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Münchner Wirt saniert denkmalgeschützen Bau: Wie die St. Emmeramsmühle jetzt aussieht

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Von: Katrin Hildebrand

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Vor deren Einbau mussten die Speisen im Zelt vor dem Foodtruck angerichtet werden.
Vor deren Einbau der Küche mussten die Speisen im Zelt vor dem Foodtruck angerichtet werden. © hil

Karl-Heinz Zacher hat die Krise der Gastronomie konstruktiv genutzt. Im zweiten Corona-Lockdown begann er sein Wirtshaus, die St.-Emmeramsmühle, zu sanieren. Was nun alles neu wurde.

Oberföhring - Das Gebäude stammt von 1866. Es ist denkmalgeschützt – und bis ins frühe 20. Jahrhundert wurde dort tatsächlich gemahlen. Mittlerweile ist die St.-Emmeramsmühle ein Restaurant.

Auch wenn sie noch immer historisch aussieht, birgt sie seit Neuestem ein modernes digitales Inneres: Der Wirt Karl-Heinz Zacher hat den zweiten Corona-Lockdown dazu genutzt, das Haus von Grund auf zu sanieren und dabei jede Menge moderne Technik eingebaut.

Von langer Hand geplant war die Renovierung nicht. „Zunächst entdeckten wir einen Wasserschaden in der Küche“, erklärt Zacher. „Daraufhin fanden wir weitere Defekte und beschlossen, die Abwasserrohrleitungen zu erneuern. Und dann fiel ein Dominostein nach dem anderen.“

An vielen Stellen stießen er und sein Team auf altersbedingte Mängel. So kam es zur Sanierung: Generalüberholt wurden Büro und Personalräume im ersten Stock, Küche, Gaststuben, die Toiletten im Erdgeschoss und der Keller. Die Küche, bis dato gasbetrieben, wurde auf Strom umgestellt.

Karl-Heinz Zacher in der neuen Küche der St. Emmeramsmühle.
Karl-Heinz Zacher in der neuen Küche der St. Emmeramsmühle. © hil

Dazu musste ein leistungsfähigerer Anschluss verlegt werden. Der kam auch dem Keller zugute. Dort gibt es nun moderne Kühlhäuser. Die computergesteuerte Schaltzentrale für alle neuen Anlagen befindet sich im ersten Stock. Belüftung, Heizung, Kühlung, Küche – alles ist digitalisiert und durch die Vernetzung der einzelnen Systeme auch energiesparend.

Modernste Technik in einem uralten Gebäude“, schmunzelt Zacher. Gibt es irgendwo eine Störung, erhält er sofort eine Meldung auf das Smartphone. Insgesamt beliefen sich die Umbaukosten auf 3,2 Millionen Euro.

Die Sanierung startete zwar im zweiten Lockdown, dauerte aber deutlich länger als dieser. Das hielt den Wirt jedoch nicht davon ab, während der Umbauarbeiten wieder auszuschenken, sobald es möglich war.

Der Biergartenbetrieb lief im Sommer an – und bald darauf die Innengastronomie. Da die Küche nicht zur Verfügung stand, ließ Zacher einen Foodtruck mit eingebauten Öfen und einem Vorzelt hinters Haus rollen. Nun, ein Jahr nach Sanierungsbeginn, hat der Truck ausgedient. Die neue Küche wurde frisch eingebaut – in nur vier Tagen.

Die Holzpaneele im Jägerstüberl gehörten einst zu einem Bauernstadel.
Die Holzpaneele im Jägerstüberl gehörten einst zu einem Bauernstadel. © hil

Die Gäste merken von den neuen chromblitzenden Anrichten und der digitaler Steuerung wenig. Der Hauptraum mit Kamin wirkt gewohnt geschichtsträchtig – von der Wand grüßt Prinzregent Luitpold.

Die Roteichenbretter an den Wänden der Stüberl stammen noch immer von einem historischen Stadel aus Österreich. Während der Sanierung mussten die alten Paneele allerdings kurzfristig weichen, unter anderem, damit neue Heizungsrohre verlegt werden konnten.

Das Thema Holz, wenn auch neu und ohne Patina, prägt auch den größten Gastraum, den „Stadl“, mit Platz für 80 Personen. Sogar bis in die geheimsten Winkel zieht es sich durch: Auch das stille Örtchen ist nun liebevoll mit Holz verkleidet.

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