Gutes für Künstler und Durstige

Zweite Runde für Online-Veranstaltungsreihe „Gauting.live“ – Kulturreferent zieht Bilanz im Hallo-Interview

Das Team von „Gauting.live“ scheut keinen technischen Aufwand, um die Livestream-Konzerte aus dem Kulturhaus Bosco möglichst professionell zu gestalten.
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Das Team von „Gauting.live“ scheut keinen technischen Aufwand, um die Livestream-Konzerte aus dem Kulturhaus Bosco möglichst professionell zu gestalten.

Eine zweite Runde steht für die digitale Event-Reihe „Gauting.live“ an. Was dahintersteckt, verrät Kulturreferent Stefan Berchtold im Hallo-Interview.

Gauting - Bosco, Remise, Festivals: In Sachen Kultur ist Gauting stark aufgestellt. Das gilt auch in der Krise. Mit „Gauting.live“ hat ein gut 25-köpfiges Team um Kulturreferent Stefan Berchtold eine digitale Event-Reihe aufgebaut.

Mit Erfolg, wie die ersten sechs Veranstaltungen im Februar und März gezeigt haben. Am Freitag, 16. April, geht das Projekt in eine zweite Runde. Was ansteht und wie seine erste Bilanz aussieht, verrät Berchtold im Interview.

Herr Berchtold, bisher hat „Gauting.live“ gegen Spenden fünf Konzerte und ein Hörspiel in die Wohnzimmer gebracht. Wie war der Zuspruch?

„Das Spendenaufkommen war erwartungssprengend. Wir haben über 20 000 Euro eingesammelt, was viel aussagt über den Durst der Menschen nach Kultur. Beim letzten Konzert hatten wir etwa 300 Besucher gleichzeitig im Stream. Das ist für so eine Veranstaltung sehr viel.“

Deswegen gibt es jetzt eine zweite Auflage?

„Wir machen vor allem weiter, weil sich an der Situation für Künstler und Veranstalter nichts verändert hat.“

Bis jetzt wurden für die neue Staffel nur knapp 500 Euro gespendet...

„Viele haben vorher schon gespendet, weil wir gesagt haben, dass wir weitermachen. Das Geld haben wir noch nicht alles verbraten. Aber der technische Aufwand ist sehr groß, weil wir das auch ordentlich machen wollen. Deswegen stecken gerade unsere Techniker ehrenamtlich viel Arbeit rein. Sie bekommen eine Entschädigung, die maximal 50 Prozent ihres normalen Honorars ausmacht. Ohne dieses Engagement könnten wir „Gauting.live“ trotz der vielen Spenden nicht machen.“

Kulturreferent Stefan Berchtold zieht im Hallo-Interview eine Bilanz der digitale Event-Reihe von „Gauting.live“.

Wie ist die Online-Reihe eigentlich entstanden?

„Vor Weihnachten wollten Christina Tewes-Gradl und Dirk Lösch von den Grünen eine Spendenaktion für Gautinger Künstler machen und sind auf mich zugekommen. Aber es ist besser, Gigs zu erzeugen als nur Geld zu verschenken. So kam die Idee auf für das Funding, mit dem wir die Gagen für Livestream-Konzerte bezahlen können. Und die Bürgermeisterin hat uns zugesagt, dass wir dafür das Bosco kostenlos nutzen dürfen, solange es nicht regulär öffnen darf.

Sie sind für die Programmauswahl zuständig. Was sind dabei Ihre Kriterien?

„Das Kernprofil ist regional, professionell, keine Genrebeschränkung. Da wir immer zwei Acts zeigen, fließen dann natürlich die Fragen mit ein, was ist spannend zusammen und wie ist das umbautechnisch lösbar.“

Das aktuelle Programm

Gejazzt wird am Freitag, 16. April, bei „Gauting.live“. Ab 20 Uhr ist der stimmgewaltige Dr. Will mit seiner Band „The Wizards“ im Online-Stream zu sehen.

Der Münchner kocht sein ureigenes Musikrezept aus einer satten Dosis Blues mit New Orleans-Feeling, Rootsmusic, Rock und einer kräftigen Portion Humor. Im Anschluss begeben sich der Saxofonist Michael Hornstein und der Pianist Oliver Hahn im Duo auf die Spuren des Bigband-Swings.

Der Theaterjugendclub Gauting führt am Samstag, 24. April, sein neuestes Stück auf – so digital, wie die Jungdarsteller in den vergangenen Monaten auch geprobt haben.

Unter der Regie von Schauspieler Sebastian Hofmüller, der Bühnenbildnerin Yvonne Kalles und dem Theatermusiker Tobias Weber haben sie ihre Pandemie-Gedanken in ein Stück gegossen. Beginn der Aufführung ist 19 Uhr. Zusehen unter www.gauting.live ist jeweils kostenlos.

Romy Ebert-Adeikis

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