Schnelltestzentren im Landkreis München

Das Geschäft mit den Tests

Der Unternehmer Jochen Schweizer betreibt in Taufkirchen  eine Schnelltest-Station.
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Der Unternehmer Jochen Schweizer betreibt in Taufkirchen eine Schnelltest-Station.

Negativnachweise werden immer wichtiger. Wenn der Inzidenzwert stabil unter 100 liegt, hat der bayerische Ministerpräsident Markus Söder ab kommender Woche Öffnungen in Aussicht gestellt. Und somit wird das Geschäft mit den Schnelltests immer interessanter.

Wer einen Bürgertest auf Covid-19 machen lassen möchte, hat an sieben Tagen die Woche dazu Gelegenheit. Mit jeder Woche gibt es seit März neben Apotheken mehr und mehr Stationen, auch von privaten Anbietern, an denen Bürger in kurzer Zeit ein Testergebnis vorliegen haben können. Das Angebot ist kostenlos, eine Begründung, warum der Test durchgeführt werden soll, ist nicht erforderlich. Zudem erhalten die Tests immer mehr Bedeutung. Bayerns Ministerpräsident Markus Söder hat am Montag Öffnungsmöglichkeiten bei der Außengastronomie, bei Kultureinrichtungen wie Theater und Kinos und im Sportbereich in Aussicht gestellt, sollte die regionale 7-Tages-Inzidenz unter 100 liegen. Allerdings sei immer auch ein Negativnachweis nötig, so wie derzeit schon beim Frisörbesuch. Einige Bürger des Landkreises werden sich in den vergangenen Tagen darüber gewundert haben, dass pro Test an den Coronateststellen in Neubiberg oder im Bürgerhaus Haar für einen Test plötzlich 30 Euro fällig waren. Der Mediziner Dr. Gerald Heigis betreibt die beiden Teststellen in Haar und in Neubiberg wie einige weitere im Landkreis und in der Stadt München. Warum aber musste man in Haar und Neubiberg in den vergangenen Tagen plötzlich für einen Schnelltest 30 Euro zahlen? Das Landratsamt München weiß dazu mehr: Die Stadt habe Heigis für seine Stationen in der Landeshauptstadt München beauftragt. Doch wie die Abrechnung im Landkreis ablaufe, war nicht geklärt. Der Antrag auf Beauftragung wurde nun jedoch nachgereicht, das Landratsamt hat diesen ebenso positiv beschieden. Nun sind auch die Tests in Haar und Neubiberg wieder kostenlos, da sie als „kostenlose Bürgertests“ wieder angeboten werden dürfen. Nun können die Kosten wieder direkt mit der Kassenärztlichen Vereinigung Bayern (KVB) abgerechnet werden.

Grundsätzlich könne jeder ein Testzentrum eröffnen. Nötig ist nur, sich von einem Mediziner schulen zu lassen. So bietet neuerdings auch der Unternehmer Jochen Schweizer in seiner Event-Arena an der Ludwig-Bölkow-Allee 1 in Taufkirchen Covid-19-Testungen an. Es ist eine Drive-In-Station, Testwillige bleiben beim Abstrich im Auto sitzen. Der Bürgertest komme für Bürger mit deutschem Wohnsitz und einem deutschen Aufenthaltsrecht nicht nur einmal pro Woche, sondern sieben Mal pro Woche infrage, so Schweizers Testzentrum. Die Continovation GmbH sei vom Gesundheitsreferat München beauftragt worden, die Covid-19 Testungen durchzuführen. Testwillige benötigen nur ihren Personalausweis. Das Ergebnis des Antigen-Schnelltests liegt in zirka 15 Minuten vor. Kinder ab drei Jahren können in Taufkirchen ebenso getestet werden, es gibt spezielle kindgerechte Tests. Kinder sollten vor diesen 30 Minuten nichts gegessen oder getrunken haben. Es ist möglich, ohne Termin vorbeizukommen, eine Online-Registrierung ist vorab erforderlich unter www.jochen-schweizer-arena.de/corona-teststation/.

Landrat Christoph Göbel begrüßt es, dass es im Landkreis immer mehr Teststationen gibt. Die Standortwahl spiele keine Rolle, ungewöhnlichere Orte könnten sehr praktisch sein wie zum Beispiel das Autokino Aschheim, bei dem Testwillige ebenso wie bei der Jochen-Schweizer-Arena ihr Auto nicht verlassen müssen.

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