Kampf um Kita-Plätze in Krailling: Schusteralm auf Sanatoriumswiese sei idealer Standort für Waldkindergarten

Klaus und Patricia Ritter wollen zum 1. September an der ehemaligen Schusteralm in Krailling einen Waldkindergarten eröffnen. Doch ob es klappt, ist ungewiss.
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Klaus und Patricia Ritter wollen zum 1. September an der ehemaligen Schusteralm in Krailling einen Waldkindergarten eröffnen. Doch ob es klappt, ist ungewiss.

Ob ein Waldkindergarten an der ehemaligen Schusteralm auf der Sanatoriumswiese kommt, ist fraglich – dabei werden die Kindergarten-Plätze dringend gebraucht.

Als „idealer Standort für einen Waldkindergarten“ haben manche Kraillinger die ehemalige Schusteralm auf der Sanatoriumswiese angepriesen. Zum 1. September sollte die Idee Realität werden: Dann wollten Patricia und Klaus Ritter, die im Würmtal unter dem Namen „Die kleinen Ritter“ mehrere Kinderbetreuungseinrichtungen betreiben, auch in Krailling loslegen.

Doch jetzt, keine drei Monate vor dem Start, steht das auf der Kippe. Der Grund: Nicht alle Gemeinderäte wollen die dafür notwendige Änderung des Flächennutzungsplans mittragen.

„Aus einem neuen Flächennutzungsplan kann schnell ein Bebauungsplan werden und dann stehen dort statt Bauwagen für einen Kindergarten bald echte Häuser“, erklärt Gemeinderätin Dietlind Freyer-Zacherl (FBK) ihre Sorge. Ähnliche Kritik hatten auch die Grünen geäußert. Denn gegen eine Bebauung der Sanatoriumswiese haben sich Kraillinger Bürger und Lokalpolitiker schon mehrfach erfolgreich gewehrt.

Die Planänderung schürt nun die Angst vor einer Bebauung durch die Hintertür – zumal der Gemeinderat erst vor wenigen Wochen von der Notwendigkeit erfahren hätte, so Freyer-Zacherl. „Man hätte bestimmt einen anderen passenden Ort für den Waldkindergarten gefunden, wenn wir die Zeit gehabt hätten, danach zu suchen.“

Waldkindergarten in der ehemaligen Schusteralm auf der Sanatoriumswiese in Krailling?

Denn die Plätze braucht die Gemeinde dringend. Nach der jüngsten Bedarfserhebung ist die neue Einrichtung nötig, um allen Kraillinger Kindergartenkindern einen Platz anbieten zu können. „Etwa zehn Familien haben sich bei uns schon nach einem Platz erkundigt“, erklärt Klaus Ritter.

Er ist weiterhin optimistisch, dass es mit der Eröffnung im September klappt. „Es geht nur noch um die betriebliche Genehmigung. Von unserer Seite ist alles vorbereitet: Die zwei Bauwagen sind ausgebaut und wir stehen auch bereits in Kontakt mit interessierten Erziehern.“

Damit der Kindergarten vom Landratsamt die Genehmigung bekommt, muss der Kraillinger Gemeinderat der Änderung des Flächennutzungsplans zustimmen. „Das ist für Flächen im Außenbereich vom Bundesgesetzgeber vorgeschrieben“, sagt Landratsamt-Sprecher Christian Kröck. „Wenn der Gemeinderat der Änderung jetzt zustimmt, ist es durchaus realistisch, dass es eine Eröffnung im September gibt.“

Darum stellte sich Kreisbaumeister Christian Kühnel am Dienstag noch einmal den Fragen der Kraillinger Räte. Ob diese mehrheitlich der Planänderung zugestimmt haben, war zu Redaktionsschluss dieser Ausgabe noch unklar.

Aber auch bei einer Ablehnung sieht Bürgermeister Rudolph Haux (FDP) noch Möglichkeiten, allen Kindergartenkindern eine Betreuung zu ermöglichen. Ein „Notnagel“ sei das Haus in der Elisenstraße. Dort könnte eventuell wieder eine Krippe einziehen – denn für Kinder in dem Alter sucht die Gemeinde derzeit noch 60 Plätze.

Kita-Lage in Gauting

Für September wurden in Gauting 127 Kinder neu für die Kita angemeldet, etwa so viele wie in den Vorjahren, sagt Alexandra Heckl, die in der Gemeinde für Kinder, Jugend und Soziales zuständig ist. Insgesamt gebe es in Gauting circa 1500 Betreuungsplätze. In Zukunft rechne man vor allem mit einem hohen Bedarf an Krippenplätzen. Eine neue Krippengruppe werde aber im Januar mit der Eröffnung des Walddorfkindergarten geschaffen, so Heckl.

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