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Gräfelfinger Nachbarschaftshilfe gegründet - Angebot beginnt im Juni

Nachbarschaftshilfe Gräfelfing
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Initiatorin Maria Lex-Fischer (von links) mit Vereinskassier Markus Bayer und der stellvertretenden Vereinsvorsitzenden Julia Scheicher.

Das Konzept steht, der Verein ist gegründet: Mitte Juni soll die Gräfelfinger Nachbarschaftshilfe ihre Arbeit beginnen - der Bedarf sei groß.

„Gut Ding will Weile haben“ – bei der Nachbarschaftshilfe für Gräfelfing könnte sich das Sprichwort als wahr erweisen. Eineinhalb Jahre ist es her, dass Maria Lex-Fischer die Idee für das Hilfsangebot hatte. Jetzt stehe man in den Startlöchern. „Das Formelle ist geklärt, der Verein ist gegründet und ein Konto eröffnet. Wir warten nur noch auf die Versicherung“, erzählt die 68-Jährige, die auch Ortsvorsitzende der Senioren-Union Gräfelfing ist, und hofft: „Mitte Juni soll alles endgültig fix sein.“

Schließlich sei der Bedarf an der Nachbarschaftshilfe groß. „Ich bekomme schon jetzt immer wieder Anfragen“, so Lex-Fischer. Dass die Gründung trotzdem eine „unendlich schwere Geburt“ gewesen sei, habe vor allem mit der Pandemie zu tun. „Corona war ein echter Bremser“, sagt die Gräfelfingerin.

Doch die Zeit habe man sich genommen, um das Konzept detailliert durchzuplanen: Wer Mitglied im Verein wird, kann Hilfe anfordern oder selbst helfen und ist dabei auch versichert. Pro Stunde Rasenmähen, Schnee schippen, Nachhilfe geben oder Babysitten zahlt der Hilfesuchende acht Euro, von denen sechs direkt an den Helfer gehen. „So können sich zum Beispiel Jugendliche ein kleines Taschengeld dazuverdienen“, sagt Initiatorin Lex-Fischer.

Zwingend muss sich der Helfer das Geld aber nicht ausbezahlen lassen – ganz im Gegenteil. Für geleistete Stunden kann man sich auch selbst Hilfe buchen. Wer wen wann unterstützt, wird vom Verein zentral koordiniert.

Nachbarschaftshilfe Gräfelfing plant Software, eigenes Büro und gemeinsame Nachmittage

Das Konzept ist kein Neues: In Oberfranken wird es seit Jahren von der Seniorengemeinschaft Kronach mit über 1000 Mitgliedern gelebt. Die unterstützt die neue Nachbarschaftshilfe jetzt auch beim Aufbau. „Wie eine große Schwester, die uns an der Hand führt“, sagt Lex-Fischer. So bekommen die Gräfelfinger im Herbst eine Software, mit der die Koordination der Hilfesuchenden und Helfer verbessert werden soll.

Denn die Pläne sind groß. „Wir wollen Nachbarschaftsnachmittage veranstalten und später auch ein eigenes Büro einrichten. So dass wir eine wirkliche Anlaufstelle werden“, verrät Lex-Fischer. Das Angebot soll mehr sein als ein Netzwerk aus Helfern. „Wir wollen eine echte Gemeinschaft, nach dem Motto: Mia san Nachbarn.“ Was nicht heiße, dass das Angebot exklusiv für Gräfelfinger ist. „Aber mir ist daran gelegen, dass man sich im Verein kennt.“

Wer mitmachen will, wendet sich an Maria Lex-Fischer unter Telefon 0175/6096560.

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