Bundesmedaille für Dialog 

Medaille für Engagement: Helmut Six setzt sich für deutsch-arabische Beziehungen ein – für was er steht

Helmut Six erhält die Bundesmedaille für langjähriges Engagement. Gemeinsam mit seiner Frau Angela gründete er 2009 die Six-Stiftung für interkulturelle Zusammenarbeit.
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Helmut Six erhält die Bundesmedaille für langjähriges Engagement. Gemeinsam mit seiner Frau Angela gründete er 2009 die Six-Stiftung für interkulturelle Zusammenarbeit.

Für sein langjähriges Engagement für deutsch-arabische Verständigung, wurde Helmut Six mit der Bundesmedaille ausgezeichnet. Wie alles begonnen hat, wer unterstützt wird.

Grünwald - Israel, Libyen, Afghanistan, Russland: Angela und Helmut Six bereisten mit ihrem VW-Bus ab den 1960er Jahren von München aus Europa, Nordafrika und Zentralasien.

„Unser Schäferhund hat häufig für uns die ersten Kontakte geknüpft, wie in Libyen oder Syrien. Aus Interesse an unserem Hund hat uns dort eine Familie zum Tee eingeladen.

Mit den Eltern, Großeltern, Tanten und Kindern haben wir uns über Politik, Religion und Bildung unterhalten“, so der 82-jährige Grünwalder.

Diese und viele andere Begegnungen haben das Ehepaar motiviert, 2009 eine Stiftung zur Völkerverständigung zu gründen. Für dieses langjährige Engagement ist der Bauunternehmer nun von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier mit der Bundesmedaille ausgezeichnet worden.

Ihr Schäferhund war häufig der Auslöser für Begegnungen, berichtet das Ehepaar Six.

Dialog ist die Muttersprache der Menschheit“, lautet das Motto der Stiftung. Ziel ist es, Menschen mit anderen Kulturen, Religionen oder Ansichten kennenzulernen und zu respektieren. „Wir sollten uns von dem Einheitsbild und den Vorurteilen, die es gegenüber bestimmten Kulturkreisen gibt, lösen. Man muss sich selbst ein Bild machen und die Länder bereisen“, empfiehlt Six.

Was mit einem Stammtisch für Reisende in den 1980er-Jahren begann, ist nun eine Organisation, die sich mit Menschen aus dem Nahen und Mittleren Osten sowie aus Nordafrika verbindet: der Euro-Arabische Freundschaftskreis, dessen Vorsitz Six 19 Jahre innehatte.

Herzstück der Stiftung ist der 2010 gegründete und aus Stiftungsgeldern voll finanzierte Lehrstuhl für Völkerverständigung an der Hochschule für Philosophie. „Unser Institut lehrt und forscht zu interkulturellem und interreligiösem Dialog.

Wir legen hier einen leichten Fokus auf den Arabischen Raum, denn besonders der Islam ist häufig Stereotypen ausgesetzt“, so Prof. Dr. Michael Reder, Inhaber des Lehrstuhls.

Helmut Six bereisten ab den 1960er Jahren von München aus Europa, Nordafrika und Zentralasien.

Von der Six-Stiftung unterstützt werden auch Projekte für Flüchtlingskinder, wie die Kulturbühne Spagat oder die in Flüchtlingscamps aktive Zeltschule. Noch in den Kinderschuhen steckt die neueste Initiative, die Six begleiten will: „das Haus der Kulturen und Religionen“ (Hallo berichtete).

Die Fördergelder speisen sich aus den Mieteinahmen der Wohnungsbaugesellschaft der Six GmbH, mit der sich der Bankkaufmann 1965 selbstständig machte.

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