1. tz
  2. München
  3. Region
  4. Hallo München

Kirchheim investiert in seine Warn-Sirenen

Erstellt:

Kommentare

Auf dem Dach eines Hauses befindet sich eine Sirene.
Kirchheim will in die Umrüstung seiner Sirenen 136.000 Euro investieren. © fu

Der erste bundesweite Sirenen-Warntag am 10. September 2020 löste ein großes mediales Echo aus. Vor allem die Tatsache, dass an manchen Orten keine Sirenensignale zu hören waren, wurde kritisch wahrgenommen.

Gründe hierfür waren, dass Sirenen in einigen Kommunen nach Ende des Kalten Krieges sukzessive abgebaut wurden oder vorhandene Sirenen technisch nicht in der Lage waren, die Signale für die Bevölkerungswarnung und -entwarnung zu senden. Auch bei der Flutkatastrophe im Ahrtal im letzten Jahr ließ die Sirenensituation mehr als zu wünschen übrig. Auch hier wurde am Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) heftig kritisiert. Dies ist auf Bundesebene zuständig, auf der Ebene der Länder die jeweiligen Innenministerien und auf der Ebene der Kommunen in der Regel die für den Katastrophenschutz zuständigen Behörden.

Damit solche „Nachlässigkeiten“ zum Schutz der Bevölkerung nicht mehr passieren, haben Bund und Freistaat Bayern zur Verbesserung der Warninfrastruktur in Bayern das „Sonderförderprogramm Sirenen“ erlassen. Das umfasst die Neuerrichtung von elektronischen Sirenen sowie Sirenensteuergeräte zum Zweck der Ansteuerung der Sirenen über das Digitalfunk-BOS-Netz. Förderfähig ist auch der Ersatz bereits bestehender Sirenenanlagen, wenn die neue Sirenenanlage den Förderbedingungen entspricht. Die Anlagen müssen unter anderem an das modulare Warnsystem des Bundes (MoWaS) angeschlossen werden.

Zum Schutz seiner Bürger hat die Gemeinde Kirchheim im März einen Konzeptentwurf sowie eine Schallausleuchtung zur Ermittlung der optimalen Sirenenstandorte für das Gemeindegebiet in Auftrag gegeben und nun auf das Ergebnis reagiert. Dabei werden in Moos 101, beim Kindergarten St. Andreas (Münchner Straße 7) und dem ehemaligen Feuerwehrgerätehaus Heimstetten (Hauptstraße 7) die vorhandenen Motorsirenen auf elektronische Sirenen umgerüstet. Für den Schlauchturm der Feuerwehr Kirchheim gibt es eine neue Anlage und beim Abenteuerspiel-platz an der Graf-Andechs-Straße und auf der Feuerwehr Heimstetten sollen die Sirenen auf 18 Meter hohen Masten montiert werden.

Diese Investitionen wurden in der jüngsten Gemeinderatsitzung mit 136.000 Euro beziffert – wobei es eine Förderung von 78.100 Euro geben könnte und damit die Eigenleistung der Gemeinde 57.900 Euro betragen würde. Das Problem dabei: Die vorgesehenen Fördergelder aus dem Fördertopf sind aktuell ausgeschöpft. Jedoch hat die Verwaltung bereits vorsorglich ein Förderantrag eingereicht. Darin geht keine Pflicht zur Beschaffung hervor, allerdings befindet sich Kirchheim aktuell in der „Warteschlange“. Eine Umrüstung der Anlage würde somit von Seiten der Verwaltung so weit aufgeschoben, bis entweder Fördergelder vorhanden sind oder klar ist, dass keine weiteren Fördergelder zur Verfügung gestellt werden. Sollten keine weiteren Fördermittel freigegeben werden, wird ein erneuter Beschluss im Gemeinderat herbeigeführt.

Vorab beschloss das Gremium einstimmig den Ausbau der Sirenen und deren Standorte, die außerplanmäßigen Kosten von 136.000 Euro für den Ausbau der Sirenen sowie die aktuelle Umsetzung des Projektes bei Gewährung von Fördergeldern.

Gerhard Fuhrmann

Weitere Nachrichten finden Sie auch in unserer Übersicht.

Besuchen Sie HALLO auch auf Facebook.

Auch interessant

Kommentare