Der Landkreis München bereitet sich schon jetzt auf den Herbst vor

„Mobile Aktionen werden wir stark ausweiten“

Ein Luftfilter steht bereits in einem Klassenraum an der Grundschule Neubiberg.
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Ein Luftfilter steht bereits in einem Klassenraum an der Grundschule Neubiberg.

Jetzt im Sommer müssten laut Landrat Christoph Göbel im Landkreis München alle Voraussetzungen geschaffen werden, damit ab September möglichst normal Unterricht stattfinden kann. Dazu gehört die Anschaffung von Luftfiltern, aber auch das Impfen.

Es ist das erste Wochenende der Sommerferien. Doch der Blick richtet sich schon jetzt auf die Zeit nach den Ferien. „Der Freistaat hat ausreichend Testkits bestellt“, berichtet Landrat Christoph Göbel (CSU) jüngst in der digitalen Pressekonferenz. Und aus dem Kultusministerium heißt es bereits jetzt, dass es zu Schuljahresbeginn auf alle Fälle eine Maskenpflicht geben wird, um zu verhindern dass sich durch Reiserückkehrer Infektionen verbreiten.

Neben Tests und Masken gibt es aber noch den dritten Garanten für den hoffentlich stattfindenden Präsenzunterricht: die Luftfilter. Und da findet Landrat Göbel deutliche Worte: Der Freistaat sagte zwar zu, die Anschaffung von Luftreinigungsgeräten zu 50 Prozent zu fördern. Doch: Angaben, welche Geräte in welchem Raum geeignet sind, dazu macht der Freistaat keine Empfehlungen. „Man macht es sich zu einfach“, klagt Göbel. Es sei nicht damit getan, ein Förderprogramm anzubieten, aber den Rest auf Städte und Kommunen abzuwälzen. Das Landratsamt sichtet also derzeit selbst den Markt. „Es gibt da zum Beispiel Geräte, die machen so viel Lärm, als wäre man auf einer Baustelle“, so Göbel. Hinzu kommt, dass der Katastrophenfall nicht mehr ausgerufen ist. Für die Auslieferung der Geräte sei daher nicht mehr das Technische Hilfswerk zuständig, so der Landrat, man müsse Dienstleister beauftragen, die Geräte in die Schulen zu bringen. Unabhängig aber davon, ob in einem Klassenzimmer ab Herbst ein Luftfilter stehe, käme es auch weiterhin auf das Stoßlüften an.

Derzeit geht der Landrat davon aus, dass es im Herbst nicht zu Schulschließungen komme. „Es gäbe sonst einen riesigen Widerstand in der Bevölkerung. Wenn dann gibt es Wechsel­unterricht“, so Göbel. Und so zeigt er sich auch erleichtert, dass Familien die Impfangebote im Landkreis wahrnehmen: „Den Familien ist Schule wichtig, so lassen viele ihre Kinder und Jugendlichen impfen.“ Dies sei unkompliziert möglich. „Bunt gemischt von zwölf bis 17 Jahren durch alle Altersklassen“ würden sich derzeit junge Menschen im Landkreis impfen lassen, heißt es aus dem Landratsamt. Im Oberhachinger Impfzentrum stehen montags, mittwochs, freitags und sonntags sogar Kinderärzte für Beratungsgespräche zur Verfügung.

Zudem setzt der Landkreis auf alle möglichen Sonderaktionen, um es bislang ungeimpften Personen so leicht wie möglich zu machen, ein Impfangebot zu bekommen. „Mobile Aktionen werden wir stark ausweiten“, betont der Landrat. Auf das Impfen kommt es nach wie vor an. Und so appelliert Göbel auch an die Bevölkerung, weiter vorsichtig zu sein und sich der Gefahr des Virus bewusst zu sein. Gerade mit der nun dominierenden Delta-Variante sei es noch schwieriger geworden, in Deutschland eine Herden­immunität zu erreichen. Ihm sei durchaus bewusst, dass viele nun eine Urlaubsreise geplant und nach all den Corona-Monaten einen Tapetenwechsel bitter nötig hätten. Doch Urlaubspläne seien laut Göbel ja durchaus vereinbar mit einer Impfung. „Junge Menschen können sich jetzt impfen und die Zweitimpfung dann auf das Ferienende legen. Dann starten sie gut geschützt ins neue Schuljahr.“

Impfstoff sei genügend da, oft habe man sogar die Wahl, welchen Impfstoff man gerne hätte. Wer geimpft werden möchte, kann nach wie vor einfach in einem der vier Impfzentren des Landkreises vorbeischauen — auch ohne Termin und unabhängig davon, ob er im Landkreis wohnt.

Informationen zu Impf-Sonderaktionen bei Sport-Vereinen oder Wochenmärkten finden Interessierte unter www.landkreis-muenchen.de/jetztimpfen. Sonderaktionen gibt es unter anderem am Samstag, 31. Juli, von 14 bis 18 Uhr beim TSV Sauerlach in der Mehrzweckhalle, Am Otterloher Feld 2.

Eine weitere Impfaktion gibt es am Montag, 2. August, von 15 bis 20 Uhr beim Rewe-Markt an der Römer Straße 16 in Großhelfendorf. Ebenso können sich Impfwillige im Auto beim Drive-In bei Jochen-Schweizer an der Ludwig-Bölkow-Allee 1 in Taufkirchen am Montag, 2. August, von 10 bis 17.30 Uhr impfen lassen.

Am Mittwoch, 4. August, besteht die Möglichkeit, sich am Bahnhofsplatz in Sauerlach von 10 bis 16.30 Uhr impfen zu lassen. Der Impfbus hält in Unterhaching am Donnerstag, 5. August, von 11 bis 17.30 Uhr am Rathausplatz am Grünen Markt.

Bei Edeka Stefan Alex macht das mobile Impfteam des Landkreises am Freitag, 6. August, von 8.30 bis 11 Uhr sowie am Mittwoch, 11. August, von 15 bis 19.30 Uhr Station.

Die Möglichkeit sich impfen zu lassen, besteht auch beim Hachinger Tisch an der Eichenstraße 28 in Taufkirchen am Freitag, 13. August, von 10 bis 13 Uhr.

Eine Impfteam steht ebenso am Montag, 16. August, von 14 bis 17.30 Uhr bei der SpVgg Höhenkirchen an der Sportplatzstraße 13 bereit. 

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