das es dieses Jahr noch klappt“, so die Klimaschutzmanagerin.

Iris Janda

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