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Gibt es in Zukunft frischen Wind anstelle von Kies-Abbau im Forst Kasten?

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Von: Romy Ebert-Adeikis

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Sieht es im Forst Kasten in Zukunft ganz anders aus? Zwei Initiativen können sich dort zumindest Windkraftanlagen vorstellen.
Sieht es im Forst Kasten in Zukunft ganz anders aus? Zwei Initiativen können sich dort zumindest Windkraftanlagen vorstellen. © Romy Ebert-Adeikis

Für die Kies-Abbau-Pläne im Forst Kasten gab es viel Kritik - als alternative Nutzung des Stiftungswalds stellen zwei Initiativen jetzt Windkraft in den Raum.

Forst Kasten - Ein halbes Jahr ist es her, dass der Stadtrat München trotz massiver Proteste den Zuschlag für einen Kiesabbau auf Flächen der städtischen Heiliggeistspital-Stiftung im Forst Kasten erteilt hat. Bisher sei dafür noch kein Antrag zur Genehmigung beim Landratsamt München eingegangen. Wieso, darüber schweigt sich die Neurieder Firma Gebrüder Huber auf Nachfrage aus.

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Hallo München ist Teil des Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks. © Hallo München

Kies-Abbau Forst Kasten: Initiativen schlagen Windkraft als mögliche Alternative vor

Kritikern gibt das nun die Zeit, über Alternativen zum Kiesabbau nachzudenken. So spielen das „Grünzug-Netzwerk Würmtal“ und der Arbeitskreis „Agenda-2030 Hadern“ seit Kurzem mit dem Gedanken, ein Windrad im Forst Kasten zu errichten. „Es geht darum, zwei Fliegen mit einer Klappe zu schlagen“, erklärt der Haderner Jürgen Becker. Man könne in der Region grünen Strom produzieren, die städtische Stiftung über eine Beteiligung notwendige Erträge erwirtschaften. „Zugleich könnten sich Bürger beteiligen.“

Der Haderner Jürgen Becker findet, man könne mit einer Windkraftanlage im Forst Kasten viel erreichen.
Der Haderner Jürgen Becker findet, man könne mit einer Windkraftanlage im Forst Kasten viel erreichen. © privat

Bürgerwindrad im Forst Kasten: Windkraft im Forstenrieder Park als Vorbild

Für das Bürgerwindrad ins Auge gefasst hätten die Initiativen einen Standort, der 1,5 Kilometer Abstand zu jeglicher Wohnbebauung hat. „Außerdem müsste man dafür keine Bäume roden, weil wir vorhandene Freiflächen nutzen wollen“, sagt Becker.

Derzeit lasse man mithilfe eines Ingenieurbüros prüfen, wie hoch die Anlage sein müsste, um überhaupt wirtschaftlich zu sein. Zu Grunde legen wolle man dafür Messungen der Gemeinden Neuried und Pullach, die derzeit Windräder im Forstenrieder Park prüfen. „Erste Gespräche mit den Beteiligten hat es schon gegeben. Diese könnten sich durchaus vorstellen, ein Bürgerwindrad zu unterstützen“, so Becker.

Kies-Abbau Forst Kasten: Initiativen wollen weiterhin dagegen kämpfen

Grünen-Stadtrat Bernd Schreyer hat das Thema jüngst auch im Sozialausschuss der Stadt angesprochen. Dort sei die Resonanz zu den Überlegungen positiv gewesen. Laut Schreyer gehe es dabei aber nicht um den bereits beschlossenen Kiesabbau. „Sondern darum, ein ähnliches Desaster in Zukunft zu verhindern.“

Becker will hingegen nicht ausschließen, dass auch der geplante Abbau noch gestoppt werden kann. Dafür würden sich die Initiativen aus Hadern und dem Würmtal „mit aller Kraft“ einsetzen, genauso wie gegen eine Auskiesung im Lochhamer Schlag (s. Infokasten). Mit ins Boot geholt habe man sich dafür eine Rechtsanwaltskanzlei aus Hamburg. Die ist in Sachen Umweltschutz keine Unbekannte: Sie hatte vor dem Bundesverfassungsgericht miterwirkt, dass der Bund sein Klimaschutzgesetz 2019 überarbeiten musste.

Infogespräch Lochhamer Schlag

Das „Grünzug-Netzwerk Würmtal“ und „Agenda2030 Hadern“ organisieren für Donnerstag, 16. Dezember, eine Infoveranstaltung zum geplanten Kiesabbau im Lochhamer Schlag. Diese wird über das Online-Portal Zoom abgehalten und beginnt um 19 Uhr. Anmeldung unter agenda2030.hadern@gmx.de.

Quelle: www.hallo-muenchen.de

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