Kirchheim als Pilot-Gemeinde für Tramling-App

„Schnell etwas für den Klimaschutz tun“

Umweltreferent Robert Maier (v.li), Tramling-Chef Jörg Überla und Bürgermeister Maximilian Böltl.
+
Umweltreferent Robert Maier (v.li), Tramling-Chef Jörg Überla und Bürgermeister Maximilian Böltl besichtigen das Aufforstgebiet.

Die Gemeinde Kirchheim will nicht nur durch Stromsparen ihren Beitrag zum diesjährigen „Earth Day“ leisten – sie will auch die Autofahrten CO2-neutral machen. Wie passt das zusammen? Zählt doch das Auto zu den größten Klima-Killern. 

Wie Autofahren und Klimaschutz zusammenpassen können, erläutern Tramling-

App-Gründer Robert Überla, Bürgermeister Maximilian Böltl und Kirchheims Umweltreferent Robert Maier. Alle drei sind sich in einer Aussage einig: „Wir müssen schnell etwas für den Klimaschutz tun, denn die Politik reagiert viel zu langsam.“ Deshalb hat Robert Überla aus Icking die Tamling App erfunden, die vor allem auf die Entfernung des selbsterzeugten CO2 bei der eigenen Autofahrt zielt. Dabei wird die App beim Start aktiviert und zugleich der Autotyp gewählt. Anhand der zurückgelegten Kilometer wird der erzeugte Kohlendioxid-Ausstoß und die entstandenen Kosten berechnet. Beispiel: Fünf Euro zahlt man für 500 gefahrene Kilometer und finanziert damit den Aufkauf von EU-Emissionsrechten und deren damit verbundene Stilllegung. Da Kirchheim von Jörg Überla als Pilotgemeinde gewählt wurde, ging diese gleich mit gutem Beispiel voran. In den ersten drei Monaten übernimmt die Gemeinde für die ersten 100 Teilnehmer und für insgesamt 50.000 Kilometer die Kosten. Zugleich erweitert die Kommune mit einer zusätzlichen Maßnahme ihren Klimaschutz-Bemühungen: Sie forstet gleichzeitig 10.000 Quadratmeter Wald auf. „Dafür stellen wir entlang des Heimstettener Mooswegs nördlich der St 2082 eine Fläche von 10.000 Quadratmeter zur Verfügung, auf der 2000 bis 3000 Bäume gepflanzt werden können“ erklärte Maximilian Böltl. „Die ersten Setzlinge werden ab Herbst gepflanzt - ein Baum kostet, je nach Art, zwischen 2,50 und fünf Euro“ so Umweltreferent Robert Maier, „aber das könnte nur der Anfang sein. Es gäbe noch viele Flächen entlang der A99, die nach Aufforstung einen idealen Filter zwischen Autobahn und Wohnbereich bilden“. Diese Kombination sieht Böltl „als Möglichkeit, Emissionsrechte und Aufforstung unter einen Hut zu bringen“. Jörg Überla hat natürlich mit seiner App auch Ziele im Auge: „Wir möchten ab dem Earth Day eine Million neutralisierte Kilometer erreichen. Aktuell haben wir schon 140.000 Kilometer geschafft.“ Darunter sind auch 1700 Kilometer, die von Kirchheimer Bürgern schon „eingefahren“ wurden.

Sollte sich das Projekt im Anfangsstadium erfolgreich erweisen, denkt Überla schon weiter: Als „digitales Mitfahrbankerl“ möchte er über die App gemeinschaftliche Fahrten organisieren. Für ihn soll Tramling „nicht anregen, mehr Auto zu fahren, sondern dies zu reduzieren“. Aber für seine Vision „braucht man eine kritische Masse von Teilnehmern“, die auf dem Land leider oft nicht vorhanden ist. Es wird sich zeigen, in welchem Ausmaß Kirchheims Bürgerinnen und Bürger für den Klimaschutz und die damit verbundenen Baumpflanzungen ihr Auto nutzen. Infos unter www.gemeinsam-ans-ziel.eu und www.kirchheim-heimstetten.de.

Gerhard Fuhrmann

Weitere Nachrichten in unserer Übersicht.

Auch interessant

Kommentare