Plastikmüll vermeiden

Nach Verbot für Plastikgeschirr: Gastronomie in Grünwald bekommt einheitliches Mehrweg-System

Jakob Portenlänger
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Essen zum Mitnehmen packt Wirt Jakob Portenlänger jetzt in Mehrwegbehältern ein.

Da Plastikgeschirr ab dem 3. Juli verboten wird, muss die Gastronomie Alternativen finden. In Grünwald setzt man auf das Mehrweg-System VYTAL mit eigener App.

Plastikgeschirr wird ab dem 3. Juli deutschlandweit verboten. Daher muss die von den Corona-Einschränkungen gebeutelte Gastronomie jetzt Alternativen suchen. Erste Schritte hin zur Müllreduzierung wurden in Grünwald bereits unternommen. Sieben ortsansässige Restaurants und Essensanbieter einigten sich auf ein gemeinsames Konzept der Firma VYTAL.

Um die Einführung zu erleichtern, haben Uli und Jakob Portenlänger, Betreiber des „Alten Wirts“, die Gemeinde um finanzielle Unterstützung gebeten. Ein entsprechender Antrag zur Förderung von Mehrwegbehältern kam auch von der CSU. Mit einem kürzlichen Beschluss geht nun der Grünwalder Gemeinderat auf den Hilferuf der Gastronomen ein: Örtliche Restaurants und Essensanbieter erhalten einen einmaligen Zuschuss von 500 Euro, nachdem sie wiederverwendbares Geschirr ein Jahr genutzt haben.

Jan Neusiedl (CSU), Bürgermeister von Grünwald, begrüßt das Förderprogramm. Ziel sei es „zum Schutz der Umwelt Einwegverpackungsmüll und CO2 einzusparen und Ressourcen zu schonen“, so Neusiedl.

„Der Zuschuss hilft. Er ist ein Ansporn für die Gastronomen“, sagt Wirt Portenlänger. Seit etwa sieben Wochen nutze seine Wirtschaft das Mehrweggeschirr.

Mehrweg-System VYTAL in Grünwald eingeführt: Geschirr kann bei 104 Restaurants wieder abgegeben werden

„Es ist ein pfandfreies System. Wenn die Gäste bei uns zum Mitnehmen bestellen, erhalten sie über eine App oder eine Papierkarte einen QR-Code, der mit dem ausgeliehenen Geschirr verknüpft ist. Über den Code können die Behälter dem Gast zugeordnet werden“, erklärt er.

Innerhalb von 14 Tagen kann das Mehrweggeschirr dort zurückgegeben werden, wo es ausgeliehen wurde. Oder bei einem der 104 Restaurants im Münchner Stadtgebiet, die mittlerweile auch das VYTAL-System verwenden. Sonst muss der Gast für die Behälter über die App zehn Euro bezahlen. Das Konzept sei darauf angelegt, dass die Boxen schnell wieder im Umlauf sind und sich nicht irgendwo ansammeln. Bisher seien die Gäste begeistert, weniger Abfall zu produzieren. Portenlänger hofft jetzt, dass weiterhin „viele Gäste mitmachen, denn nur gemeinsam können wir Müll vermeiden.“

Immer mehr Restmüll

Pandemiebedingt bestellen die Menschen häufiger Essen nach Hause oder nehmen es mit. So stapelt sich der Abfall von Einwegverpackungen in privaten und öffentlichen Mülleimern. Innerhalb eines Jahres ist der Restmüll in München laut AWM um drei Prozent gestiegen. Waren es 2019 noch 305 954 Tonnen, fielen im Corona-Jahr 2020 schon 314 262 Tonnen an.

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