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Der Gemeinderat Kirchheim will Luftfilter für alle Grundschulen anschaffen.
Der Gemeinderat Kirchheim will Luftfilter für alle Grundschulen anschaffen. © dpa/Annette Riedl

Die Kirchheimer Grundschule erhalten mobile Lüfter. Das hat jetzt der Gemeinderat beschlossen. Um eine europaweite Ausschreibung zu umgehen, wird die Anzahl der Geräte noch bestimmt.

Die vierte Corona-Welle und deren Auswirkungen auf Schulen war in der jüngsten Gemeinderatsitzung in Kirchheim Grund für eine parteiübergreifende Diskussion. Nicht nur die Räte waren daran beteiligt – auch zahlreiche Eltern waren als Zuschauer und Sprecher erschienen. Die störte vor allem die „nicht“ vorhandenen mobilen Luftreiniger und die Maskenpflicht im Klassenzimmer.

In dieser Angelegenheit hat der Elternbeirat der Grundschule an der Martin-Luther-Straße eine Petition ins Leben gerufen mit der Forderung, dass die Verwaltung die Luftreiniger anschafft. Die hatte jedoch im Oktober vergangenen Jahres die Beschaffung für die 28 Klassenzimmer und 39 Fachräume der gemeindlichen Silva- und Martin-Luther-Grundschulen abgelehnt. Stattdessen wurden alle Klassenzimmer mit CO2-Sensoren ausgestattet. Außerdem wurde im Juli das Ingenieurbüro Hausladen mit einer Machbarkeitsstudie zur Integration von mechanischen Be- und Entlüftungssystemen und der Alternativvariante „mobile Luftreinigungsgeräte“ beauftragt, für das aber noch kein Ergebnis vorliegt.

Bekannt sind aber die finanziellen Aufwendungen: Die 67 Klassen- und Fachräume kosten 214.000 Euro. Nach Auskunft von Bürgermeister Maximilian Böltl „gibt es vom Freistaat Bayern eine Förderung von 117.250 Euro, die bereits zugesagt wurde“. Jedoch muss bei einer Anschaffung in dieser Höhe eine europaweite Ausschreibung erfolgen, deren Bearbeitung sicherlich lange dauert.

Deswegen kann man die Ungeduld von Schülern, Lehrern und Eltern verstehen. Doch müssen die sich einstweilen mit regelmäßigen Lüften helfen. Das bleibt auch weiterhin bei dem späteren Einsatz der Geräte der Fall, denn diese „sind nur als Unterstützung gedacht“, wie Böltl erklärte. Berit Vogel (Grüne) schlug vor, nur die Räume für den Ganztages-Unterricht mit den Lüftern auszustatten und auf die Fachräume zu verzichten. So könnte die Anzahl der Lüfter verringert und die Auftragssumme niedriger und damit eine europaweite Ausschreibung umgangen werden. Dieser Vorgangsweise stimmten auch Pia Bossmann (JU), Thomas Jännert (FDP) und Michaela Harlander (SPD) zu. Letztere sieht aber in Zukunft in festinstallierten Lüftungsanlagen das Beste für alle Beteiligten.

Mit großer Mehrheit entschied das Gremium die „schnelle“ Anschaffung von mobilen Luftreinigern unter der Prämisse, die Anzahl so zu kalkulieren, dass keine europaweite Ausschreibung nötig ist. Außerdem wurde die Verwaltung beauftragt, zu klären, ob man die Geräte kauft, least oder mietet.

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