Der Weg zum Masterplan

Neubiberg holt sich für Digitalisierung Unterstützung an die Hand

Eine männliche Person im Anzug hält ein Mobiltelefon in der Hand.
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Mit Unterstützung einer Beraterfirma möchte die Gemeinde Neubiberg bei der Digitalisierung voran kommen.

In Workshops soll eine Vision entwickelt und mit einer Beraterfirma eine Maßnahmenkonzept erarbeitet werden – so möchte die Gemeinde Neubiberg zu einem „Digitalen Masterplan“ kommen.

Es hatte schon eine gewisse Ironie, als im Neubiberger Gemeinderat jüngst die Technik nicht mitspielen wollte. Denn Übertragungsschwierigkeiten und Tonprobleme machten sich genau dann bemerkbar, als das Thema Digitalisierung der Gemeindeverwaltung auf der Tagesordnung stand.

Zwei Vertreter der Firma „PD –Berater der öffentlichen Hand“ waren via Videoplattform sowohl per Beamer als auch auf den Tablets der Gemeinderäte zu sehen. Die Gemeinde hat bereits im September vergangenen Jahres Gesellschaftsanteile an der Forma erworben, mit dem Ansinnen, gemeinsam mit den Beratern ein strategisches Vorgehen sowie ein professionelles Umsetzungskonzept zum Thema Digitalisierung zu entwickeln. „Hilfe zur Selbsthilfe“ wollen sie geben, erklärten PD-Direktor Peter Wiegand und Manager Robert Dietz.

Neubiberg hätte bereits einiges bei der Digitalisierung unternommen, etwa die E-Akte oder das kürzlich eingeführte Bürgerinformationssystem. Allerdings sei bisher alles anlassbezogene Maßnahmen gewesen. Nun soll gemeinsam mit der PD ein „Masterplan für Digitalisierung“ erstellt werden. Dabei könne die Gemeinde von den Erfahrungen profitieren, die das öffentliche Unternehmen bereits durch ihre 117 Gesellschafter – darunter das Bundesfinanzministerium und der Deutsche Städte- und Gemeindebund – gemacht habe. „Wir fangen nicht bei null an“, betonte Wiegand.

Sehr wichtig sei dabei die enge Zusammenarbeit mit der Gemeinde. „Wir wollen das gemeinsam mit Ihnen entwickeln“, erklärte Wiegand weiter. Das wäre auch derzeit möglich, die Arbeit unter Pandemie-Bedingungen seien sie bereits gewöhnt. Wenn die Gemeinde sie mit dem Projekt beauftragt, würden sie im Mai loslegen, über den Sommer eine Strategie entwickeln und könnten Ende September dem Gremium ein Maßnahmenkonzept vorstellen.

Welche Ziele Neubiberg damit verfolge, erschloss sich Gemeinderat Hartmut Lilge (CSU) nicht. „Wir wollen eine moderne, zukunftsfähige digitale Gemeinde werden“, verdeutlichte Bürgermeister Thomas Pardeller (CSU). Die Formulierung sei bewusst weiter gefasst, da es sowohl um Prozesse nach außen als auch verwaltungsintern gehe. „Die Vision müssen wir gemeinsam noch entwickeln“, so der Rathauschef weiter.

Dafür seien Workshops mit Vertretern der PD sowie dem Bürgermeister, Verwaltungsmitarbeitern und dem Digitalisierungsreferenten Lukas Jochum (USU 100% Uni/JNeu) vorgesehen. In seiner Funktion als Digitalisierungsreferent wolle er überparteilich alle Anregungen aufnehmen und in den Prozess mit einbringen, betonte Jochum.

Dennoch wünschte sich Grünen-Rätin Lucia Kott, dass der Teilnehmerkreis bei dem Workshop breiter aufgestellt seien sollte. Bürgermeister Pardeller schlug vor, jede Fraktion solle ein Mitglied bestimmen, am besten aus dem Sonderausschuss Digitalisierung, das an dem Workshop teilnehmen soll.

Einstimmig sprach sich das Gremium mit dieser Ergänzung für das vorgestellte Projektvorgehen zum „Digitalen Masterplan“ aus.

Iris Janda

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