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Von: Verena Rudolf

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Eine Lichterkette in Ottobrunn soll ein Zeichen für den gesellschaftlichen Zusammenhalt in der Pandemie setzen.
Eine Lichterkette in Ottobrunn soll ein Zeichen für den gesellschaftlichen Zusammenhalt in der Pandemie setzen. © Daniel Bockwoldt/dpa

Mit einer Lichterkette wollen Bürger am Donnerstag, 3. Februar, ein helles Zeichen setzen. „Für Respekt, Zusammenhalt, Demokratie“ und „aus Dankbarkeit für alle, die Zusammenleben in der Pandemie ermöglichen“, so die Veranstalter.

Bürger aus dem Landkreis München wollen auf die Aussage von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier reagieren. Dieser rief die schweigende Mehrheit dazu auf, nicht still zu bleiben, „wenn Extremisten die Axt ans demokratische Urvertrauen legen“. Daher soll in Ottobrunn am Donnerstag, 3. Februar, von 19 und 20 Uhr eine Lichterkette gebildet werden, um ein Zeichen für den respektvollen, aggressionsfreien Umgang miteinander, für gesellschaftlichen Zusammenhalt gerade in der Pandemie, für Frieden, für Demokratie und das Respektieren demokratischer Spielregeln zu setzen.

Auf mehreren Achsen sollen sich die Teilnehmer aufstellen. Eine Achse führt vom Rathaus nach St. Otto (über Eduard-Klas-Weg, Putzbrunner Straße, Friedensstraße). Eine zweite Achse geht vom Rathaus zur Kirche St. Magdalena (Rathausstraße, Pestalozzi-

straße, Ottostraße). Teilnehmer sollen sich zu Fuß gut anschließen können und sich jeweils an einem für sie wohnortnahen Ort platzieren. „Mit Blick auf die Pandemie verzichten wir auf eine Kundgebung und auf einen zentralen Treffpunkt“, betont eine der Organisatoren, Monika Löser. Wichtig ist ihr auch hervorzugeben, dass die Teilnehmer der Lichterkette nebeneinander stehen und nicht gehen. „Eine Lichterkette ist eine stationäre Angelegenheit“, betont Löser.

Alle Teilnehmer müssen zudem eine FFP2-Maske tragen und eineinhalb Meter Abstand halten. Zudem bringt jeder selbst ein Licht mit, zum Beispiel Kerzen mit Windschutz, LED-Lampen oder auch ein Handy-Licht. Und die Veranstalter bitten darum, keine Kerzen nach der Lichterkette zurückzulassen. „Wer auf der Straße nicht teilnehmen kann, möge gerne eine Kerze ins Fenster stellen“, teilt Löser weiter mit.

„Wir wollen zeigen, dass wir Verantwortung füreinander tragen und zu Einschränkungen bereit sind, dass wir Dankbarkeit zeigen gegenüber denen, die in den Zeiten der Pandemie aufopferungsvolle Arbeit für die Gemeinschaft leisten, zum Beispiel Mitarbeitende in der Gesundheitsversorgung, bei der Polizei, in Kindergärten und Schulen, in den Gemeinden, bei der Grundversorgung. Dank gebührt auch den Personen, die in der Politik um notwendige und angemessene Maßnahmen ringen“, so heißt es in der Pressemitteilung der Veranstalter. Und weiter: „Wir sind dankbar, dass wir in einem freien Land leben dürfen. Wir sind uns dabei bewusst, dass individuelle Freiheit und das Wohl der Allgemeinheit stets abzuwägen sind.“

Die Lichterkette am 3. Februar in Ottobrunn ist eine bei den Behörden angemeldete Versammlung. Das Landratsamt München hatte für Montag eine Allgemeinverfügung für Unterhaching erlassen. In dieser hieß es, dass Versammlungen nur noch auf dem Bürgerfestplatz im Ortspark stattfinden dürfen, sollten sie nicht angemeldet sein, ohne Versammlungsleiter abgehalten werden und sich gegen die aktuellen Corona-

Maßnahmen richten. Jüngst fanden montags, so auch Anfang dieser Woche, sogenannte Corona-Spaziergänge in Unterhaching statt. Die Teilnehmerzahl wuchs kontinuierlich. Personen riefen Parolen und zogen mit Trillerpfeifen durch die Straßen. Auch diesen Montag gab es in Unterhaching einen kleinen Spaziergang, bei dem die Polizei einschreiten musste.

„Eine unangemeldete Versammlung ist eine Ordnungswidrigkeit“, stellt auch Landrat Christoph Göbel klar und verweist darauf, dass der Verstoß mit einem Bußgeld in Höhe von 3000 Euro geahndet werden kann. Nach den jüngsten Erfahrungen ist die Münchner Polizei, die auch für den Landkreis zuständig ist, äußerst wachsam geworden. Einzelne Protagonisten, die dem rechten Rand des politischen Spektrums zuzuordnen sind, würden sich unter die versammelten Menschen mischen, sich absondern und separate Wegrouten nehmen. „Die Polizei ist sehr präsent“, betont der Landrat.

Auch gegen die Trillerpfeifen und die Menschen, die ohne Masken und ohne Abstand durch die Straßen ziehen, will die Behörde weiter vorgehen. So heißt es in der Allgemeinverfügung, dass Trillerpfeifen und andere geräuscherzeugende Hilfsmittel je 30 Minuten Versammlungszeit nur während eines zusammenhängenden Zeitraums von fünf Minuten genutzt werden dürfen. Lautsprecher-Durchsagen sind nur zulässig, die in unmittelbarem Zusammenhang mit dem Versammlungsthema stehen. Zudem ist es verboten, Flugblätter, Handzettel oder Ähnliches zu verteilen.

Somit verweisen die Veranstalter der Lichterkette darauf, dass auf Plakaten keine Werbung für Gruppierungen oder Parteien gemacht werden soll. „Wer Plakate mitbringen möchte, bitte nur zum Thema Zusammenhalt“, so die Organisatoren, die ebenso darum bitten, dass die Teilnehmer der Lichterkette bei einer sich eventuell bildenden Ansammlung gleich weitergehen. Kernzeit der Lichterkette ist von 19.15 bis 19.45 Uhr: Danach werden Teilnehmer gebeten, „möglichst gestaffelt über Querstraßen nach Hause zu gehen“.

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