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Hospizkreis Ottobrunn feiert 20-jähriges Bestehen

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Von: Iris Janda

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Eine Person hält die Hand einer älteren, liegenden Person.
Sterbenden und schwerkranken Menschen in den letzten Wochen etwas Gutes tun – das ist die Aufgabe von Hospizbegleitern. Beim Hospizkreis Ottobrunn engagieren sich Ehrenamtliche schon seit 20 Jahren dafür. © Felix Kästle/dpa

Jubiläum beim Hospizkreis Ottobrunn: in diesem April feiert er sein 20-jähriges Bestehen. Seit 2002 stehen ehrenamtliche Hospizbegleiter Menschen in ihrer letzten Lebenszeit bei und ermöglichen ihnen ein würdevolles Sterben.

Schwerkranken und sterbenden Menschen etwas Gutes tun – das hat sich der Hospizkreis Ottobrunn zur Aufgabe gemacht. Seit 20 Jahren schon machen ehrenamtliche Hospizbegleiter Bürgern aus dem südöstlichen Landkreis die letzten Wochen und Monaten ihres Lebens angenehmer, sie schenken Aufmerksamkeit und Würde.

„Eine Frau hat einmal geschwärmt, dass sie so gern in ein bestimmtes Restaurant möchte, da ist eine Hospizbegleiterin mit ihr dorthin gefahren“, erzählt Vorstandsmitglied Willi Klein. Als er in Rente ging und sich ehrenamtliche engagieren wollte, ist Klein vor 13 Jahren dem Verein beigetreten und hat die Ausbildung zum Hospizbegleiter absolviert. Seit einigen Jahren ist er im Vorstand und dort für die fachliche Betreuung und die Ehrenamtlichen zuständig.

Klein ist noch immer selbst als Hospizbegleiter tätig und weiß: „Man lernt für sich selbst sehr viel.“ Die Tätigkeit helfe dabei, den Umgang mit Tod und Sterben zu erlernen. Eine Fähigkeit, die früher oder später bei Sterbefällen im privaten Umfeld sehr hilfreich sein kann.

Der Verein startete 2002 mit 87 Mitgliedern und 13 ehrenamtlichen Begleitern, mittlerweile sind es 450 Mitglieder und rund 90 Ehrenamtliche. Im Schnitt begleiten diese 250 Menschen pro Jahr in ihren letzten Wochen und leisten so jährlich über 4000 ehrenamtliche Stunden. Den Namen trägt der Hospizverein wegen seines Sitzes an der Friedenstraße 21 in Ottobrunn. Das Einsatzgebiet erstreckt sich aber darüber hinaus in die umliegenden Gemeinden Neubiberg, Putzbrunn, Hohenbrunn, Höhenkirchen-Siegertsbrunn, Brunnthal und Aying.

Überall dort können Menschen unabhängig von einer Mitgliedschaft im Verein die Leistungen kostenlos in Anspruch nehmen. Neben der Hospizbegleitung bietet der Verein auch Angebote für Trauernde wie das Trauercafé und Wanderungen für Trauernde an. Zu den Leistungen gehört auch die Erstaufnahme und Betreuung durch die drei Koordinatorinnen, die zu den Pflegenden nach Hause fahren und schauen, was benötigt wird.

„In der Regel kommen die Menschen aus dem Krankenhaus nach Hause, aber dort ist noch nichts vorbereitet wie beispielsweise ein Pflegebett“, verdeutlicht Klein. Im nächsten Schritt beurteilen die Koordinatorinnen, welcher Hospizbegleiter am besten zu der Person passt. „Wir machen selbst die Ausbildung und kennen daher die Begleiterinnen gut. Es wird geschaut, wo die Chemie am besten passt“, so Klein.

Aktuell ist die jüngste Begleiterin 35 Jahre alt. Die Altersstruktur sei relativ hoch, weil viele nur in Rente genug Zeit haben, um sich ehrenamtlich zu engagieren. Auch aufgrund der persönlichen Reife seien die Begleiter eher älter. Daher ist der Hospizverein Ottobrunn auch immer auf der suchen nach Personen, die ehrenamtliche Begleiter werden möchten. „Empathie ist dafür die Grundvoraussetzung“, betont Klein. Auch eine psychische Stabilität sei wichtig. Damit die Begleiter auch mit belastenden Situationen gut umgehen können, finden regelmäßig interne wie externe Supervisionen statt.

Sie alle sind ebenso wie die Vereinsmitglieder und weitere geladene Gäste, darunter Landtagspräsidentin Ilse Aigner und Landrat Christoph Göbel, zur großen Festveranstaltung anlässlich des Jubiläums am 20. Mai eingeladen. Und auch im weiteren Verlauf des Jahres soll gefeiert werden: von August bis November finden Veranstaltungen in den Gemeinden des Verbreitungsgebiets statt. „Dafür sind wir gerade mitten in der Planung“, verrät Vorstand Klein.

In Neubiberg sei beispielsweise ein Benefizkonzert der Unterbiberger Hofmusik geplant, in Putzbrunn soll ein Improvisationstheater mit den Tabutanten stattfinden. Auch eine Hoagascht wird es geben. Zusätzlich erfahren Interessierte dort in Kurzvorträgen alles Wissenswerte über den Verein.

Iris Janda

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