Hohenbrunn verabschiedet Richtlinien zur sozialen Bodennutzung

Wohnen wird wieder bezahlbarer

Wohnraum soll bezahlbarer in Hohenbrunn werden.
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Hohenbrunn treibt die Realisierung von bezahlbarem Wohnraum weiter voran. Die Richtlinien stehen fest.

Vier Jahre, nachdem die Gemeinde Hohenbrunn beschloss, sozialgerechte Bodennutzung zur Anwendung zu bringen, verabschiedete der Gemeinderat nun in der jüngsten Sitzung die Richtlinien.

Die Gemeinde Hohenbrunn ist durch die Nähe zur Stadt für viele Familien, ältere und auch junge Menschen ein attraktiver Wohnort. Doch ist der Wohnungsmarkt nicht mehr nur in München angespannt, auch die Bürger im Landkreis tun sich bei der Suche nach einer bezahlbaren Wohnung schwer. Sie können es sich schlichtweg nicht leisten. Mittel- und Geringverdiener müssen deshalb nicht selten der Gemeinde den Rücken kehren. Dies würde sich bereits in der Einwohnerentwicklung widerspiegeln.

Vor vier Jahren, im März 2017, hatte der Gemeinderat beschlossen, „im Rahmen künftiger Wohnbaulandausweisungen, soweit möglich und rechtlich zulässig, Ziele der sozialgerechten Bodennutzung zur Anwendung zu bringen.“Der Ort soll sich weiterent-

wickeln – und das ist westlich der Bahn möglich. Dort soll die nun jüngst gefasste Richtlinie berücksichtigt werden. Unter anderem greift die Richtlinie bei einer Neuausweisung von Baugebieten, bei Nachverdichtungen und bei der Änderung von Baugebieten. Allerdings soll sie erst ab der Bauleitplanung einer zusätzlichen Geschossfläche für Wohnnutzungen von mehr als 500 Quadratmetern greifen. Konkret bedeutet das auch, dass die neue Wohnfläche, die geschaffen wird, zu einem Drittel für Bürger mit niedrigerem Einkommen günstiger zur Verfügung gestellt werden sollen. Das heißt, die Mieten oder/und Kaufangebote sollen angepasst werden.

In Bezug auf die Planungsrichtlinien hielten die Gemeinderäte Rücksprache mit dem anwesenden Rechtsanwalt Frank Sommer. Dem Gremium war es wichtig, dass diese Planungsrichtlinien als Richtlinien und nicht als Leitlinien festgelegt werden. Regina Wenzel (SPD) war sich dessen bewusst, dass „das Problem des bezahlbaren Wohnraums zwar nicht gelöst“ werde, aber die Gemeinde mit diesen Richtlinien ihren Beitrag leisten könne.

Und nicht nur westlich der Bahn wird in Hohenbrunn bezahlbarer Wohnraum entstehen. Vergangenes Jahr im Februar wurde der Grundstein für das Wohnbauprojekt „Zuhause am Hölzl“ gelegt, das an der Robert-Bosch-Straße in Riemerling entsteht. 25 Wohnungen werden es, die in diesem Jahr bezogen werden können.

Vier Jahre hat es gedauert, aber nun wurden die Planungsrichtlinien für die soziale Bodennutzung am 25. März, einstimmig verabschiedet. So sehr die Gemeinderäte auf den Beschluss der sozialgerechten Bodennutzung hinfieberten, so sehr war auch ein Beschluss in Bezug auf Öffnung des alten Hallenbades für die Leistungsschwimmer gewünscht. Zu einem Beschluss kam es indes nicht, die Gemeinderatssitzung wurde um

22.35 Uhr geschlossen. Dagegen warf auch niemand der anwesenden Räte Einwand ein. Allerdings beklagten die Hohenbrunner Grünen im Nachgang auf ihrer Homepage, dass „es bei Abstimmungen im Hohenbrunner Gemeinderat oft unübersichtlich zugeht ... und auch, dass der Akt des Abstimmens bisweilen chaotisch verläuft.“

Melanie Schröpfer

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