Eine Trambahn bis nach Putzbrunn?

Münchner Nahverkehrsplan zieht verschiedene Tramlinien im Landkreis vor

Eine Trambahn fährt durchs Bild
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Die Stadt möchte den Tramverkehr ausbauen. Eine neue Linie soll vom Ostbahnhof über Ramersdorf nach Neuperlach führen.

Stadt und Landkreis wollen eine Trambahnlinie bis nach Haar führen. Auch Putzbrunn könnte für den Tramverkehr in Betracht kommen. Allerdings erst in weiter Zukunft.

Eine Tramlinie, die von Berg am Laim über Trudering weiter bis nach Haar führt – dieser Plan scheint immer wahrscheinlicher zu werden. Zumindest hat sich dahingehend sowohl der Stadtrat mit seinem Nahverkehrsplan als auch der Kreis­ausschuss in seiner Sitzung vom 22. Februar ausgesprochen. Doch auch der Ausbau einer weiteren Tramlinie fasst im Nahverkehrsplan der Stadt den südöstlichen Landkreis in den Blick: Eine Linie soll vom Ostbahnhof über Ramersdorf nach Neuperlach führen und könnte im weiteren Verlauf bis nach Putzbrunn reichen.

Anders als die Verlängerung bis Haar wird das Teilstück bis Putzbrunn im Nahverkehrsplan allerdings nicht unter Kategorie A, sondern C geführt. Eine nachrangige Priorisierung für seine Gemeinde betont auch Putzbrunns Bürgermeister Edwin Klostermeier: „Ich sehe das in weiter Ferne. Ich heiße solche Ideen zum Nahverkehrs­ausbau grundsätzlich für gut. Eine Priorität C ist daher richtig, um sich für eine mögliche, spätere Linienführung nichts zu verbauen.“ Allerdings würde die Kosten-Nutzen-Rechnung einer Tram für den 7000-Einwohner-Ort momentan nicht aufgehen. „Wir sind mit dem 55er-Bus derzeit sehr gut angebunden“, betont Kloster-

meier. Im Nahverkehrsplan des Landkreises sei außerdem vorgesehen, auf der Linie in den nächsten Jahren einen Zehn-Minuten-Takt einzuführen. „Dann haben wir da schon gleich gar keine Probleme mehr“, so der Rathauschef. „Irgendwo muss man realistisch bleiben. Als Gemeinde mit nur 7000 Einwohnern so etwas zu fordern, wäre ja schon vermessen“, meint der Putzbrunner Bürgermeister.

Anders als für seine eigene Gemeinde begrüßt Klostermeier, der zwölf Jahre Verkehrsreferent im Kreistag war, den Entschluss, die Linie nach Haar vorrangig umzusetzen. „Nach Haar ist es absolut sinnvoll. Über die ganze Wasserburger Landstraße hinweg werden große Wohngebiete angeschlossen.“ Sowohl der Tram-Ausbau nach Haar als auch nach Putzbrunn wurde bereits im Dezember bei einem gemeinsamen Online-Treffen der SPD-Fraktionen im Stadtrat und Kreistag besprochen. Schon da bestand fraktions-

intern Einigkeit über die Linie nach Haar. Der SPD-Vorschlag mit einem Linien-Ende am Jagdfeldzentrum wurde im Kreisausschuss Ende Februar von den Grünen-Fraktion sogar erweitert. Sie regten an, eine Verlängerung bis zur A99 zu prüfen. Dort könnten Park-and-Ride und Park-and-Bike angeboten werden. „Es ist sinnvoll, das mit anzusehen“, meint Florian Schardt, Vorsitzender der SPD München-Land. Der Landkreis untersuche derzeit ohnehin 23 Nahverkehrs-Strecken und würde die Tramlinie darin nun mit aufnehmen. Außerdem wird der Landkreis an die Stadt herantreten, die ihrerseits eine Machbarkeitsstudie zur Strecke anstellt.

Auch wenn aus Schardts Sicht Putzbrunn für Stadt und Landkreis beim Tramverkehr nachrangig ist – es gebe auch noch eine weitere Option. Dann wäre die Gemeinde aber nicht End- sondern Durchgangsstation. Wenn die B471 wirklich als Autobahnparallele verlegt werden sollte, würde die jetzige Trasse frei werden. Dann könnte darauf eine Stadt-Umland-Trambahn entstehen. „Die Idee der Umlandbahn ist schon alt und kommt immer wieder mal hoch. An sich ist das eine schöne Idee. Wenn die B471 wirklich verlegt ist, könnte das eine charmante Idee sein“, erklärt Schardt. Weil die Tram dann nicht in Putzbrunn enden, sondern weiter fahren würde, wäre das Einzugsgebiet deutlich ­größer.

Iris Janda

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