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Stolperfalle in Unterföhring? – Millimeterentscheidung bringt Münchner um Schadensersatz

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Von: Benedikt Strobach

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Direkt vor der Raiffeisenbank in Unterföhring ist Roman Kastlmeier über den Deckel eines Versorgungsschachts gestürzt. Dieser wurde mittlerweile auf Bodenniveau abgesenkt.
Direkt vor der Raiffeisenbank in Unterföhring ist Roman Kastlmeier über den Deckel eines Versorgungsschachts gestürzt. Dieser wurde mittlerweile auf Bodenniveau abgesenkt. © best

Ein Rentner hat sich beim Sturz über einen abstehenden Schachtdeckel in Unterföhring verletzt. Die Gemeinde muss laut ihrer Versicherung aber keine Kosten übernehmen. Die Rechtslage.

Unterföhring - Blaue Flecken und Schürfwunden im Gesicht sowie eine kaputte Brille – das sind die Resultate eines Sturzes für Roman Kastlmeier.

„Ich war auf dem Weg zu meiner Bank in Unterföhring“, erzählt der Oberföhringer. „Als ich am erhöhten Deckel eines Versorgungsschachts hängengeblieben und gestolpert bin.“

Zwar wurde ihm geholfen und der Vorfall an die Gemeinde gemeldet. „Von der Bayerischen Versicherungskammer bekam ich aber dann ein Schreiben, dass sie den Schaden nicht übernehmen werden“, sagt Kastlmeier verärgert.

Der Grund: „Der Schachtdeckel muss mindestens zwei Zentimeter vom Boden abstehen, damit die Gemeinde zahlt.“ In Kastlmeiers Fall seien es aber nur 1,7 gewesen. Nun bleibt er auf den Kosten sitzen.

Roman Kastlmeier stürzte in Unterföhring über den Deckel eines Versorgungsschachts und verletzte sich. Auf den Kosten bleibt er sitzen.
Roman Kastlmeier stürzte in Unterföhring über den Deckel eines Versorgungsschachts und verletzte sich. Auf den Kosten bleibt er sitzen. © privat

1300 Euro war seine Brille wert. „Die Kosten tun mir als Rentner schon weh. Jetzt habe ich mich zwar nicht schwer verletzt. Aber wenn sich jemand bei einem solchen Sturz etwa einen Knochen bricht, ist das weitaus schlimmer“, mahnt er. Mehrfach habe er mit der Gemeinde deswegen gesprochen. „Die stellen sich aber stur.“

Viele Kommunen sind in solchen Fällen bei der Versicherungskammer Bayern (VKB) versichert, erklärt VKB-Sprecher Jürgen Haux auf Hallo-Anfrage.

Er macht jedoch wenig Hoffnung bezüglich einer Mithaftung: „In der Regel besteht bis 2,5 Zentimeter Höhendifferenz zwischen Schachtdeckeln und Bodenplatten keine Verkehrssicherungspflichtverletzung.“ Einen festen Toleranzrahmen gebe es nicht.

Immerhin: Vor Ort ist zu sehen, dass die Gemeinde den Schachtdeckel nun auf Bodenniveau abgesenkt hat. Kastlmeier entgegnet darauf nur: „Das bringt mir leider nichts mehr.“

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